Archiv für November 2008

Neue Pinakothek - Natur as Artifice - Natur als Kunstgriff. Das holländische Landschaftsbild in der zeitgenössischen Fotografie

Mittwoch, 26. November 2008

Eine Ausstellung der Pinakothek der Moderne in der Neuen Pinakothek
Die Niederländer haben ein besonderes Verhältnis zur ihrer Landschaft: sowohl in der Kunstgeschichte als auch in der Geschichte der Landschaftsgestaltung. Es waren nicht nur niederländische Künstler wie Pieter Brueghel der Ältere und Jacob van Ruisdael die die Landschaftsmalerei auf höchstem Niveau als selbstständiges Oeuvre etablierten, selbst das Wort »Landschaft« stammt aus dem Holländischen. Es hatte von Anfang an nie die Bedeutung von etwas Natürlichem. Die ursprüngliche holländische Bezeichnung war ein Begriff aus der Verwaltungssprache und bezog sich auf eine geografische Einheit, deren Besitzer sie zu bewirtschaften und verwalten hatte.
»Nature as Artifice - Natur als Kunstgriff« bringt die Arbeiten von fünfzehn Künstlern zusammen, die mit dem Medium Fotografie neue Sicht- und Darstellungsweisen der archetypischen künstlichen Landschaft vorstellen. Dabei fokussieren sie insbesondere den Umgang des Menschen mit der Landschaft und betonen deren künstliche Aspekte. Obwohl hin und wieder subtile Hinweise auf die Historie der niederländischen Landschaftsmalerei auszumachen sind, besteht das Wesentliche der ausgestellten Arbeiten darin, mit dem alten Mythos der niederländischen Landschaft als natürlichem Idyll zu brechen.
In der Ausstellung vertretene Künstler sind u.a.:Hans Aarsman, Jannes Linder, Wout Berger, Henze Boekhout, Edwin Zwakman, Cary Markerink, Theo Baart, Hans van der Meer, Marnix Goossens, Driessens/Verstappen, Hans Werlemann, Bas Princen, Gábor Ösz , Gerco de Ruijter, Gertjan Kocken, Frank van der Salm

In Kooperation mit ALIA und dem Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo

Ausstellungszeitraum: bis 19.01.2009

Adresse Neue Pinakothek
Barer Straße 29
80799 München
Öffnungszeiten Mi-Mo 10:00-17:00 Uhr (mittwochs bis 20:00 Uhr)
Telefon 089/23805159
E-Mail info@pinakothek.de
Internet Homepage

DER WEITE BLICK - DIE LANDSCHAFT DER HAAGER SCHULE

Mittwoch, 26. November 2008

Die Neue Pinakothek zeigt in Zusammenarbeit und mit Leihgaben des Rijksmuseum Amsterdam eine Ausstellung zur Haager Schule. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht dabei nicht die auch für die deutschen Realisten um Max Liebermann so wichtige Malerschule, sondern vielmehr deren Sicht auf eine holländische Landschaft, die um 1875 einer zunehmenden Verstädterung und Industrialisierung weichen musste. Die kulturgeschichtliche Perspektive der Ausstellung zeichnet mit rund 90 Gemälden, Aquarellen und historischen Fotografien die Erfindung einer Landschaft nach, die noch heute als typisch holländisch angesehen wird. Zeitgleich wird in der Neuen Pinakothek auch die Ausstellung “Nature as Artifice - Natur als Kunstgriff” mit zeitgenössischer, niederländischer Landschaftsfotografie zu sehen sein.

Ausstellungszeitraum: bis 19.01.2009

Adresse Neue Pinakothek
Barer Straße 29
80799 München
Öffnungszeiten Mi-Mo 10:00-17:00 Uhr (mittwochs bis 20:00 Uhr)
Telefon 089/23805159
E-Mail info@pinakothek.de

Marc Chagall - Der Maler am Fenster

Mittwoch, 26. November 2008

Marc Chagall, Tisch vor dem Dorf, 1968, Öl auf Leinwand

In Kooperation mit dem Musée national Marc Chagall in Nizza zeigt das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster rund einhundert Gemälde, Zeichnungen und Grafiken, die das Fenstermotiv im Œuvre des großen Malers umkreisen. Das Fenster ist bei ihm nicht nur beiläufiges Motiv, sondern zentrales Thema. In der Bildwelt Chagalls, den man zu Recht als den „Erzpoeten“ in der Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnet hat, scheinen die Gesetze der Schwerkraft aufgehoben. In seinen Werken finden sich vielfach Raumschwellen und Begrenzungen, die von seinen Protagonisten scheinbar mühelos durchflogen werden. Chagalls Kunst ist eine Kunst der Überwindung von Grenzen, in der auch das Fenster seine übliche Rolle als Raumschwelle verloren hat.

Die Ausstellung spannt mit ihrer exemplarischen Werkauswahl einen zeitlichen Bogen von nahezu siebzig Schaffensjahren des Künstlers. Leihgaben aus der Tretjakow-Galerie in Moskau, dem Atheneum Taidemuseum in Helsinki sowie dem Centre Georges Pompidou in Paris zeichnen Chagalls künstlerische Metamorphose des Fenstermotivs beispielhaft nach.

Im heimatlichen Witebsk greift Chagall Anfang des letzten Jahrhunderts die Tradition des romantischen Fensterbildes auf. Hier ist das Fenster noch markante Schwelle zwischen bürgerlicher Privatheit und Außenwelt. Seit der Renaissance wurde das Kunstwerk als gemaltes Fenster zur Welt betrachtet. Erst die Moderne sollte mit dieser Konvention brechen und den tiefenräumlichen Illusionismus vergangener Jahrhunderte als historisches Auslaufmodell deklassieren. Vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren erhält der zu internationalem Ruhm aufgestiegene und mit Preisen geradezu überhäufte Marc Chagall zunehmend öffentliche Aufträge. Aus dieser Zeit datieren auch maßgeblich seine Entwürfe für Glasfenster prominenter kirchlicher und profaner Gebäude. Mit einer exemplarischen Auswahl von Fensterentwürfen und Skizzen umkreist die Ausstellung auch diesen Aspekt seines Œuvres.

Die Fensterbilder Chagalls illustrieren mustergültig die Sonderstellung des Künstlers, in dessen poetischer Bildwelt Traum und Wirklichkeit, Biografie und Mythos eine unvergleichliche Verbindung eingehen. Zahlreiche Exponate aus Privatbesitz verleihen der Münsteraner Ausstellung museale Einmaligkeit.

Die Ausstellung wurde organisiert von der Réunion des musées nationaux, Paris, dem Musée national Marc Chagall, Nizza, und dem Graphikmuseum Pablo Picasso Münster.

Ausstellungszeitraum:

14. November 2008 bis 4. März 2009

Graphikmuseum Pablo Picasso Münster
Königsstraße 5
48143 Münster
Telefon: 0251/ 4144 7-10
Fax: 0251/ 41447-77
info@graphikmuseum.de

Informationen und Anmeldungen
Telefon: 0251/41447-10

Öffnungszeiten:

Di - So, Feiertage 10-18 Uhr

Raum für junge Kunst

Montag, 17. November 2008

Die artothek ist seit Mai 2008 dem Kulturamt der Stadt Köln angegliedert und befindet sich in einem spätgotischen Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert südlich des Doms, nahe den großen Museen Kölns. Der Raum für junge Kunst bietet in einem spätgotischen Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert neben der Ausleihe zeitgenössischer Kunst und Informationen, insbesondere zur Kölner Kunstszene, einen Ort für Ausstellungen Kölner Künstler sowie internationaler Gäste. Ziel ist die Förderung und Vermittlung junger Kunst.

Die artothek bietet seit 1973 die Möglichkeit, Werke aktueller Kunst auszuleihen. Anders als bei einer flüchtigen Begegnung in einer Ausstellung können sich Qualität und Aussage einer Arbeit über eine gewisse Zeit in der eigenen Umgebung oder am Arbeitsplatz in besonderer Weise entfalten. Die Sammlung der artothek umfasst Kunstwerke internationaler und Kölner Künstler verschiedener Stilrichtungen und Techniken.

Aktuelle Ausstellung: Ralph Merschmann - ‘Ladybird’

“Die malerischen Untersuchungen, die Ralph Merschmann auf kleinen bis mittleren Bildformaten vornimmt, zielen gleichermaßen auf Kostbarkeit und visuelle Komplexität. So entstehen aus Prozessen der Schichtung und Überlagerung dichte ornamentale Bildstrukturen von artifizieller Farbigkeit, die den Blick des Betrachters in ständiger Bewegung halten. Auch die Tatsache, dass Ralph Merschmann nicht im herkömmlichen Sinne malt, sondern sich anderer, selbst erfundener Verfahren des Farbauftrags bedient, verleiht seinen Bildern ein hohes Maß an Spezialistentum. Wenn viele seiner Arbeiten folglich wie Exponate aus einer phantastischen Kunstkammer wirken, so offenbart sich darin nicht zuletzt eine manieristische Bildauffassung, die sich im Sinne permanenter Verfeinerung und Überhöhung vollzieht – und den zeitgenössischen Diskurs ungegenständlicher Malerei um eine sichtbar individuelle Position erweitert.”

Stefan Rasche, 2008

+art gallery - Dialog zwischen Welten -6-

Montag, 17. November 2008

Mit Gabriele Woelke beschließt die +art Gallery ihr zweites Jahr.

Die gezeigten Arbeiten, deren Grundlage Fotoaufnahmen von Tänzerinnen und Tänzern der Joop van den Ende Academy in Hamburg sind, sprühen nur so von Dynamik. durch den Einsatz verschiedener Malmittel und großer Gestik in der Form gelingt es, die Bewegung und ihre Kraft aus dem Werk direkt auf den Betrachter zu übertragen. und nicht nur das - auch Lust, Freude und Begeisterung spürt man in fast schon aufregender Weise.

+art gallery
Eppendorfer Weg 237
20251 Hamburg
www.a2-consulting.de/art.html

2.11.08-10.01.09

fr 16-19; Sa 12-15

Pavel Richtr: Zerschriftungen (Deutsch-Tschechische-Gesellschaft zu Gast im KVHBF)

Montag, 17. November 2008

„Zerschriftungen“ nennt der tschechische Maler Pavel Richtr seine Arbeiten, meist großformatige Leinwände, die ausschließlich Schrift abbilden. Handschrift, Druckschrift, Schablonenschrift, gesprayte Schrift. Schrift von Rand zu Rand, in zwei, drei, vier Schichten übereinander. Da, wo im Zeichengetümmel einzelne Buchstabenfolgen als Wörter entzifferbar scheinen, ergeben sie keinen Sinn. Richtr achtet sorgsam darauf, dass ihm beim Schreiben nicht etwa zufällig ein verstehbares Wort dazwischen gerät. Nichts soll von dem, worum es ihm geht - von der Schrift als Bild - ablenken. Bevor Richtr 1969 in die Bundesrepublik emigrierte, verstand er sich als Maler ebenso wie als Schriftsteller. Schrieb Theaterstücke, Essays, Gedichte, schrieb für einen kleinen Kreis junger Intellektueller und - für die Schublade. Seine Texte der Zensur des sich sozialistischen nennenden Regimes vorzulegen, lehnte er als Verrat an seiner Arbeit ab. Genauso zeigt er seine Bilder nur in privaten Atelier- und Wohnzimmerausstellungen. Erst in Deutschland – fremd im fremden Sprachraum – ließ Richtr ganz vom Schreiben ab, schlug sich irgendwie durch und malte, hatte in den siebziger Jahren seine ersten Ausstellungen in Mainz und Wiesbaden. Wenn er inzwischen seit fast 20 Jahren seine ursprünglich nebeneinander betriebenen Kunstformen symbiotisch vereint, mag das auch an der tschechischen Neigung zum Hintersinn liegen. Schrift ohne Sprache – Antwort auf eine Welt, die überquillt von medialem Getöse, von Berichten, Nachrichten, Meinungen und Gegenmeinungen, von Pathos und Sprechgeräusch? Eine Welt, die sich in der Schwemme der widerstreitenden Informationen selbst abhanden kommt? Provokation, Protest oder geht es Pavel Richtr um nichts weniger als um Schrift in ihrer Reinform?

Kunstverein Harburger Bahnhof
Hannoversche Str. 85
21079 Hamburg
www.kvhbf.de

14.1-14.12.08

Passage und Palmenhaus

Montag, 17. November 2008
Mitte Museum. Regionalgeschichtliches Museum für Mitte, Tiergarten, Wedding

Die Berliner Fotografie des 19. Jahrhunderts brachte eine besondere Kultur der Architekturfotografie hervor - in Ansichten historischer Bauten ebenso wie in Aufnahmen damaliger Neubauten. Die Fotografen gingen in ihren Darstellungen analytisch vor. Sie konzentrierten sich auf die räumlichen Eigenschaften der Gebäude und auf die lineare Organisation der Wände und Fassaden, ähnlich wie in Bauzeichnungen. Auftraggeber jener aufwendig hergestellten, detailreichen Bilder waren die Architekten, die Bauherren und die Verwaltung. Als Tafelwerke verlegt erfuhren die Fotografien in der Fachwelt eine weitere Rezeption. Das Mitte Museum bewahrt über hundert solcher Blätter - Aufnahmen von Bauten der öffentlichen Hand, für den Berliner Magistrat zwischen 1875 und 1914 fotografiert. Die Kabinettausstellung zeigt eine Auswahl der ältesten dieser Bilder, darunter auch Ansichten von Gebäuden, die es heute nicht mehr gibt.

Mitte Museum. Regionalgeschichtliches Museum für Mitte, Tiergarten, Wedding
Pankstr. 47
13357 Berlin

16.11.2008 - 12.04.2009

So-Di 13-17 Uhr, Do 10-18 Uhr

Mark Simon - Fotoarbeiten über Budapester Badeanstalten

Montag, 17. November 2008

Budapest ist bekannt für seine historischen Badeanstalten. Die spezielle Atmosphäre dieser Schwimmbäder ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit für ausländische Besucher der Stadt, sondern sie sind nach wie vor ein wichtiger Treffpunkt für die Einheimischen. Ein Ort für Gespräche zwischen Männern und Frauen, wie auch für Familien und Freundeskreise. Wasser und Nebel sorgen für das Verschwimmen der Kontraste der Stimmen, der Lichteffekte und der Farben im Raum. Diese verzauberte Welt hält den Besucher seit Jahrhunderten im Bann, sei das Gebäude renoviert oder noch in einem verfallenen Zustand der Nachkriegszeit.

Márk Simon (1976, Pápa), ein Fotojournalist erster Klasse, der im Jahr 2006 den André Kertész Preis erhielt, möchte mit seiner Serie keine Dokumentation über die Budapester Badeanstalten schaffen. Sein Ziel ist die Darstellung des verborgenen sozialen Alltags und von dessen Atmosphäre. Die alltäglichen Handlungen der Stammgäste werden durch die Farbfotografien sichtbar.

Moholy-Nagy Galerie
Dorotheenstr. 12
10117 Berlin

19.11.2008 - 11.01.2009

Mo-So 10-18 Uhr

Ansichten und Landschaften von Neuseeland aus dem 19. Jahrhundert

Montag, 17. November 2008

Die ersten Photographien in Neuseeland, in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgenommen, wurden anfangs an die neuen Siedler verkauft, die von Europa her einwanderten. So fiel die Entwicklung der Photographie zusammen mit der Entstehung einer neuen Nation und mit der Unterwerfung der ursprünglichen Bevölkerung, der Maori. Die Photographie dokumentierte einerseits die Entdeckung des Landesinneren und spielte andererseits eine zunehmende Rolle in der Geschichte der Maori. Zu den wichtigen Photographen, die die Landschaft aufnahmen, aber auch die sich verändernde Welt der Maori festhielten, zählt Josiah Martin (1843-1916), der um 1865 mit Frau und Tochter nach Neuseeland ausgewandert war. 1876 besuchte er die Thermalgebiete von Tarawera. Die berühmten weißen Terrassen wurden 1886 durch den Ausbruch des Mount Tarawera zerstört, nachdem sie kurz zuvor von Martin photographiert worden waren. Weitere Photographien der Ausstellung stammen von Burton Brothers, J. R. Morris, G. Wheeler and Son.

Ethnologisches Museum
Arnimalle 27
14195 Berlin

21.11.2008 - 29.03.2009

Di-Fr: 10-18 Uhr; Sa-So: 11-18 Uhr

C/O Berlin. Int. Forum For Visual Dialogues

Montag, 17. November 2008

Talents 13 . Leaving Again . Sebastian Stumpf/Stefanie Hoch
11. Oktober bis 7. Dezember 2008

Wieso klettert jemand im urbanen Raum auf Bäume? Weshalb ahmt er mitten auf der Straße kopfüber Gehbewegungen nach oder rollt sich in letzter Sekunde unter automatisch schließenden Garagentoren hindurch? Mit solch’ inszenierten, alltagsentrückten Situationen konterkariert Sebastian Stumpf gewöhnliche Handlungen, konditioniertes Raumerleben und feste Sehkonventionen – und ruft durch die Auslassung jeglicher Antwort Irritationen hervor.

C/O Berlin präsentiert die Diaserien „marcher dans l‘air“ und „marcher à l‘envers“, die Videoarbeiten „Bäume“, „Tiefgaragen“ erstmals in Berlin sowie die Videoinstallation „Performance (#16)“, die Sebastian Stumpf eigens für das Treppenhaus des Postfuhramts konzipiert hat.

C/O Berlin. International Forum For Visual Dialogues
Oranienburger Str. / Ecke Tucholskystr.
10117 Berlin