Archiv für Januar 2009

Ausstellung / Karlsruhe: Tony Cragg - Second Nature

Freitag, 30. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 14.02.2009 - 03.05.2009 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Tony Cragg, Companions, 2008, Fiberglas

Tony Cragg zählt zu den bedeutendsten Bild- hauern der Gegenwart. Das plastische Oeuvre des 1949 in Liverpool geborenen Künstlers, das anfänglich Impulse aus der Auseinandersetzung mit der englischen Land Art und körperbetonten Arbeits- methoden aufnahm, zeichnet sich durch einen immensen Reichtum an überraschenden Form- erfindungen aus, die sich auch in den Zeichnungen widerspiegeln. Metamorphosen von Wahrnehmungen der Gegenstandswelt, der Landschaft und der Figur gehen in Craggs Werke ein. Seit einigen Jahren entstehen neben den Skulpturen auch Zeichnungen, Aquarelle und Radierungen. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt mit gut 120 Arbeiten auf Papier einen Querschnitt des zeichnerischen, aquarellistischen und grafischen Werks des Künstlers, das bis in die siebziger Jahre zurückreicht. Außerdem vereint sie im Hauptgebäude und der Orangerie mehr als zwanzig der wichtigsten Skulpturen Craggs, die seit dem Jahr 2000 entstanden.

In den achtziger Jahren wurde Cragg für seine Installationen aus Plastik-Fragmenten weltberühmt, die er mosaikartig zu farbigen Reliefs und Bodenarbeiten arrangierte und mit denen er ästhetisch provokativ Ikonen und Klischees der Gegenwart befragte. Stapelung, Schichtung und Häufung – Strategien, die er auch in Zeichnungen durch federnde Formwiederholungen nachempfindet und auch heute noch für seine plastischen Arbeiten einsetzt – waren damals schon werk-konstitutive tektonische Verfahren, mit denen sich Cragg verschiedenster Altmaterialien bemächtigte und sie überraschend umdeutete. Neben der monumentalen Vergrößerung von Alltagsgegenständen erarbeitete er in den achtziger Jahren seine rein abstrakten „Early Forms“, die als autonome Formgebilde aus einer Haut entwickelt sind, die sich dramatisch einstülpt und ausbuchtet, zu rasanten Kurven aufschwingt, wiederum Gefäßhaftes in sich aufnimmt und mehrdeutig an Körperhöhlungen und –innenräume, an Frühformen der Entwicklung des Organischen erinnert. Plastiken von frappanter Geschmeidigkeit entstehen in dieser Werkgruppe bis heute.

Wirbelsäulenstrukturen waren in den neunziger Jahren produktive Ausgangskonstellationen für die Entwicklung weiterer Werkreihen. Stelen erwachsen in jüngerer Zeit vor allem auch aus Reihungen und Deformationen von Gesichtern und Köpfen, die sich vielfach verzerrt und wie in rotierender Bewegung im Raum entfalten. In der Horizontalen vereinigen sich Köpfe, Gesichter mit geschlossenen Augen und aus ihnen hervorgehende plastische Brückenformen zu „Mental landscapes“, Kopf- und Denk-Landschaften, die sich visionär und traumverloren auffächern, scheinbar sukzessive in Phasen festgehaltene Bewegungen in die Skulptur überführen.

Cragg selbst bezeichnet sich gerne als „Materialisten“, der die Möglichkeiten seiner immer wieder neuen Werkstoffe erforscht und zu erweitern sucht. Tatsächlich setzt er sich in seinen Werken aus Glas, Holz, Kunststoff, Bronze, Gips, Fiberglas, Aluminium und Stein aber auch mit Raum und Zeit auseinander, mit Bewegung und Präsenz, mit Mikrostrukturen und Makrozusammenhängen, mit dem, was Le-bendigkeit ausmacht. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse bilden dabei häufig die Basis seiner ästhetischen Überlegungen.

Dabei kommt dem Begriff der Energie – auch für die Zeichnungen und die Aquarelle Tony Craggs – eine besondere Bedeutung zu. Die Karlsruher Ausstellung vermittelt einen repräsentativen und vielfältigen Eindruck davon, welche Sujets und Strukturen für das bildnerische Denken Craggs eine zentrale Rolle spielen und wie er sie über die Jahrzehnte hinweg verwandelt aufgreift, überformt, verschränkt und fruchtbar macht. Zeichnung und Skulptur stehen sich im Schaffen dieses Künstlers, der seit 1988 an der Düsseldorfer Kunstakademie als Professor lehrt und kürzlich in Wuppertal den eindrucksvollen Skulpturenpark „Waldfrieden“ eröffnete, weitgehend autonom gegenüber. Die Zeichnung mit ihren vibrierenden, rotierenden, die Gegenstände auflösenden Gesten lässt auch jene Dimensionen erahnen, die Cragg nur in diesem Medium sichtbar machen kann: Welle und Teilchen, Partikel und Strahlung, Schwingung, Strömung und das Geschehen im Zwischenraum zwischen den Körpern, der erfüllt ist von unsichtbaren Kräften.

Adresse:
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hans-Thoma-Straße 2-6
76133 Karlsruhe
Kontakt:
Telefon: (0721) 926 33 59
Fax: (0721) 926 67 88
www.kunsthalle-karlsruhe.de

Ausstellung / Mannheim: Martin Zeller - Space and Time in photographing Hongkong

Freitag, 30. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 14.02.2009  – 03. 05.2009 in der Kunsthalle Mannheim.

Martin Zeller, Space and Time in photographing

Die Kunsthalle Mannheim präsentiert Fotoarbeiten von Martin Zeller (*1961 Mannheim), die in den letzten zwei Jahren in Hongkong entstanden sind. Die Fotografien sind als „work in progress“ das Resultat eines über Jahre angelegten Projekts, das im Hinblick auf eine Zuspitzung städtebaulicher, raumstruktureller und sozialer Entwicklungen in Hongkong und dem angrenzenden chinesischen Perl-Fluss-Delta entstanden ist. Charakteristisch für Zellers Fotos sind das Fehlen von Horizont und Fluchtpunkt und damit die einhergehende Gleichordnung der Raumwahrnehmung. Elemente, die den Raumeindruck sowohl in der klassischen chinesischen Malerei als auch in der asiatischen Stadtlandschaft von heute bestimmen. Von diesen Erfahrungen ausgehend hat Zeller die urbane Landschaft in extremen Hoch- und Querformaten fotografiert und installiert die Ausschnitte, indem er sie diagonal übereinander setzt, so dass sich eine fotografische Ansicht mit einer anderen kreuzt. Die Collage von zwei oder mehreren Fotografien lässt einen mehrperspektivischen Bildraum von verschiedenen Zuständen entstehen, die wir gleichzeitig wahrnehmen. Die Begrenzungen lösen sich auf, die starre Trennung von Innen und Außen wird aufgehoben und das Bild öffnet sich auf den realen Raum hin, so dass sich der Raum des Bildes mit dem Raum der Erinnerung überlagert.

Eröffnung der Ausstellung:
Freitag, 13. Februar 2009, 18.00 Uhr
Öffnungszeiten:
Di - So 11:00 - 18:00 Uhr
Mo geschlossen
Adresse:
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim

Ausstellung / Stuttgart: Informel - Zeichnungen und Druckgraphik aus der Staatsgalerie

Freitag, 30. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 21.02.2009 - 07.06.2009 in der Staatsgalerie Stuttgart.

»Die Form, die das Leben zur Voraussetzung hat die Form, die das Leben enthält ist formlos und doch Form.« (Emil Schumacher, 1972)

Peter Brüning, Collage, 1964,
Tusche, Ölkreide, Farbstifte,
Collage auf rohweißem Papier,
32,8 x 44,4 cm

Für die Dauer von 14 Wochen zeigt die Staatsgalerie Schätze aus ihrer Graphischen Sammlung aus dem Deutschen Informel: Zeichnungen, Druckgraphiken sowie Mappenwerke und illustrierte Bücher. Die im Graphik-Kabinett ausgestellten Werke von Peter Brüning, Emil Cimiotti, Karl Fred Dahmen, K.O. Götz, Gerhard Hoehme, Bernard Schultze, Emil Schumacher, K.R.H. Sonderborg, Fred Thieler, Hann Trier und Wilhelm Wessel geben einen vertieften Einblick in das “Deutsche Informel” und ergänzen damit die im Erdgeschoss der Alten Staatsgalerie präsentierten Gemälde. Die beiden deutschen, in Paris arbeitenden Wegbereiter des Informel, Wols und Hans Hartung, sind in der Ausstellung ebenfalls vertreten. Auch eine Lithographie Sonderborgs von 1975, die den Freunden der Staatsgalerie von einem ihrer Mitglieder zu Beginn dieses Jahres geschenkt wurde, wird in dieser Präsentation zum ersten Mal gezeigt.

Das Informel (formlose Kunst; französisch Art Informel) entstand nach den traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs auf der Suche nach neuen bildnerischen Ausdrucksmöglichkeiten zunächst in Paris als Gegenbewegung zur geometrischen Abstraktion. Der Name wird als Sammelbegriff für verschiedene abstrakte Kunstströmungen verwendet (Tachismus, Lyrische Abstraktion, Art Brut etc.) und kennzeichnet das europäische Pendant zum amerikanischen Action Painting und Abstrakten Expressionismus.

Die Bezeichnung geht zurück auf den französischen Kunstkritiker Michel Tapié, der erstmals 1951 im Zusammenhang mit der Ausstellung Significance de l’ Informel im Pariser Studio Facchetti von der »Bedeutsamkeit des Formlosen« sprach. Mit »formlos« ist jedoch nicht die Un-Form gemeint, sondern das Formlose, das sich an »das in Schach gehaltene Chaos« herantastet.
Mit einer lyrisch-abstrahierenden oft graphisch (etwa von der Kalligraphie) inspirierten Gebärdensprache wird der Bildfindungsprozess zu einem Zusammenwirken der schöpferischen unbewussten Geste des Künstlers und einer absichtsvollen Handlung des Malens oder Zeichnens. Dabei geht es nicht um das chaotische Ausleben auf der Leinwand, wie etwa beim Action Painting, sondern um das von Emotion und Spontaneität geführte »Entstehenlassen« des Werkes. Die Suche wird zum Leitmotiv. Stetiger Wandel und Werden prägen den Entstehungsprozess auf der Suche nach dem Unbekannten: Fühlen - Schweben - aber auch Unruhe wie im Titel einer Graphik von Gerhard Hoehme. Emil Schumacher beschäftigte sich mit den sieben zentralen Themen Form, Linie, Farbe, Materie, Zerstörung, Raum und Natur, die er in den Aquatintablättern der Mappe Ein Buch mit 7 Siegeln aus dem Jahr 1972 eindrücklich vor Augen geführt werden. Zum Begriff »Form« bemerkte er in einem Aphorismus: »Die Form, die das Leben zur Voraussetzung hat - die Form, die das Leben enthält - ist formlos und doch Form.«
So weitläufig der Begriff Informel ist, so ist doch jeder der unter ihm subsumierten Künstler Individualist und, aufgrund seines persönlichen Umgangs mit der abstrakten Kunst, informeller Grenzgänger. Erfundene Zeichen, Farb-Rhythmen, unterschiedliche Materialien, die in die Farbe gemischt wurden all das diente zum Ausdruck einer besonderen, einzelnen Künstlerindividualität, eines persönlichen Gefühls, das den Betrachter anziehen, ja sogar erschüttern sollte. Nicht um das bloße Bild geht es, sondern um das »Ereignis« des Schauens.

Öffnungszeiten:
Mi, Fr, Sa + So: 10.00–18.00 Uhr
Di + Do: 10.00-20.00 Uhr.
Mo: geschlossen
Adresse:
Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30-32
D-70173 Stuttgart
Kontakt:
Tel. 0711 . 470 40 250
und 0711 . 470 40 228
Fax 0711 . 236 99 83
info@staatsgalerie.de

Ausstellung / Essen: Paul Graham - Fotografien 1981–2006

Mittwoch, 28. Januar 2009

Die Ausstellung im Museum Folkwang läuft noch bis zum 05.04.2009.

Das Museum Folkwang widmet dem britischen Fotografen Paul Graham (geb. 1956) die erste Retrospektive in Deutschland mit 11 großen, seit 1981 entstandenen Werkkomplexen. Die Ausstellung zeigt mit etwa 145 Bildern eine repräsentative Auswahl seiner Arbeit. Graham steht in der Tradition der sozialdokumentarischen Fotografie, die in England nach dem 2. Weltkrieg durch Bill Brandts geprägt und von Fotografen wie Chris Killip und John Davis weitergeführt wurde. In der Auseinandersetzung mit ihnen und mit der amerikanischen Fotografie der 60er und 70er Jahre entwickelte Graham ein innovatives künstlerisches Werk, dessen Blick kompromisslos auf die soziale Wirklichkeit gerichtet ist. Die Ausstellung setzt die Kooperation zwischen Museum Folkwang und RWE AG im Bereich zeitgenössischer Kunst fort.

Paul Graham lebt in New York. Seine letzten Serien American Night und A Shimmer of Possibilities sind in den USA entstanden. Die Auseinandersetzung mit den amerikanischen Schwarz-Weiß Fotografen Gary Winogrand, Lee Friedlander und Diane Arbus, die ihre Arbeit als individuelle Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen definierten, aber auch mit der Farbfotografie von Stephen Shore und William Eggleston, deren Interesse sich auf Alltagssituationen und -objekte richtet, hat Grahams Bildsprache geprägt.

Zu einer Zeit, in der die Kunstfotografie zunehmend inszeniert, manipuliert oder im Studio produziert wird, oder die Welt auf eine kühle, konzeptualisierte Art auf Distanz gehalten wird, hebt sich Grahams Arbeit als kontinuierliche Beobachtung und Befragung der Lebenswirklichkeit ab.

Grahams erste Publikation A1 – The Great North Road, erschien 1981, eine Dokumentation, die entlang der englischen Nord-Süd Nationalstraße entstand. Graham nimmt bereits hier Anleihen bei traditionellen Genres der fotografischen Praxis und fügt sie neu zusammen. In der Serie Troubled Land, die sich mit der Situation Nordirlands auseinandersetzt, kombiniert er 1987 Landschaftsfotografie und Kriegsfotografie. Im Jahr zuvor war die farbige Reportage Beyond Caring entstanden, eine Bestandsaufnahme englischer Arbeitsämter und ihrer desolaten Tristesse. In den Serien American Night (1998–2002) oder in End of an Age (1996–1998 ) verschiebt er die Grenzen dessen, was gemeinhin als Bild oder Porträt akzeptiert wird. Die Entwicklung seines fotografischen Schaffens ist eng verknüpft mit Fragen der Präsentation, die er für einzelne Projekte vom gr0ßformatigen Tableau bis hin zu kleinformatigen Sequenzen entwickelt. Paul Graham hat die starke Tradition der britischen, sozialdokumentarischen Fotografie in seinem Werk aufgenommen, um sie vielfältig zu bereichern und weiter zu entwickeln. Seine Arbeiten beleben kritisch den fotografischen Diskurs und stellen die Dokumentarfotografie mit ihren „Aussagen“ in Frage. Dem gedruckten Bild und dem Buch kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Während die frühen Projekte noch in einer klassischen Tafelbildabfolge bei immer gleicher Bildgröße zusammengefasst waren, entwickelte Graham für die jüngsten Arbeiten sehr individuelle Buchformen, die durch unterschiedliche Formate, Materialien und Buchsequenzen die speziellen Arbeitsweisen hervorheben.

Adresse:
Museum Folkwang Essen
Kahrstraße 16
D-45128 Essen
Kontakt:
Tel. +49 (0)201 – 88 45 301

Ausstellung / Hamburg: Roy Lichtenstein – Plakate

Mittwoch, 28. Januar 2009

Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg läuft noch bis zum 01.03.2009.

Zum ersten Mal zusammengestellt: Ca. 70 Exponate aus der Zeit von 1962 – 1997

Comicbilder, Sprechblasen, Zeitungsanzeigen, Punktraster und klare satte Farbtöne zeichnen den unverwechselbaren Stil von Roy Lichtenstein (1923 – 1997) aus. Er entwarf rund vierzig Plakate, hinzu kommen weitere dreißig, für die er die Motive auswählte. Dem Museum für Kunst und Gewerbe ist es gelungen, erstmalig alle Plakate des amerikanischen Pop Art Künstlers zusammenzustellen. Die 70 Blätter – angefangen von seiner ersten Ausstellung 1962 in der Leo Castelli Galerie in New York bis zu seinem letzten 1997 – geben einen Überblick über die reiche Motivwelt des Künstlers, der mit seinem Markenzeichen, den flächig gesetzten Rasterpunkten, zum Inbegriff der amerikanischen Pop Art wurde. Wir treffen auf seine „Girls“, auf die Kriegsbilder nach Comic- Szenen, auf die „Brushstrokes“ – die großen Pinselstriche –, auf die Stillleben und Interieurs der späteren Jahre oder auf die Atelier-Bilder und die „Imperfect Paintings“.Hinzu kommen viele unabhängige Plakatentwürfe, in denen Lichtenstein sich zu den verschiedensten Themen äußerte, vom New Yorker Filmfest über das Pariser Herbstfestival bis hin zu Amnesty international. Ergänzt durch verwandte Arbeiten Lichtensteins, etwa für Buchumschläge oder Zeitschriftentitel, sowie durch ausführliches Hintergrundmaterial.

Zur Ausstellung schenkt der Sammler Claus von der Osten dem Museum seine fast vollständige Sammlung von Lichtenstein-Plakaten dem Museum.

Es erscheint ein Katalog im Prestel-Verlag (Großformat, 152 Seiten, über 200 farbige Abbildungen, 29,95€).

Ausstellung / Hamburg: Die Erinnerung ist oft das Schönste - Fotografische Porträts von Romy Schneider

Mittwoch, 28. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 06.02.2009 - 13.05.2009 in Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

F. C. Gundlach, Romy Schneider, Hamburg 1961,
Silbergelatine auf Baryt, Vintageprint 40 x 30 cm

Herbert List, Max Scheler, Roger Fritz, F. C. Gundlach, Will McBride, Peter Brüchmann, Werner Bokelberg, Helga Kneidl und Robert Lebeck fotografierten Romy Schneider auf ganz unterschiedliche Weise, als junges Mädchen, in ihren Filmrollen, mit ihren Kindern, scheinbar unbeobachtet im Alltag oder in Posen und Verkleidungen, fröhlich oder nachdenklich, schön und verletzlich. Zu sehen sind mehr als 140 Aufnahmen, davon werden rund 40 erstmals gezeigt.

Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert – und doch ist sie immer rätselhaft geblieben. Die in der Ausstellung präsentierten Fotografen trafen nur einmal auf Romy – Herbert List etwa hielt den Teenager um 1954 auf bisher unbekannten Bildern fest – oder begleiteten sie durch ihr Leben, wie Robert Lebeck, dem seit den 1950er-Jahren bis kurz vor ihrem Tod beeindruckend persönliche Aufnahmen gelangen.

Die Momentaufnahmen lassen den Mythos Romy lebendig werden, gleichzeitig wird die Vergänglichkeit des Daseins auf eindrückliche Weise sichtbar. Denn das Grundwesen der Fotografie ist es, ein Abbild zu schaffen, um Geschehenes dauerhaft bezeugen zu können. Doch schon im Moment der Aufzeichnung ist das aufgenommene Foto nur noch Beleg eines flüchtigen Augenblicks.

Bisher unveröffentlicht sind die Fotografien von Herbert List, Werner Bokelberg, Peter Brüchmann, Roger Fritz und Max Scheler. Auch ein Großteil der Fotos von F. C. Gundlach und Will McBride werden zum ersten Mal öffentlich ausgestellt und publiziert. Die Fotografien von Helga Kneidl und Robert Lebeck sind bereits in Büchern über Romy Schneider erschienen. Diese Bände sind jedoch vergriffen.

Der Ausstellungskatalog ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und zum Preis von 29,80 € erhältlich:
Beate Kemfert (Hrsg.)
Die Erinnerung ist oft das Schönste
Fotografische Porträts von Romy Schneider
176 Seiten, 138 Abb., davon 10 farbig, 128 in Duplex 25,30 x 31,00 cm, gebunden mit Schutzumschlag.

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 11 - 21 Uhr
Museums-Eintritt:
8 € / 5 €, mittwochs und donnerstags ab 17 Uhr immer 5 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei
Adresse:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg,
Steintorplatz, 20099 Hamburg.
Kontakt:
Telefon: (040) 428 134 - 27 32 (Dienstag bis Freitag,11.00 Uhr - 18.00 Uhr)
Infoband: (040) 428 134 - 26 30
Telefax: (040) 428 134 - 28 34

Ausstellung / Oldenburg: Andy Warhol – von Marilyn bis Mao

Mittwoch, 28. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 07.02.2009 - 03.05.2009 im Horts-Jansen-Museum Oldenburg.

Andy Warhol, Marilyn Monroe,  1967,
Siebdruck, Privatbesitz

Das Horst-Janssen-Museum zeigt vom 7. Februar bis 3. Mai 2009 fünfundvierzig großformatige Siebdrucke von Andy Warhol (1928 – 1987). Die plakativen, starkfarbigen Motive des Amerikaners gehören wohl zu den bekanntesten Werken der Pop Art.
Der gelernte Werbegrafiker Andy Warhol hat die Kunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht nur in den USA, maßgeblich beeinflusst. Warhol war ein hoch talentierter Zeichner, der als Illustrator bereits in den 50er Jahren mit Preisen überhäuft wurde, mit einem untrüglichen Gespür für den Zeitgeist. Dabei hatte er weder einen ausgeprägten, individuellen Ansatz noch eine Anspruchshaltung, was die Motive und den Kunstcharakter seiner Arbeiten betraf. Neben Filmstars und Politikern, hat er Kühe, Blumen und Pressefotos von Autounfällen und Gewaltszenen zum Gegenstand seiner Werke gemacht. Die meist fotografischen Vorlagen fand er in Magazinen oder anderen Druckerzeugnissen, spürte sie als „film stills“ auf oder fotografierte zunehmend auch selbst.
Der anonymisierte Siebdruck auf Leinwand oder Papier mit teilweise schrillen Farben wurde zu Warhols Erkennungsmerkmal. Zum Druckverfahren erklärt er selbst: „Beim Siebdruck nimmt man eine Fotografie, vergrößert sie, überträgt sie in Leim auf Seide, und rollt dann Farbe darüber, so dass die Farbe durch Seide geht, aber nicht durch den Leim. Auf diese Weise kriegt man immer das gleiche Bild, immer ein klein wenig anders. Es war alles so einfach – schnell und mit Zufallseffekt. Es haute mich einfach um“.

Warhol hat nicht nur den Kunstbegriff, sondern auch das Bild des Künstlers demokratisiert: Der überkommene Begriff des Künstlers, als genialem Schöpfer, wird von der Person und der Arbeitsweise Warhols ausgehebelt. Allein die „factory“, sein Atelier, das Werkstatt und Szenetreffpunkt in einem war, macht deutlich, wie anders das Kunstschaffen bei Warhol funktionierte. Andy Warhols „coloring parties“ in der „factory“ waren legendär. Gemäß der von ihm herausgegebenen Parole „best art is business art“, hat er bereits 1957 die „Andy Warhol Enterprises, Inc.“ gegründet, die im Lauf der Jahre sowohl seine „prints“ verlegte wie auch ab 1969 das von ihm herausgegebene Monatsmagazin „Interview“. Mit Sicherheit hat Andy Warhol eine populäre Kunst in mehrfacher Hinsicht geschaffen. Vor allem seine Porträts sind im besten Sinne des Wortes plakativ zu nennen und haben unzählige Nachahmer gefunden. Um mit Warhol zu sprechen, darf das Kunstwerk schlicht schön, einfach zu rezipieren und dekorativ sein.

Das Horst-Janssen-Museum widmet sich immer wieder unterschiedlichen Drucktechniken, wie zuletzt den Holzschnitten und Lithografien des Expressionismus oder den Radierungen von Rembrandt. Mit der Ausstellung der großen Siebdrucke von Andy Warhol wird ein wichtiges Kapitel der amerikanischen Bilderfindung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgeschlagen. Die Arbeiten stammen alle aus einer deutschen Privatsammlung.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 14,00 EUR. Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg.

Exklusive Presse-Preview: Do, 5.2. um 11 Uhr
Eröffnung: Fr, 6.2. um 20 Uhr

Adresse:
Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4 - 8
26121 Oldenburg
Kontakt:

Telefon: 0441 - 235 28 91
Telefax: 0441 - 235 33 50

Ausstellung / Kleve: Brice Marden – Retrospektive der Druckgraphik

Dienstag, 27. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 01.02.2009 - 26.04.2009 im Museum Kurhaus Kleve.

Beyond Eagles Mere, 2001, Radierung und Lithographie,
55,9 x 76,2 cm, Museum Wiesbade

Das Museum Kurhaus Kleve würdigt einen wichtigen Aspekt des Werkes von Brice Marden: die Druckgraphik. Sie spielt eine Schlüsselrolle im Schaffensprozess des Künstlers, ist aber – mit Ausnahme einer Ausstellung in der Londoner Tate Gallery 1992 – noch nie in großem Maßstab vorgestellt worden. Auch die vom Museum of Modern Art, New York, vorbereitete und 2007 in der Nationalgalerie Berlin, Hamburger Bahnhof, gezeigte Retrospektive hatte ihn ausgeblendet.

Mit rund 100 druckgraphischen Arbeiten, die ergänzt werden durch ausgewählte Zeichnungen und Gemälde, macht die Ausstellung Brice Mardens einzigartige Leistung als Graphiker erfahrbar – und gibt zugleich einen repräsentativen Überblick über die Intentionen seiner Arbeit und die Entwicklung seines Werks von den sechziger Jahren bis heute. Dabei zeigt sich, dass die Druckgraphik für den Künstler keineswegs ein nebensächliches oder gar der Malerei untergeordnetes Medium ist, sondern vielmehr eine Ausdrucksform von eigenem Rang. Immer wieder leitet Marden entscheidende Schritte in seinem Werk mit Radierungen, Lithographien oder Siebdrucke ein. Der experimentelle Umgang mit diesen handwerklich anspruchsvollen Techniken ist ein in seiner Bedeutung kaum zu überschätzender Stimulus für sein Schaffen.

Die Ausstellung „Brice Marden – Retrospektive der Druckgraphik“ wurde konzipiert vom Museum Wiesbaden, wo sie vom 28.09.08 bis zum 18.01.09 zu sehen ist. Das Museum Kurhaus Kleve kann sie als zweite und letzte Station präsentieren.

Brice Marden (geboren 1938 in Bronxville, lebt in New York) zählt zu den international renommiertesten Vertretern der abstrakten Malerei in den USA. Seit den 1960er Jahren hat er ein Werk entfaltet, das, fußend auf dem Abstrakten Expressionismus, von der Kraft der Farbe und von der Dynamik der Linie handelt, das subjektives Erleben in bestechend einfache und dennoch hoch komplexe Formen gießt, das einerseits von tiefem Verständnis für die Natur durchdrungen und andererseits an der intensiven Beschäftigung mit europäischer und fernöstlicher Geschichte und Kultur gewachsen ist. Mit der Ausstellung von Brice Marden setzt das Museum Kurhaus Kleve eine Reihe von Präsentationen herausragender amerikanischer Künstler fort, die 1999 mit einer Retrospektive der Druckgraphik von Richard Serra begann und bisher u. a. Ausstellungen von Mark Tansey (2005) und Robert Indiana (2007) umfasste.

Adresse:
Museum Kurhaus Kleve - Ewald Mataré-Sammlung
Tiergartenstraße 41
D-47533 Kleve
Kontakt:
Tel: +49-(0)2821-750 10
Fax: +49-(0)2821-750 111
E-Mail: info [at] museumkurhaus.de

Ausstellung / Hamburg: Edgar Degas - Intimität und Pose

Dienstag, 27. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 06.02.2009 - 03.05.2009 in der Hamburger Kunsthalle.

Edgar Degas, Vor dem Spiegel, um 1889,
Hamburger Kunsthalle

Zeitlebens schuf der französische Impressionist Edgar Degas (1834-1917) neben seinen bekannten Pastellen und Gemälden auch zahlreiche Plastiken, die er jedoch der breiten Öffentlichkeit vorenthielt. Erst kurz nach seinem Tod konnten die Tänzerinnen, Badenden und Rennpferde, die er aus Wachs modelliert hatte, gesichert und 1919 in Bronze gegossen werden. Die Ausstellung Intimität und Pose zeigt den kompletten Bestand der 73 Originalabgüsse. Zu seinen Lebzeiten hatte Degas nur eine der Wachsfiguren präsentiert: Die kleine Tänzerin von 14 Jahren erregte 1881 auf der sechsten Impressionisten-Ausstellung mit ihrem ungewöhnlichen Naturalismus großes Aufsehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Degas’ einzigartige Perspektive auf den weiblichen Körper. Denn anders als viele seiner Zeitgenossen richtete der Bildhauer Degas seinen Blick nicht primär auf die inszenierte Pose, sondern auf die Körperhaltungen und Bewegungen im unbeobachteten Moment. Das Resultat seiner Arbeit sind „intime Posen“: Tänzerinnen, die Ballettpositionen proben, ihre Schuhe schnüren oder ihre Füße betrachten, und Frauen beim Kämmen oder Waschen.

Degas zeigt vor allem die Frauen hinter der Bühne und bei der Toilette und befasst sich mit der Arbeit, die sie vor dem Auftritt in der Öffentlichkeit in ihren Körper investieren müssen. Die Pflege und Disziplinierung der Körper, aber auch entspannte Momente werden so sichtbar. Diese für seine Zeit außergewöhnliche, zuweilen Betrachter und Kritiker schockierende Sicht auf den ungeschönten Körper und seine Herrichtung wird auch in der reichen Auswahl an Zeichnungen, Pastellen und Gemälden behandelt, die die Bronzeskulpturen ergänzen.

Degas hat über seine Frauendarstellungen einmal bemerkt: „Bislang ist der Akt immer in Posen dargestellt worden, die ein Publikum voraussetzen, aber diese Frauen sind ehrbare, einfache Menschen, die sich allein für ihren körperlichen Zustand interessieren. Es ist, als ob man durch ein Schlüsselloch schaut.“ Die Intimität des Augenblicks ist jedoch in seinem Werk keineswegs entblößend. Mit distanziertem Blick hält Degas vielmehr den besonderen Ausdruck der Posen fest. Der Verzicht auf die Inszenierung des Weiblichen zugunsten der Ästhetik der Skulptur und des Bildes trägt revolutionäre Züge.

Pressetermin: Donnerstag, 5. Februar 2009, 11 Uhr
Eröffnung: Freitag, 6. Februar 2009, 19 Uhr

Museum für Kunst und Gewerbe Zentraler Omnibus Bahnhof Hauptbahnhof Deichtorhallen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 21 Uhr
Montag geschlossen

Adresse:
Hamburger Kunsthalle
Stiftung öffentlichen Rechts
Glockengießerwall
20095 Hamburg
Kontakt:
Telefon ++49 (0) 40 428 131 200
Telefax ++49 (0) 40 428 54 34 09
E-Mail info@hamburger-kunsthalle.de
Internet www.hamburger-kunsthalle.de

News: Deutsche Fotokunst auf den Spuren Hollywoods

Montag, 26. Januar 2009

Was passiert, wenn klassische Fotografie, 3D Art und Science Fiction aufeinander treffen? Diese Frage stellte sich Sandro Wagner, Fotokünstler aus Aachen. Voller Enthusiasmus begab sich Wagner an die praktische Umsetzung. „Fernab von den traditionellen Methoden der Studio-Fotografie wollte ich mit unkonventionellen Methoden neue Effekte erzielen“, so Wagner.

Das Ergebnis ist eine Fotoreihe namens TAKING EARTH, basierend auf H.G. Wells Science Fiction Roman „War of the Worlds“, der von der drohende Zerstörung der Menschheit durch die Marsianer erzählt. „Das Thema Alien-Invasion hat über die Jahre nichts von seiner Faszination verloren und bleibt weiterhin spannend“, erklärt Wagner. Um das Ganze so authentisch wie möglich rüberzubringen, wurden die Aufnahmen nicht wie vorerst geplant im Studio gemacht, sondern auf einem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt der Royal Air Force bei Erkelenz. Drei Monate dauerte die Entstehungsphase von TAKING EARTH - allein zwei Drittel der Zeit wurde in die Nachbearbeitung der Bilder investiert. „Das Experimentieren mit neuen Ansätzen der 3D Art ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts, da sich auf diese Weise Bilder von äußerst real anmutenden Robotern erstellen lassen.“ Neben den visuellen Effekten sorgen neun Darsteller für die Vermittlung der passenden Endzeitstimmung. Inspiration holte sich Wagner von der Verfilmung des Klassikers aus dem Jahr 1953. Der modernere Spielberg-Film aus dem Jahre 2005 mit Tom Cruise in der Hauptrolle war für die Entstehung dieses Projekts nicht relevant. Wagner: „Neuere Verfilmungen sind viel zu stark von dem Blockbuster-Stil beeinflusst: viel Action und dafür wenig Gedanken bei der Konzeptentwicklung.“

Die insgesamt 25 Bilder des Projekts sind im Internet unter www.takingearth.com zu sehen. Wer einen Blick hinter die Kulissen erhaschen möchte, findet dort zusätzliche Fotos vom Making of – und das ist nicht weniger spannend als das Projekt selbst!