Archiv für Dezember 2008

Otto Piene :spectrum

Dienstag, 30. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 16.09.2008 - 25.01.2009im Museum am Ostwall in Dortmund

Am 16. September 2008 wurde Otto Piene der Preis der Kulturstiftung Dortmund verliehen. Aus diesem Anlass widmet das MO dem Künstler eine Ausstellung, die verschiedene Schaffensbereiche von seiner Zero-Zeit bis zur Gegenwart vorstellt. Neben bedeutenden Arbeiten aus bekannteren Werkkomplexen Pienes wie Rasterbildern, Lichtballetten, Rauch- und Feuerbildern sowie Keramiken werden auch seltener gezeigte Arbeitsfelder des Künstlers präsentiert: unter anderem seine frühen Fernsehproduktionen, seine Arbeit am Center for Advanced Visual Studies, seine Auseinandersetzung mit Architektur. Die Dia-Installation “The Proliferation of the Sun” dient als Setting der gleichnamigen Performance. Außerdem sind in der Schau Bilder seiner Sky-Events zu sehen, die mit einem mehrteiligen Inflatable, das der Künstler im Lichthof des Museums installiert, in Dialog treten.

Von besonderer Bedeutung sind für das Museum die Fotografien Walter Vogels von Performances, die Otto Piene 1967 bei seiner ersten großen Retrospektive im MO aufführte. Als weiterer Höhepunkt wird eine Filmaufnahme des berühmten Sky-Events “Olympia-Regenbogen” anlässlich der olympischen Spiele 1972 zu sehen sein.

Museum am Ostwall Dortmund
Ostwall 7
44122 Dortmund
+49 231  50-2 32 47
mo@stadtdo.de

Amerikanische Malerei 1950 bis 1970 - Werken aus der Sammlung Folkwang im Josef Albers Museum in Bottrop

Dienstag, 30. Dezember 2008

Okt. 07 - Okt. 09

Das Josef Albers Museum in Bottrop zeigt von Oktober 2007 bis Oktober 2009 Hauptwerke der amerikanischen Kunst aus der Sammlung des Museum Folkwang. Die 14 Gemälde und Skulpturen treten hier in direkten Dialog mit den Werken von Josef Albers, der in Bottrop geboren wurde, am Bauhaus unterrichtete und seit 1933 als Künstler und Lehrer in den USA prägenden Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Nachkriegskunst vom Abstrakten Expressionismus bis zur Minimal Art ausübte. Beide Museen unterstreichen mit dieser Präsentation beispielhaft die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Kunstmuseen des Ruhrgebiets.

Das Museum Folkwang Essen besitzt eine der besten Sammlungen amerikanischer Kunst der Zeit zwischen 1950 und 1970 in Deutschland. Diese Werkgruppe, die unter Paul Vogt erworben wurde, umfasst bedeutende Gemälde und Skulpturen des Abstrakten Expressionismus und der Minimal Art von Mark Rothko, Barnett Newman, Franz Kline, Jackson Pollock, Morris Louis, Ad Reinhardt, Sam Francis, Kenneth Noland, Donald Judd, Dan Flavin und Frank Stella. Sie markiert in der Essener Sammlung diese entscheidende Zäsur in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Das Museum Fokwang erhält bis 2010 nach Plänen von David Chipperfield Architects einen Neubau, den die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung als alleinige Förderin finanziert. Während der Bauzeit zeigt das Museum Folkwang in den Räumen des Altbaus nicht die eigene Sammlung sondern ein dichtes Programm von Wechselausstellungen (ab Januar 2008). So ergibt sich die einzigartige Gelegenheit, 14 Hauptwerke der amerikanischen Kunst aus Essen für etwa zwei Jahre im Josef Albers Museum zu zeigen. Sie sind hier gemeinsam mit Gemälden von Josef Albers zu sehen, dessen künstlerische Entwicklung im Bottroper Museum von seinen Anfängen am Bauhaus bis zu den “Homages to the Square” vorgestellt wird. Die direkte Konfrontation von Albers mit seinen amerikanischen Zeitgenossen in dieser Ausstellung ist für beide Seiten erhellend.

Albers, der Deutschland 1933 verließ, unterrichtete in den USA am Black Mountain College und an der Yale University und wurde zu einem Lehrer von eminenter Wirkung. In den vierziger Jahren entwickelte er zunehmend auch eine eigenständige künstlerische Position, die sich in wichtigen Aspekten mit den Interessen der Maler des Abstrakten Expressionismus berührt. Dazu zählt insbesondere die Betonung der Farbe in ihrer Eigensprachlichkeit: Das Agieren der Farbe tritt an die Stelle eines traditionellen Kompositionsverständnisses, das geometrische Elemente in ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zueinander setzt. Nun kommt die Bildfläche als Totalität in den Blick, strukturiert durch wenige überschaubare Elemente.

Albers war dann auch, gemeinsam mit Piet Mondrian, derjenige europäische Maler, der am Beginn der 1960er Jahre für eine neue Generation amerikanischer Künstler, die unter dem Begriff ‚Minimal Art’ zusammengefasst wurden, Möglichkeiten entwickelt hatte, die über bestimmte Prämissen des Abstrakten Expressionismus hinausführten. In die ‚anonyme’ Komposition ist eine Eigenbewegung eingeschrieben. Die Vorstellung eines privilegierten Künstlerautors, der sich im Werk in seiner besonderen Individualität entäußert, verliert ihre Geltung.

Auch die Idee einer Ökonomie künstlerischen Handelns ist ein Aspekt von Albers’ Wirkung auf die Minimal Art, deren Interesse an industriellen Materialien und Prozessen charakteristisch ist. Albers’ ‚Homages to the Square’ sind die tendenziell unendliche Variation eines Themas, das aber durch das Spiel der Farbe immer neue Perspektiven offenbart. Die Farbe folgt ihrer eigenen Grammatik. So gewinnt bei Albers auch der konkrete Auftrag der Farbe mit einem Spachtel seinen Reiz aus der Spannung zwischen Anonymität und verhaltener Handschriftlichkeit. Die Werke von Stella, Judd und Flavin in der Ausstellung stehen unmittelbar für diese Berührung zwischen Albers und den jungen amerikanischen Künstlern der sechziger Jahre.

Information:
Josef Albers Museum Quadrat Bottrop
Im Stadtgarten 20
46236 Bottrop
Zentrale 02041/29716

Kult des Künstlers: BEUYS. Die Revolution sind wir

Montag, 29. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 3. Oktober 2008 - 25. Januar 2009 im Museum “Hamburger Bahnhof” in Berlin

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird der Kunst in Joseph Beuys (1921-1986) eine Gestalt geboren, die in ihrem universellen Anspruch und ihrer genialen Bildlichkeit weit in die europäische Geistesgeschichte ausgreift. Kein Künstler des 20. Jahrhunderts hat sein Denken über die Beziehungen zwischen Kunst und Gesellschaft so komplex angelegt wie Joseph Beuys.

Zwanzig Jahre nach der letzten umfassenden Ausstellung in Deutschland, der große Ausstellungen in Zürich, Paris und London gefolgt sind, wird die Ausstellung BEUYS. Die Revolution sind wir diesem großen Raum seiner Ideen eine Gestalt geben. Erstmals wird der gesamte Kontext anhand von Dokumenten, Schriften, Filmen und Fotografien erläutert. Die Präsentation setzt auf das offene Werk und vor allem auf Beuys selbst: als Künstler, als Denker, als Mensch. Kapitale Beuys-Werke der Sammlung Erich Marx sowie die Fülle der audiovisuellen Materialien aus dem Bestand des Joseph Beuys-Medien-Archivs werden in vitaler, dialogischer Gegenüberstellung mit selten geliehenen Schlüsselwerken aus ganz Europa gezeigt. Zur Ausstellung erscheint im renommierten STEIDL-Verlag, Göttingen eine abbildungsreiche Publikation, die analog zur Ausstellung sich der Herausforderung stellt, Beuys in seiner Gesamtheit als einmaliges Phänomen einer künstlerischen Biografie zu fassen.

HAMBURGER BAHNHOF - MUSEUM FÜR GEGENWART - BERLIN
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin
Tel. +49(0)30 - 3978 3411
Fax. +49(0)30 - 3978 3413
E-Mail: hbf@smb.spk-berlin.de

Kult des Künstlers: Celebrities. Andy Warhol und die Stars. Sammlung Marx und Leihgaben

Montag, 29. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 3. Oktober 2008 - 11. Januar 2009 im Museum “Hamburger Bahnhof” in Berlin

Andy Warhol, Mao, 1973, Siebdruck auf Acrylfarbe auf Leinwand, 448,3 x 346,1 cm Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Sammlung Marx.

Warhol hat Stars durch seine Kunst unsterblich gemacht. Für seine berühmten Portraits von Marilyn Monroe, Elvis Presley oder Mao hat der Künstler oft auf bestehendes Bildmaterial aus der Presse und der Werbung zurückgegriffen und diese vorgefundenen Bilder zu Werken von enormer ikonischer Präsenz verdichtet. Diese Werke haben nun ihrerseits wiederum Eingang in jene Medienwelt gefunden aus der ihre Vorlagen stammten und werden bis heute immer und immer wieder in den unterschiedlichsten Kontexten reproduziert.

Die Ausstellung zeigt, ausgehend von Hauptwerken aus der Sammlung Marx exemplarisch, inwiefern sich die ins Zeitlose reichende Wirkung seiner Kunst einer eigenwilligen Mischung aus Konstruktion und Dekonstruktion verdankt: Warhol überhöht das Bild der Stars, zeigt Einzelmotive ebenso wie Wiederholungen des Immergleichen. Er schafft damit Bilder von Kultstatus, die die Aura des Einzigartigen und des Seriellen gleichermaßen ausstrahlen. Denn neben der Überhöhung der Pop-Ikonen vervielfältigt Warhol deren Wirkung ganz nach dem Prinzip eines gut gehenden Markenartikels und macht auch vor der eigenen Person nicht Halt: Die Marke Andy Warhol ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Bildmaschinerie. Mit den populären Bildern der Stars wird auch der Künstler selbst zum bewunderten Star, zum Image einer selbst geschaffenen, gleichzeitig massenwirksamen, glamourösen Bildkultur.

HAMBURGER BAHNHOF - MUSEUM FÜR GEGENWART - BERLIN
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin
Tel. +49(0)30 - 3978 3411
Fax. +49(0)30 - 3978 3413
E-Mail: hbf@smb.spk-berlin.de

Kunstpreis der Sachsen Bank 2008 Henriette Grahnert - ES IST EINFACH NICHT EINFACH

Freitag, 19. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 7. 12. 2008 - 22. 2. 2009 im Museum der bildenden Künste Leipzig

Henriette Grahnert: Schön Getrunken 2007, Privatsammlung Erkrath

Ausgehend von einem abstrakten Formenvokabular entwickelt Grahnert flächige Kompositionen, die vielfältige gegenständliche Assoziationen auslösen. Diese werden oft durch pointierte Titel wie „PathetischerAbgang“, „Backstage Styling“ oder „Make Up Crying Girl“verstärkt. Die eigenwilligen Titel eröffnen einen ersten Bildeinstieg, der jedoch nur ein Angebot ist und nicht mehr als eine Lesart unter vielen sein kann. Grahnert konfrontiert den Betrachter in ihren Bildern mit immer neuen Fragen zur und über Malerei – Variationen der alten Frage „Wie lassen sich auf einer planen Fläche mit Farbe Erlebnisse, Geschichten und Emotionen ausdrücken“.

Henriette Grahnert: Backstage Styling 2008, Privatsammlung Essen

Grahnerts Malweise ist sehr ambivalent: Die Künstlerin arbeitet mit expressiven, malerischen Gesten, überlagert verschiedene Farbschichten, trägt die Farbe dick mit dem Pinsel oder Spachtel auf, so dass sinnlich erfassbare Strukturen und wahre Farbexplosionen  entstehen, sie lässt Farbe klecksen und zeigt Farbverläufe, Rückstände von früheren Farbverläufen werden stehen gelassen. Die optische Textur der Farben ist faszinierend reich und sehr haptisch – gleichzeitig aber können die Bilder auch karg und zurückhaltend sein.

Die Künstlerin bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Ihre Kompositionen sind oft sehr fragmentiert. Manchmal kombiniert sie ihre Bilder mit erstaunlichen Objekten und bindet beispielsweise einen großen Gummiball vor das Gemälde, um die malerisch vorgetäuschte Dreidimensionalität real zu brechen oder drapiert eine riesige Perlenholzkette von der Leinwand bis zum Boden.

Henriette Grahnert: Made Out Of Bad Glue, 2008, Olbricht Collection

Gattungsgrenzen werden spielerisch aufgehoben und in Frage gestellt. Auch Worte und Satzfragmente baut die Malerin wie visuelle Satzbausteine in ihre Bilder ein. Grahnert versucht in ihren Arbeiten formale und emotionale Inhalte sowie Fragen zuverbinden; Ängsten, Unsicherheiten und Enttäuschungen gibt sie immer wieder neue Farben und Formen und kreist dabei um das alltägliche Scheitern und die kleinen persönlichen Katastrophen aber auch Freuden. Grahnerts Bilder laden zu einer subjektiven,assoziationsreichen Bildlektüre ein, die den Betrachter (heraus)fordert, sich auf die Bilder, ihre Geschichten und Fragen einzulassen.


Kunstpreis der Sachsen Bank
Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte „Kunstpreis der Sachsen Bank“ wird im zweijährlichen Turnus in Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig verliehen. Mit der Auszeichnung werden bereits seit 2002 junge Talente in Sachsen prämiert; erstmals gestiftet wurde der Preis aus Anlass des
zehnjährigen Bestehens der Sachsen LB. Zur Auswahl stehen künstlerische Werke, die im Verlauf der letzten beiden Jahre an Ausstellungsorten in Leipzig präsent waren. Mit dem Preisgeld werden Ausstellung, Katalog und der Ankauf eines Werkes für die Museumssammmlung finanziert.
Weitere Informationen unter
www.sachsenbank.de

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstr. 10
04109 Leipzig
Telefon: 0341 - 216 99 0
Telefax: 0341 - 216 99 999
Email: mdbk@leipzig.de
Internet www.mdbk.de

SOUNDSCRIBBLES - Istallation, Zeichnung und Fotografie von Hans-Christian Jaenicke

Freitag, 19. Dezember 2008

20 Minilautsprecher hängen frei im Raum. Leise zu hören ist ein “akustisches Skizzenheft” mit unvollständigen, einander überkreuzende Lauten und Geräuschen. Der Knotenpunkt, in dem diese Soundscribbles zusammenlaufen ist der Rezipient, der sich in diesem Klangraum bewegen kann, wie in einem Buch, mit frei sortierbaren Seiten. Die kompositorische Gestalt ist amorph, die Veränderung Prinzip. Es entsteht ein akustischer Organismus, der das Potential unterschiedlicher Begegnung hörbar macht.

Der Hamburger Künstler Hans-Christian Jaenicke beschäftigt sich mit Baustellen. Er fotografiert und analysiert sie nicht nur, sondern er erfindet zahlreiche neue dazu, frei von Zweck und Sinn. Mit jeder Zeichnung, jedem Objekt feiert er die Möglichkeit einer völligen Neuordnung der Dinge. Der einen und einzigen Möglichkeit, auf die wir uns als Realität geeinigt haben, stellt Jaenicke damit eine unendliche Fülle an gleichberechtigten Möglichkeiten zur Seite. So entstehen zum Beispiel merkwürdige Objekte. Die Materialien dazu, meist aus dem Baumarkt, sind Styropor, Schläuche oder Klebefolien. Er bearbeitet sie schonungslos, entreißt sie ihrer Eindeutigkeit, so dass sie anders ineinandergreifen und eine gemeinsame Gestalt annehmen können. Sie beginnen untereinander neu und diesmal vieldeutig zu funktionieren. Auch in den Zeichnungen “Entwürfe zu Baustellen” sind es ganz einfache Grundformen, die bereit sind, sich zu verdichten. Noch ist nichts konkret, die Dinge in der Schwebe. Unmittelbar wird der Betrachter mit der Idee infiziert, wie umfassend eine freie Neugestaltung der Realität aussehen könnte. “Ich verstehe meine Arbeit als Möglichkeit, den ästhetischen Ort BAUSTELLE in andere Lebensbereiche zu überführen und die ästhetische Handlung, die Arbeit an immerwährender Veränderung, als eine Verantwortung zu begreifen.” (Jaenicke)

SOUNDSCRIBBLES und andere Baustellen Hans-Christian Jaenicke: Installation, Fotografie, Zeichnung Eröffnung: Sa, den 22.11.2008 Dauer der Ausstellung: 22.11.08 bis voraussichtlich 10.01.2009 BAUSTELLE eins, Arnoldstr. 1, 22765 Hamburg, Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr. 10 – 16 Uhr und nach Vereinbarung. Tel: 040 – 76 97 55 55, mobil: 0178 – 708 42 89

BAUSTELLE eins
Arnoldstr. 1
22765 Hamburg
www.hans-christian-jaenicke.de

RAUM GEBEN Vol # 6 Raum als Natur / Natur als Gesetz

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 3. Dezember 2008 - 21. Januar 2009 im Künstlerhaus Hamburg

Das Ausstellungsprojekt Raum als Natur / Natur als Gesetz baut auf der Idee von „Natur“ als kulturelles, biologisches, topografisches und ökologisches Phänomen zwischen gedanklichem, im historischen Wandel immer wieder anders definierten Konstrukt und autarkem Lebensraum, der eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt. Die Kunstgeschichte hat die Bilder generiert und tradiert, in denen „Natur“ Form erhalten hat und wahrgenommen wird. Mittels der (Natur-)Wissenschaften wurden wiederum die Gesetze erforscht, die das „Wesen“ der Natur und ihrer Evolution bestimmen. Dem Menschen ist es in dem Zuge gelungen, Muster und Strukturen aus dem „Wildwuchs“ der Natur herauszulesen und letztere durch konkrete Nutzbarmachung und mittels ästhetischer Reflexion zu zähmen und zu kultivieren. Auf der anderen Seite nimmt die Natur ihren originär autonomen Raum ein, der sich aller menschlichen Interventionen und Transformationsversuche zum Trotz einer restlosen Vereinnahmung widersetzt. Die Schwarzen Löcher des Alls stehen sinnbildlich für ein Terrain, das sich – nach weitgehender Erforschung und Kartierung der Welt – einer erschöpfenden Erkundung entzieht und somit zu einer der letzten Bastionen des „Geheimnisses Natur“ wird. Doch auch in die unentdeckten Weiten des Universums wagen sich Künstlerinnen und Künstler vor, den Rätseln auf der Spur, die sich im endlosen Umfeld unserer Erde entfalten. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie sich „Natur“ als konzeptuelle Aktionsfläche und als eigendynamischer Raum konstituiert. Die verschiedenen strukturellen und inhaltlichen Organisationssysteme, nach denen „Natur“ betrachtet, geordnet, verstanden, imaginiert und letztlich in Szene gesetzt wird, werden in der zweiten Wirklichkeit der Kunst auf mannigfaltige Weise erfahrbar.

TEILNEHMENDE KüNSTLER/INNEN

Catherine Bolduc (Kanada) / Susan Gretz (Münster)
Anna Gudjónsdóttir (Island/Hamburg)
Ole Henrik Hagen (Norwegen/Hamburg)
Keiko Koana (Japan, Münster)
Toshiya Kobayashi (Japan)
Jochen Lempert (Hamburg)
Sabine Mohr (Hamburg)
Mariella Mosler (Hamburg)
Sylvia Schultes (Hamburg)
Alexander Steig (München/Luxemburg)

Kuratorin: Belinda Grace Gardner (Hamburg)

FRISE - Künstlerhaus Hamburg
Arnoldstrasse 26 - 30
22765 Hamburg
www.frise.de

J u n g g e u n O H - die zwischenräume kurfürstendamm

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 5. Dezember 2008 - 28. Januar 2009 in der “galerie son” in Berlin

Junggeun OH „die zwischenräume kurfürstendamm“ 140 x 100 cm öl auf leinwand 2008

Junggeun OH, ein 38jähriger meisterlicher Maler aus Südkorea, lebt seit nunmehr 4 Jahren in Berlin und malt die „Zwischenräume“ der Stadt. Hierbei bringt er die Gebilde, die die Außenlinien der Gebäude im Himmel zeichnen, als perfekte minimalisierte Formen auf die Leinwand und zeigt uns Berlin in einer neuen Erscheinung aus einer einzigartigen künstlerischen Perspektive, die uns die „Zwischenräume“ sowohl als Symbole des Schönen als auch als Metaphern des Übergangs zwischen zwei Welten präsentiert.

„Wer die Reise antritt, die hinter der realen Welt liegenden, weiteren Ebenen zu erkunden, kann in den Gemälden die großartige Schönheit des Metaphysischen entdecken.“ (Andrea Hilgenstock/Corinna Daniels in Die WELT vom 23.11.07)

Geöffnet: di-sa 11-18 uhr
Ort: galerie son | wallstr. 16 | 10179 berlin | 0049 (0) 178 505 5553 | info@galerie-son.com
Internet: www.galerie-son.com

Shotgun Architecture. Eine Ton- und Lichtinstallation von Justin Bennett

Dienstag, 16. Dezember 2008

Eine Ausstellung vom 12. Dezember 2008 - 11. Januar 2009 im KuBaSta - Raum für Kunst Bauen Stadtentwicklung

Ist es möglich Töne sichtbar zu machen? Was passiert mit unseren Gedankenprozessen und unserer emotionalen Wahrnehmung, wenn Klangbewegungen sich in einem Raum entfalten oder Töne gar manipuliert werden? Gegenwärtig untersucht Justin Bennett den Klangverlauf von Kanonenschüssen in urbane Flächen und deren Architektur. Diese Art von Kartographie entfaltet viele Domänen des Ausdrucks. FILTER www.filter-hamburg.de hat Bennett zu einer raumspezifischen Installation in das P40 eingeladen, seiner ersten Einzelausstellung in Hamburg. Das P40 ist ein um die Jahrhundertwende entstandenes Gebäude mit einer ornamentalen Ziegelsteinfassade, einem Kuppeldach und hohen Wänden. Das Eilbeker Krankenhaus nutzte diesen Ort bis zu seiner Privatisierung als Pathologie. In dem letzten Jahrzehnt wurde das außergewöhnliche Gebäude für verschiedene Zwecke gebraucht. Justin Bennett hat diese besondere Architektur mit Kanonenschüsse analysiert und deren Echo aufgezeichnet. Ein Schuss ist ein einfaches Tonelement. das wir im Allgemeinen erkennen und identifizieren können. Aber was passiert wenn die anfängliche Wahrnehmung getäuscht wird? Klangentfaltung und die Vorstellungskraft kann die Wahrnehmung eines physikalischen Raumes verschieben und einen imaginären Raum erschaffen. Shotgun Architecture at P40 ist das Ergebnis dieser Form von Interaktion, eine raum-spezifische Ton – und Lichtinstallation mit einer Serie von “Noise-Maps” (dt. Geräuschkarten) Die Ausstellung ist eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit mit dem niederländischen Publikationslabel Onomatopee. Zusammen mit dem Künstler produzierte Onomatopee eine 10 inch Schallplatte und Poster mit dem Titel Shotgun Architecture by Justin Bennett. www.onomatopee.net

KuBaSta - Raum für Kunst Bauen Stadtentwicklung
Repsoldstraße 45
20097 Hamburg
www.kubasta.de

moki “Mume” - 13. Dezember 2008 - 16. Januar 2009

Dienstag, 16. Dezember 2008

Eine Ausstellung in der Galerie heliumcowboy artspacein in Hamburg

Nach der Ausstellung „fox in the snow“ im Jahr 2005 stellt die Galerie heliumcowboy artspace mit „Mume“ mokis neuesten Arbeiten aus. Die junge Hamburger Künstlerin (Jahrgang 1982), die letztes Jahr erst ihr Diplom an der HfBK abgeschlossen hat, wurde bereits vielfach ausgezeichnet (ICOM, Ditzestiftung, Atelierstipendium) und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten (Rik Reinking). moki hat eine weltweite Fangemeinde und schon in mehreren Gruppenausstellungen mitgewirkt, umso mehr freut sich heliumcowboy artspace ihre dritte Einzelausstellung präsentieren zu können. „Mume“, der Titel der Ausstellung, regt zum Phantasieren und Rätseln an; ein Ausdruck, der einem sofort vertraut ist, ohne dass man sich sicher sein kann ihn tatsächlich jemals gehört zu haben. Ist es ein Tier? Ein Fabelwesen? Oder doch eine Pflanze? Vielmehr als die wirkliche Bedeutung des Wortes interessiert moki das assoziative Gedankenspiel, das ein Begriff, ein Bild, oder eine Figur anstoßen können. Ihre Bildsprache sticht durch ihren berauschenden fotorealistischen Stil hervor und dennoch haftet ihr gleichermaßen etwas Magisches, Traumhaftes an. Manchmal tauchen in ihren wunderschönen Landschaften Fabelwesen, halb Monster, halb Tier, auf, die inmitten eines Umwandlungsprozesses, einer bizarren Metamorphose stehen geblieben zu sein scheinen, um sich dann wiederum in der Leere der einsamen Landschaft zu verlieren. Dann sind sie als Teil des knorrigen Unterholzes oder des Wassers nur noch als Umriss wahrnehmbar, so als wären sie von der unerschöpflichen Natur verschluckt worden. mokis Bilder erscheinen trotz - oder gerade aufgrund - ihrer Motive einerseits vertraut und gleichermaßen verwunschen und fremd, so als wollten sie den Begegnungspunkt zwischen Realem und Phantastischem darstellen, an jenem Ort wo unser Blick von einer vermeintlichen Objektivität hin zu einer für uns sonst unzugänglichen Welt der subjektiven Wahrnehmung eines anderen Menschen pendelt. Doch die Künstlerin lässt uns an dieser Welt teilhaben. Sie ist von Betrachter zu Betrachter individuell erfühl- und deutbar, und zwar genau dort, wo sich das Unterholz und das Gestein in eine warme und weiche Decke zu verwandeln scheinen, oder eben doch Natur bleiben. Wo die Landschaft gleichzeitig behaglich, oder je nach Gefühl auch überwältigend sein kann. Die einzig indizierbare Schnittstelle zwischen diesen unterschiedlichen Perspektiven bleiben mokis atemberaubende Bilder. Die Vielfalt in ihrer Kunst spiegelt sich nicht nur in dem Spiel mit den unterschiedlichen Perspektiven wider, sondern vor allem auch in der Fülle der von ihr gebrauchten Medien, Maltechniken und Materialien. Neben der Malerei setzt moki ihre Ideen in Comics, Videoanimationen oder Skulpturen und Installationen um. Und doch ist ihre Bildsprache unverwechselbar, so dass sich jedes ihrer Objekte und Bilder immer zu einem ganzheitlichen Werk zusammenfügen, eingeklammert durch ihren persönlichen, phantasievollen Blick. moki meistert den Spagat zwischen den verschiedenen Ausdrucksformen und Medien mit traumwandlerischer Sicherheit. Ihre Inspiration zieht sie dabei aus unterschiedlichsten Bildquellen, seien es gefundene Fotografien, oder eigene Zeichnungen. Wohin sie diese schließlich hinführt, überlässt die Künstlerin ihrer Intuition: wie von selbst entfaltet sich der Arbeitsprozess, so als würde das Motiv, oder die Geschichte sie aufsuchen und finden.

Adresse:
heliumcowboy artspace GmbH
Sternstrasse 4
20357 Hamburg
Öffnungszeiten:
Mo-Fr: 11-19 Uhr