Archiv für die Kategorie „Internationale Kunstausstellungen“

Ausstellung / Malerei / Wien: RAUM IM BILD - Interieurmalerei 1500 bis 1900

Samstag, 4. April 2009

Die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum (Saal VIII) in Wien läuft noch bis zum 12. Juli 2009.

Unter Interieur verstehen wir die Darstellung von Innenräumen. Es ist damit die vielseitigste Bildgattung der Malerei überhaupt. Die so bezeichneten Bilder erzählen vom Lebensraum des Menschen, seinem privaten Milieu, seiner Arbeitswelt und seiner häuslichen Intimität. Sie schildern den Alltag in all seiner Poesie und Fülle seiner oft gewöhnlichen, zuweilen komischen oder auch tragischen Momente. Neben der künstlerischen Herausforderung, mit Hilfe von Perspektive und Lichtführung die Illusion eines Innenraums entstehen zu lassen, wird die Lebenswirklichkeit in ihrer realen Drastik, in ironischer Brechung und als moralische Ermahnung dargestellt. Das Bild des Innenraums kann das Portrait mit dem Stilleben, die Heiligenlegende mit einer profanen Werkstatt, das sichtlich Erfundene mit der peniblen Dokumentation verbinden. Es kann mit ausgeklügelter Symbolik aus der Vielfalt der im Haus zur Verfügung stehenden Gegenstände ganze Geschichten erzählen oder die Dinge einfach nur zur Freude an ihrem Dasein als Farbe und Form ins Bild setzen.

Die Ausstellungsobjekte stammen aus der Gemäldegalerie des KHM, sowie aus anderen Wiener Museen: Belvedere, Albertina, Liechtenstein-Museum und Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste.

Kuratiert von Direktor Dr. Karl Schütz

Adresse:
Kunsthistorisches Museum
Maria Theresien-Platz
A-1010 Wien
Kontakt:
+43 1 525 24- 4025
info@khm.at

Ausstellung / Modern Art / Bern: Tracey Emin. 20 Years

Mittwoch, 25. März 2009

Die Ausstellung im Kunstmuseum in Bern läuft noch bis zum 21. Juni 2009.

Star der Kunstszene zwischen Provokation und persönlicher Tragik

Tracey Emin gehört zu den berühmtesten britischen Künstlern der Gegenwart. Die erste grosse Retrospektive gibt einen Überblick über ihre Karriere von den späten 1980er Jahren bis heute. Es ist die bislang umfangreichste und bedeutendste Tracey Emin-Ausstellung, welche von der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh zusammengestellt wurde und als erste Einzelausstellung überhaupt in der Schweiz gezeigt wird. Das Kunstmuseum Bern bietet die einzigartige Gelegenheit, aktuelle und jüngere Werke in Gegenüberstellung zu erleben und durch den Dunst von Glamour und persönlicher Tragik, welche den Star Tracey Emin umgeben, hindurchzuschauen.

1963 in London geboren wurde Tracey Emin im Umfeld der Young British Artists (YBA) entdeckt und erreichte mit ihren kompromisslos autobiografischen Werken rasch ein grosses Publikum. In ihrer Heimat geniesst Tracey Emin grossen Prominentenstatus. Ihre Werke werden von bekannten Persönlichkeiten gesammelt und sie ist immer wieder ein beliebter Gast auf Parties und in Talk-Shows. Regelmässig erscheint ihre persönliche Zeitungskolumne im „The Independent“.

Emin absolvierte ihre Ausbildung am Maidstone College of Art und am Royal College of Art in London und hatte ab 1998 internationale Ausstellungserfolge in Amsterdam, New York, Sydney, Tokyo, München und Istanbul. Sie wurde 2007 Mitglied der Royal Academy of Arts und bespielte im selben Jahr den Britischen Pavillon an der Biennale in Venedig.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung in Bern gehört zweifellos My Bed – das ungemachte Bett der Künstlerin –, vielleicht das bekannteste Werk Emins überhaupt, das 1999 als Beitrag bei der Turner Prize-Ausstellung einen Skandal hervorrief. Aber auch weitere Werke, in denen Emin ihre sexuelle Vergangenheit, ihre fehlende Schulbildung, ihre Alkoholexzesse sowie ihre Kinderlosigkeit thematisiert, sind nicht minder provokant und fordern eine stete Neubestimmung der Arbeiten zwischen reinem Selbstzeugnis und Kunstwerk.

Präsentiert wird eine breite Vielfalt an Medien: von Emins grossformatigen bestickten Stoffbildern bis zu Videofilmen, von Neonarbeiten und grossräumigen Installationen bis zu intimen Zeichnungen, Monotypien und lichten Gemälden.

Kuratoren
Kathleen Bühler (Kunstmuseum Bern), Isabel Fluri (Kunstmuseum Bern, Assistenz), Patrick Elliott (Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh

Stationen der Ausstellung
Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh (2.8.-9.11.2008), CAC Málaga, Centro de Arte Contemporáneo de Málaga (28.11.2008-22.02.2009), Kunstmuseum Bern (19.3. - 21.6.2009)

Agenda
Öffentliche Führung in Deutsch Dienstag, 31. März, 14. April, 28. April, 12. Mai, 26. Mai, 9. Juni, 16. Juni, 19h Kunst über Mittag Mittwochs, 12h30 – 13h Einführung für Lehrpersonen Dienstag, 17. März, 18h und Mittwoch, 18 März, 14h Vortrag Prof. Dr. Peter Schneemann Dienstag, 28. April, 20h Vortrag Prof. Dr. Philip Ursprung Dienstag, 12. Mai, 20h Symposium Samstag, 16. Mai, 10 – 18h Public Guided Tours in English Tuesday, May 5 and June 2, 19h30 Podiumsgespräch „Unangepasst erfolgreich“: Donnerstag, 11. Juni, 19h30 Vortrag Dr. Antje Krause-Wahl Dienstag, 16. Juni, 20h Filmprogramm im Kino Kunstmuseum siehe www.kinokunstmuseum.ch

Adresse:
Kunstmuseum Bern

Hodlerstrasse 12

3000 Bern 7

Kontakt:
Tel +41 31 328 09 44
Fax +41 31 328 09 55

Ausstellung / Filmkunst / Wien: Fahrstuhl zum Schafott - Violette & Miles Davis, Dashiell Hammett, John Huston, Weegee

Dienstag, 17. März 2009

Die Ausstellung i ist vom 20.03.2009 - 03.05.2009 in der Kunsthalle Wien zu sehen.

In den Romanen und Filmen, die dem „Noir“-Genre zugerechnet werden, treibe die Handlung oft auf Schauplätze hinaus, die hinter einer besonderen Grenze in der symbolischen Ordnung liegen, schreibt der Kulturtheoretiker Frederic Jameson. Er spricht von Orten, die das städtische Zeichensystem nicht mehr erfasst und die gewissermaßen einer Gegenwelt angehören, außerhalb von Zeit und Raum, in einer anderen Dimension. In dieser existentiellen „Twilight Zone“, wo Lüge und Wahrheit, Verbrechen und Gerechtigkeit, sexueller Exzess und bürgerliche Moral ausfransen und sich zu neuen gesellschaftlichen Paralleluniversen organisieren, siedelt sich die Ausstellung Fahrstuhl zum Schafott an. Die Kuratoren Banks Violette und Gerald Matt präsentieren die Künstler Banks Violette, Miles Davis, John Huston und Weegee. Es ist der Versuch, den Komplex Noir in seinen Ambivalenzen, Widersprüchen, moralischen Ambiguitäten, aber auch in seinem fatalen Verführungszauber durch die Genres Kunst, Literatur, Film und Musik durchzudeklinieren und in seiner existentiellen Abgründigkeit zwischen Alptraum und Weltverlust auszuloten.
Die Verfilmung des Dashiell Hammett Romans Der Malteser Falke (1930) begründet die amerikanische Schwarze Serie, die das Bild einer Gesellschaft zeichnet, in der desillusionierte Anti-Helden das Gute negieren und den Glauben an das Glück verloren haben. In der Figur des hartgesottenen Privatdetektivs werden sie selbst zu Akteuren des illegalen Milieus und auch wenn Kamera und Belichtung auf ästhetischer Ebene klar umrissene Schwarz-weiß- Szenarien schaffen, so lösen sich die Zuschreibungen von Gut und Böse, Schuld und Unschuld auf und Rollen von Opfer, Täter oder Zeuge changieren. John Hustons filmische Adaption von 1941 machte Humphrey Bogart berühmt und gilt als einer der herausragenden Detektivfilme der klassischen Noir-Periode Hollywoods, der ein ganzes Genre maßgeblich geprägt hat.
Die Musik des Jazzstars Miles Davis zum Neo-Noir-Klassiker Fahrstuhl zum Schafott (1958) von Louis Malle verknüpft die rauen Synkopen der hartgesottenen amerikanischen Detektivfilme aus den dreißiger Jahren mit einem zutiefst europäischen „Cool“, das sich vom Existentialismus und dem Gefühl der Geworfenheit nährt. Wenn die Trompete Jeanne Moreaus verzweifelte nächtliche Suche nach ihrem verschwundenen Geliebten epigrammatisch kommentiert, dann entsteht eine Reibungshitze zwischen Bild und Ton, die, weit über die Handlung des Films hinaus, vom Gemütszustand einer desorientierten Nachkriegsgeneration zwischen Indochina- und Algerien-Krieg spricht. Grauzonen herkömmlicher Moral fand der Fotograf Weegee in New York City. Als Paparazzo und freier Polizeifotograf, der sich selbst den Beinamen „the famous“ gab, war er auf der Jagd nach der sensationellsten Aufnahme meist als erster zur Stelle, wenn irgendwo in Manhattan ein Mord geschehen war. Er hinterließ tausende, zwischen den frühen 1930er und 1950er Jahren entstandene Fotografien von Mördern und Ermordeten, Gangstern und Schaulustigen. „Naked City“ nannte er seinen Schauplatz, in dem eine Typologie des Bösen, eine Ikonografie des Verbrechens angelegt schien. Weegee war dabei nicht nur ein herausragender Dokumentarist seiner Zeit und ihrer Gesellschaft, sondern auch Schöpfer der eigenen Settings. Er manipulierte Motive und Aufnahmen, arrangierte Leichen und übermalte Fotografien.
Der junge New Yorker Künstler Banks Violette greift in seinen skulpturalen und installativen Arbeiten Aspekte der Noir-Tradition auf – das namenlose Grauen, den Amoralismus, den Hang zur Gewalt als Antithese zur bürgerlichen Ausgewogenheit – aber er verschiebt sie ins Milieu schwarzromantischer Jugendkulturen der letzten zwanzig Jahre wie Black Metal oder Neo Goth. Dabei interessiert sich der Künstler für die Ästhetisierung des „Bösen“ als Teil eines zutiefst amerikanischen und bis heute wirksamen kulturellen Phänomens. Mit ihren glänzenden Materialien erscheinen die Arbeiten von Banks Violette wie luxuriöse Objekte der Verführung. „It’s a devils advocate position. … look if you’re finding arson beautiful, if you’re finding death beautiful, then there is some trigger in there”, sagt Banks Violette. Den kontroversiellen Charakter seiner zeitgenössischen künstlerischen Mahnmale charakterisiert er mit der Frage „How do you make a crime beautiful?“ – fast eine Paraphrase auf Weegees Demonstration 1948 am Institute of Design in Chicago „How to photograph a corpse“. Banks Violette kollaboriert mit Metal-Bands wie Darkthrone oder Celtic Frost. Zu seinen Vernissagen performt die Band Sunn O))), deren Leader Stephen O’Malley für einige seiner Arbeiten Soundtracks komponiert hat. Feuer, Metall, Spiegel, Lack und Kunststoffe werden als Spuren vergangener Events ästhetisch produktiv gemacht und wenden konventionelle Kategorien von Schönheit und Moral in ihr Gegenteil.

Kuratoren: Banks Violette und Gerald Matt

Filmprogramm: Die Ausstellung wird von einem Filmprogramm in Kooperation mit dem Topkino begleitet. Gezeigt werden die Filme Fahrstuhl zum Schafott von Louis Malle (1958), The Naked City von Jules Dassin (1948) und The Maltese Falcon von John Huston (1941)

Katalog: Begleitend zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst Nürnberg ein Katalog mit Texten von Harold Schechter, Gaby Hartel, Norbert Schmitz, Luc Sante, Thomas Mießgang und einem Interview mit Banks Violette von Gerald Matt. Ca. 140 Seiten, ca. 100 s/w und farbige Abbildungen. Hg. Kunsthalle Wien, Gerald Matt.

Pressekonferenz: Donnerstag, 19. März, 10 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 19. März 2009, 19 Uhr

Adresse:
Kunsthalle Wien
Museumsplatz 1
1070 Wien
Kontakt:
Infoline +43-1-52189-33
www.kunsthallewien.at
Täglich 10 - 19 Uhr, Do 10 - 22 Uhr

Ausstellung / Malerei / Luzern: Giacomo Santiago Rogado. first second patience

Mittwoch, 11. März 2009

Die Ausstellung im Kunstmuseum Luzern läuft noch bis14. Juni 2009.

Das Kunstmuseum Luzern zeigt vom 6. März bis 14. Juni 2009 die Ausstellung first second patience des Manor Kunstpreisträgers Giacomo Santiago Rogado.
Alle zwei Jahre wird der 1982 von Philippe Nordmann in Luzern begründete Kunstförderpreis in elf Schweizer Regionen an junge, aufstrebende, regionale Künstler vergeben. Aufgrund der namhaften Repräsentation der bisherigen Preisträger behauptet sich der Manor Kunstpreis als einer der wichtigsten privaten Kunstförderungsinstrumente der Schweiz, der vielen Künstlern bereits zu internationalem Durchbruch verholfen hat. Nebst einem Geldbetrag von 15′000 Franken ist der Preis mit einer Ausstellung in einem lokalen Kunstmuseum sowie einem begleitenden Katalog verbunden.

Als Austragungsinstitution konnte das Kunstmuseum Luzern die Kandidatensuche des Manor Kunstpreises 2009 erstmals auf die gesamte Zentralschweiz ausdehnen. Die paritätisch zusammengesetzte Jury entschied sich für die Auszeichnung des 1979 in Luzern geborenen, heute in Kriens wohnhaften Giacomo Santiago Rogado. Mit seiner Diplomierung 2005 schloss der Maler seine künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern ab. Bereits 2007 wurde sein Werk mit dem Eidgenössischen Kunstpreis ausgezeichnet. Seither ist sein Schaffen von einer schöpferischen Kontinuität bestimmt, die sich in einem umfangreichen Gesamtwerk darbietet. Dieses stösst auf eine wachsende Aufmerksamkeit, die sich in einer sowohl nationalen als auch internationalen Ausstellungstätigkeit äussert.

Mit first second patience präsentiert Rogado seine zwei neuesten Werkgruppen, die er eigens für die mit dem Manor Kunstpreis verbundene Ausstellung im Kunstmuseum Luzern geschaffen hat. Die grossformatig angelegten fünfteiligen Werkgruppen Tactile und Patience dominieren mit ihrer streng geometrischen Konstruktion, rhythmischen Präzision und nahezu mathematisch abgestimmten Farbpaletten die zwei Ausstellungssäle und bilden ein geschlossenes Ensemble.

Die mit Patience betitelte Bildfolge präsentiert die programmatische Entfaltung eines metaphorisch ‚schwarzes Lochs’, welches sich progressiv ausweitet und schliesslich im Himmelsmotiv Affinity ausklingt. Ein dynamisches Zusammenspiel von Farbklängen und Geometrien stellt Rogado mit der Bildfolge Tactile her. Lineare Abgrenzungen von differenziert gewählten Farbtönen ergeben bunte Farbmosaike von strenger Regelmässigkeit, die eine Vielfalt von räumlichen Tiefenwirkungen und optischen Täuschungen erzeugen.

Rogado komponiert in dieser Ausstellung nicht nur geometrische Farbvariationen, die mit der Wahrnehmung spielen, sondern vereinigt diese mit dem vermeintlich Gegensätzlichen: Sein abstraktes Werk setzt er spielerisch der figurativen Malerei gegenüber. So lächelt Lucia, eine filigrane retroästhetische Schönheit, von der Wand auf die abstrakten Kompositionen der ‚schwarzen Löcher’ und fordert bei ihrer Betrachtung etwas mehr Geduld – first, second, patience.

Ausstellungskatalog:
Der monografische Katalog zeigt einen umfassenden Einblick in eine magische Welt von strengen Geometrien, grotesker Zeichnung sowie traditioneller und experimenteller Malerei - allesamt faszinierende Möglichkeiten, sich Grenzen anzunähern, um sie dann aufzulösen.
Giacomo Santiago Rogado first, second, patience, mit Texten von Konrad Bitterli, Magdalena Kröner und Ursula Pia Jauch, deutsch/englisch, Bielefeld: Kerber Verlag, 2009, 132 Seiten, mit zahlreichen Farbabbildungen, ISBN 978-3-86678-246-4, CHF 48.-

Edition:
Metapatience 2009, Öl auf Leinwand, 40 x 35 cm, 10 Exemplare + 3 AP. CHF 600.-

Sonntag, 22. März, 11 Uhr
„Mit den Augen der Kuratorin” - Rundgang durch die Ausstellung mit Katja Lenz.

Dienstag, 7. April, 18 Uhr
Rogado, ein Künstler zwischen Neo-Romantik und Op-Art? Peter Fischer im Gespräch mit der Philosophin Prof. Ursula Pia Jauch

Adresse:
Kunstmuseum Luzern
Museum of Art Lucerne
Europaplatz 1 (KKL Level K)
CH-6002 Luzern
Tel. +41 (0) 41 226 78 00
Fax +41 (0) 41 226 78 01
info@kunstmuseumluzern.ch

Ausstellung / Grafik / Linz: Michaela Melián - Speicher

Dienstag, 10. März 2009

Die Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz läuft noch bis zum 02.06.2009.

Michaela Melián ist bildende Künstlerin und Musikerin. Sie drückt sich in unterschiedlichen Medien aus, in Installationen, Objekten, Zeichnungen und Musik. Meliáns Interesse gilt der Politik von Erinnerung und dem Weiterwirken zeitgeschichtlicher Phänomene. Die installativen Arbeiten inszenieren ein komplexes Verweissystem vielschichtiger Erinnerungsfelder.

Im Zentrum der Ausstellung im Lentos steht die neue Arbeit SPEICHER. Thematischer und formaler Ausgangspunkt für SPEICHER ist VariaVision – Unendliche Fahrt, eine 1965 realisierte, heute verschollene intermediale Arbeit von Alexander Kluge (Texte), Edgar Reitz (Filme) und Josef Anton Riedl (Musik) zum Thema des Reisens. VariaVision bot als Rauminstallation mit gleichzeitigem Vorführen und Wiedergeben von Filmen, mehrkanaliger Musik und Sprache eine neue und andere Wahrnehmung von Musik, Film und Text. Reitz und Kluge unterrichteten an der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG), die in der kurzen Zeit ihres Bestehens zwischen 1953 und 1968 maßgeblich die deutsche und internationale Design-, Kunst- und Mediengeschichte geprägt hat.

In der Hochschule stand ab 1963 eines der ersten elektronischen Studios in Westdeutschland, das 1959 in München gegründete Siemens-Studio für elektronische Musik. Das Studio mit seinen neuen, rein elektronisch erzeugten Klängen wurde sehr erfolgreich von internationalen Komponisten und Musikproduzenten genutzt. Heute ist es im Deutschen Museum München ausgestellt.

Für SPEICHER bringt Michaela Melián das Studio im Deutschen Museum München noch einmal zum Klingen. Diese Klänge, Töne, Geräusche werden aufgezeichnet und bilden die Basis für eine neue Komposition. In sie eingebettet ertönt eine vielstimmige Collage, ein Textkonvolut zum Thema Reisen und Bewegung. In SPEICHER wird nicht linear erzählt, sondern Themen, Geschichten und Zeitebenen verschränken sich in tönenden Schleifen und Spiralen mit dem Heute.

Mit SPEICHER realisiert Melián eine Raumsituation, die die Konzeption von VariaVision mittels Projektionen und Wandzeichnungen, Stimme und Musik aufgreift. Die BesucherInnen erleben sich dynamisch als Teil dieser Installation.

Die Installation SPEICHER wird ergänzt durch die Arbeit RÜCKSPIEGEL, eine fünfteilige Videoinstallation, für die Melián die seinerzeitigen Protagonisten aus dem Produktionsumfeld von VariaVision interviewt hat. In den, von Schauspielern wiedergegebenen, Interviewpassagen wird die historische, mittlerweile obsolete Verbindung zwischen künstlerischer Moderne, Technikeuphorie und gesellschaftsverändernden Motivationen reflektiert.
Ein spezifisch für den Ausstellungsraum angefertigtes großformatiges WANDBILD sowie einige – in Meliáns Werk typische – mit der Nähmaschine hergestellte Zeichnungen und andere Arbeiten auf Papier ergänzen die Präsentation.

In Kooperation mit dem Ulmer Museum und der Cubitt Gallery, London.
Zu den Ausstellungen ist im Koenig Books Verlag, London ein zweisprachiger Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und Textbeiträgen von Jan Verwoert, Brigitte Reinhardt, Stella Rollig und Bart van der Heide erschienen.

Öffnungszeiten tägl. 10-18 Uhr; Do 10-21 Uhr
Eintritt € 6,50, ermäßigt € 4,50

Führungen So, 29. März, 16 Uhr; Do, 23. April, 19 Uhr; Do, 28. Mai, 19 Uhr
Ausstellungsgespräch mit Direktorin Stella Rollig: Do, 12. März, 19 Uhr

Pressekonferenz 4. März 2009, 10 Uhr
GesprächspartnerInnen bei der Pressekonferenz:
Stella Rollig, Direktorin des Lentos Kunstmuseum Linz
Michaela Melián, Künstlerin

Adresse:
Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
4020 Linz
Kontakt:
Tel.: +43(0)732/7070/3600 bzw. 3614
Fax: +43(0)732/7070/3604
info@lentos.at

Ausstellung / Malerei / Salzburg: Nancy Spero - Woman as Protagonist

Dienstag, 10. März 2009

Die Ausstellung im Museum der Moderne (Mönchsberg) in Salzburg läuft noch bis zum 14.6.2009.

Der Herbert-Boeckl-Preis für Internationale Malerei wird vom Verein der Freunde und Förderer des Museum der Moderne Salzburg als Anerkennungspreis an eine renommierte Persönlichkeit der internationalen Kunstszene vergeben. Mit einer Dotierung von €20.000 ist er einer der höchsten privat finanzierten Kunstpreise Österreichs. Mit der Nominierung der amerikanischen Künstlerin Nancy Spero (*1926, Cleveland, USA) wird nach Pierre Alechinsky (1988), Emil Schumacher (1990), Matta (1992), Antoni Tàpies (1994), Cy Twombly (1996), Corneille (1999), Per Kirkeby (2003) und Zdenek Sykora (2005) erstmals eine Frau für ihr Lebenswerk geehrt.

«What I am doing is that I am trying to rewrite the imaging of women through historical time.»
Nancy Spero, 1993

Der Ärger über die Unsichtbarkeit ihrer Person und ihres künstlerischen Schaffens, die mangelnde Wahrnehmung und Präsenz von Künstlerinnen im internationalen, insbesondere im US-amerikanischen Kunstbetrieb und ein immenses politisches Engagement waren und sind die Triebfedern im Schaffen Nancy Speros.
Lange Jahre stand die Absolventin der School of the Art Institute of Chicago im Schatten ihres Mannes, des Malers Leon Golub (1922-2004). In den Jahren nach 1952 entstanden die so genannten Black Paintings – Malereien, die eine nach innen gekehrte, existentielle Expression darstellen und vornehmlich in den Nachtstunden entstanden, in denen sie sich frei von den Pflichten als Mutter und Ehefrau fühlte.
Durch die Übersiedlung der Familie nach New York 1964 wurde Nancy Spero mit dem Vietnamkrieg und dem Civil Rights Movement konfrontiert, die in ihrem Werk eine Zäsur hervorriefen und zur Entstehung zahlreicher Arbeiten auf Papier unter dem Titel War Series beitrugen. Sie sind symbolträchtiges Sinnbild für die Zerstörungskraft des Krieges, die Kollision von Macht und Sexualität sowie für die Rolle des Mannes als Aggressor und Zerstörer und der Frau als „Ernährerin“ des Krieges durch ihre Entsendung der Männer, Geliebten und Söhne. Bewusst setzt Spero in diesen Werken schockierende, sexuell-aggressive Bilder ein. Den Grund, warum ihre Arbeiten nur in wenigen Antikriegsausstellungen inkludiert wurden, sieht Spero im vorherrschenden Minimalismus und der Pop Art, die für politische Kunst keinen Raum zuließen.
In den späten 1960er Jahren begann sich Nancy Spero auch künstlerisch mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft und in der Kunstwelt im Speziellen auseinander zu setzen und wurde als eine der ersten Aktivistinnen für die eine Generation jüngeren Mitstreiterinnen zu einem Vorbild. Sie war Mitglied wichtiger Vereinigungen wie Art Workers Coalition (1968-69), Women Artists in Revolution (1969) und 1971 ein Gründungsmitglied der ersten genossenschaftlichen Galerie für Frauen A.I.R. (Artists in Revolution) in SoHo. Ihre künstlerische Sprache, die sie bis heute weiterentwickelt hat, entstand im Zuge der Arbeit an den Artaud Paintings , dem Codex Artaud und Torture of Women in dieser Zeit: die Vereinigung von Text und Bild auf langen, codexartigen Papierrollen anhand von überarbeiteten Collagen und Handdrucken.

In den Schriften Artauds fand sie ihren eigenen Verdruss und Zorn über ihre Unsichtbarkeit wieder und vereinigte Artauds Texte mit ihrer eigenen Bildsprache zwischen Intimität und politisch motivierter Unmittelbarkeit, welche die Frau einerseits als Opfer von Krieg und Diktatur (über ihren Körper) aber auch als Akteurin präsentiert. Beginnend mit Darstellungen aus prähistorischer Zeit, der Zeit der Ägypter, Etrusker, über griechische, kelt ische und römische Göttinnen bis zu zeitgenössischen Bildern von Tänzerinnen und Sportlerinnen entwickelte sie eine piktografische Enzyklopädie weiblicher Körpergesten, die zum Sprachrohr für ihre politischen und gesellschaftskritischen Themen wurden. Mit den ersten Wandinstallationen der späten 1980er Jahre sprengt Nancy Spero die Grenzen ihres bis dato verwendeten Materials. Die Frau wird „Auslöserin“ und tritt an die Stelle des Mannes als Hauptakteur. Nancy Spero stellt sie auf eine Bühne – und damit auch ihre Rolle in der Geschichte seit der Vorzeit – und ermöglicht es ihr, sich von ihrem Körper zu befreien und sich frei zu bewegen.
Seit ihrer ersten retrospektiven Ausstellungen in den USA und Großbritannien 1987 zählt Nancy Spero zu den einflussreichsten KünstlerInnen der Gegenwartskunst: präzise und konfrontierend, stark und nonchalant zugleich.

Zu Ehren Nancy Spero’s und der wichtigen Rolle ihrer Arbeit für die Wahrnehmung von Frauen und Künstlerinnen im Speziellen gibt der Verein der Freunde und Förderer des MdM Salzburg eine Festschrift (€20,-) heraus, welche die Ausstellung im MdM Mönchsberg begleitet.

Kuratorin: Tina Teufel

Adresse:
MdM Salzburg,
Mönchsberg 32,
5020 Salzburg
Kontakt:
t +43.(0)662.84 22 20 - 601
f + 43.(0)662.84 22 20 - 701

Ausstellung / Malerei / St.Gallen: Elf Sammlungen für ein Museum - Vom Impressionismus zur Gegenwart

Donnerstag, 5. März 2009

Die Austellung ist noch bis zum 16.08.2009 im Kunstmuseum St.Gallen zu sehen.

Von Claude Monet bis Andy Warhol, von Ferdinand Hodler bis Sophie Taeuber-Arp, von Giovanni Giacometti bis Imi Knoebel … Obwohl kein Anspruch auf kunsthistorische Vollständigkeit besteht, zeichnet sich die Sammlung des Kunstmuseums St.Gallen durch dichte Werkgruppen und Meisterwerke von höchster Vollendung aus. Sie ist wesentlich von der Geschichte St.Gallens als Textil- und Handelsmetropole geprägt und verbindet sinnstiftend internationales mit nationalem und regionalem Kunstschaffen. Ihr unverwechselbares Profil erhält sie indes durch die herausragende kulturelle Leistung von Privatsammlern, die ihre in jahrelanger Passion zusammengetragenen Schätze dem Museum als grosszügige Schenkungen übergeben und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben.

Die Ausstellung 11 : 1 (+ 3) = Elf Sammlungen für ein Museum folgt einem losen kunsthistorischen Parcours, der vom Impressionismus bis zur Gegenwart reicht und mit dem berühmten Palazzo Contarini, Venedig (1908), einer der herausragenden Bildfindungen in Claude Monets Spätwerk, einsetzt. Das Gemälde steht exemplarisch für den Übergang vom Impressionismus zur Moderne. Begleitet wird die flimmernde Lichtmalerei von Max Liebermanns bedeutendem Atelier des Malers am Brandenburger Tor in Berlin (1902) und von Edvard Munchs Bildnis Dr. Wilhelm Wartmann (1923). Die Schweizer Kunst der Jahrhundertwende ist geprägt von Ferdinand Hodlers, der mit herausragenden Landschaftsbildern in der Sammlung vertreten ist, u. a. Das Breithorn von 1911. Die Hodler-Werkgruppe im Kunstmuseum St.Gallen hat durch bedeutende Neuzugänge wie einem eindrücklichen Landsknecht mit erhobenem Zweihänder (1895/96) und dem Thunersee mit Stockhornkette (um 1913) eine entscheidende Verdichtung und Aufwertung erfahren.

Die klassische Moderne ist durch erlesene Einzelwerke von Hans Arp, Max Ernst, Fernand Léger, Laszlo Moholy-Nagy, Le Corbusier, Sophie Taeuber-Arp oder Georges Vantongerloo vertreten, die mit dichten Werkgruppen des Poeten der modernen Kunst, Paul Klee, und des lyrischen Zeichners Julius Bissier konfrontiert werden. Letzterer leitet über zur Kunst der Nachkriegsmoderne, die mit den Zürcher Konkreten Max Bill oder Camille Graeser sowie insbesondere einer seltenen Gruppe von Nagelbildern Günther Ueckers erstrangig präsentiert ist.

Für die amerikanische Pop Art steht stellvertretend Andy Warhol mit seinem Gemälde Campbell’s Condensed Tomato Soup aus dem Jahr 1962, das trotz seines kleinen Formates eine Ikone der Kunst der 1960er Jahre wurde. Von da in die unmittelbare Gegenwart führen Gemälde und Skulpturen von James Rosenquist, Dieter Roth, Imi Knoebel oder On Kawara, die mit ihren einzigartigen Werkgruppen den Sammlungsrundgang fulminant beschliessen.

In der Ausstellung 11 : 1 (+ 3) stehen für einmal nicht nur die Meisterwerke im Zentrum, sondern ebenso die Sammlerinnen und Sammler, die Stifterinnen und Stifter. Damit folgt die Schau vor allem auch den Spuren der Sammlung und präsentiert einige der grosszügigsten Vergabungen privater Sammlerinnen und Sammler, die das Profil des Hauses wesentlich geprägt und mit ihren Schenkungen für künstlerische Highlights gesorgt haben. Erstrangige Bestände der Kunst der Jahrhundertwende verdankt das Kunstmuseum St.Gallen der Ernst Schürpf- und der Marie Müller-Guarnieri-Stiftung, der Sammlung des Zahnarztes Dr. Max Kuhn sowie der Kollektion von Martita und Walter A. Jöhr und der Sammlung von Simon und Charlotte Frick. Aus der Sammlung Erna und Curt Burgauer, den Schenkungen Marguerite Arp-Hagenbach, Lisbeth Bissier, Madeleine Kemeny und Annette Bühler sowie der Stiftung Franz Larese und Jörg Janett stammen Werke der klassischen Moderne und der unmittelbaren Nachkriegskunst, während die Schenkungen von Elena und Felix Buchmann, Dr. Heinrich E. Schmid sowie Rolf Ricke für die Kunst von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart stehen.

Mit 11 : 1 (+ 3) = Elf Sammlungen für ein Museum vermittelt das Kunstmuseum St.Gallen einen vertieften Einblick in die Grundstrukturen seiner einzigartigen Sammlung, die ohne das ausserordentliche private Engagement der portraitierten Sammlerinnen und Sammler nie ihren international hervorragenden Rang erlangt hätte.

Sonderpräsentation
Ab Mitte Mai werden im Rahmen der Ausstellung 11 : 1 (+ 3) = Elf Sammlungen für ein Museum zusätzlich Teile der bedeutenden Erwerbungen der Gesellschaft der Freunde bildender Kunst zu sehen sein, die mit ihren Ankäufen von Schweizer Kunst die Sammlung des Kunstmuseums seit Jahren bereichert.

Forschungsprojekt
Die Ausstellung 11 : 1 (+ 3) ist Teil des Nationalfondsforschungsprojektes eMotion – mapping museum experience.

eMotion ist ein Forschungs- und Medienkunstprojekt in den Bereichen Kultursoziologie und Kulturmanagement, Kunstvermittlung und Kunstrezeption, kuratorische Praxis und Museumsforschung, Medienkunst und Performance.

Untersucht wird die kognitive, emotionale und körperliche Wirkung des Kraftfeldes Museum und dessen Einfluss auf das implizite Entscheidungsverhalten der Besucher. Dabei werden wissenschaftliche und künstlerische Forschungs- und Darstellungsmethoden zu einem transdisziplinären Vorgehen integriert.

eMotion ist ein Forschungsprojekt des Instituts für Design- und Kunstforschung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW. Es wird durch den Schweizerischen Nationalfonds und Ubisense gefördert.

Kurator
Konrad Bitterli
Das Kunstmuseum St.Gallen
wird institutionell gefördert von Stadt und Kanton St.Gallen.
Veranstaltungen
Programminformationen unter www.kunstmuseumsg.ch

KünstlerInnen
Josef Albers, Cuno Amiet, Hans Arp, Max Bill, Julius Bissier, Dan Christensen, Le Corbusier, Max Ernst, Augusto Giacometti, Giovanni Giacometti, Camille Graeser, Ferdinand Hodler, On Kawara, Zoltan Kemeny, Paul Klee, Imi Knoebel, Hans Krüsi, Fernand Léger, Roy Lichtenstein, Max Liebermann, Claude Monet, Laszlo Moholy-Nagy, Edvard Munch, James Rosenquist, Dieter Roth, Oskar Schlemmer, Sophie Taeuber-Arp, Cy Twombly, Günther Uecker, Felix Vallotton, Georges Vantongerloo, Thomas Virnich, Andy Warhol, Walter Kurt, Wiemken, u.a.m.

Adresse:
Kunstmuseum St.Gallen
Museumstrasse 32
CH-9000 St.Gallen
Kontakt:
Tel +41.71.242 06 71
Fax +41.71.242 06 72
info@kunstmuseumsg.ch
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von
10 bis 17 Uhr
Mittwoch bis 20 Uhr

Ausstellung / Werbegrafik / Wien: Hans Neumann. Pionier der Werbeagenturen

Donnerstag, 5. März 2009

Die Ausstellung im MAK - Kunstblättersaal in Wien läuft noch bis zum 10.05.2009.

Hans Neumanns Arbeitsweise ist in vielerlei Hinsicht mit den Praktiken einer Werbeagentur im heutigen Sinne zu vergleichen. In seinem Atelier im „Stock im Eisen Platz“ in Wien schuf er ab 1919 Plakate, Inserate, Prospekte, aber auch eine Reihe von Notentitelblättern. Wiedererkennung seiner Werke im Sinne eines Corporate Designs erzielte er durch einen Atelierstempel (ab 1920). Wie kaum ein anderer prägte Neumann (1888–1960) mit seinen Plakaten das Wiener Stadtbild der 1920er und 1930er Jahre.

Mit fast 100 Plakaten besitzt das MAK eine der umfangreichsten Sammlungen dieses Ateliers, dessen Geschichte in der Ausstellung und die Vielfalt der Arbeiten des Studios dokumentiert werden. Zu sehen sind 35 Plakate und 20 Anzeigen. Für den Film Kleider machen Leute von Hans Steinhoff (1921) gestaltete Neumann nicht nur die Zwischentitel, sondern zeichnete für die gesamte Innenausstattung verantwortlich; im Rahmen der MAK-Ausstellung wird nach fast 90 Jahren eine 10-minütige Sequenz des Filmes erstmals wieder gezeigt.

Durch den Aufschwung der österreichischen Filmindustrie in den 1920er Jahren und durch die Entwicklung zur modernen Konsumgesellschaft wurde das Plakat zum Massenkommunikationsmittel. Im Zuge dessen schuf das Atelier Hans Neumann Plakate mit hohem Wiedererkennungswert. Darüber hinaus wurde für Artikel des täglichen Bedarfs, Feste, Redouten, Messen, Ausstellungen etc. geworben. Sukzessive erweiterte das Atelier seine Produktion auf die Gestaltung von Adressen, Buchschmuck, Drucksachen, Geschäftseinrichtungen, Handelsmappen, Illustrationen, Innendekoration, Inserate, Kalender, Karikaturen, Kataloge, Kino-, Licht-, Sport- und Streckenreklame, Kleingraphik, Packungen, Schaufenster, Schilder, Signets sowie Warenzeichen.

Eines der bekanntesten, in der Ausstellung gezeigten Plakate ist jenes für Meinl-Kaffee (1929): Es stellt eine Frau mit Schiern im Schnee dar, die Kaffee aus einer Thermoskanne trinkt. Sie lehnt lässig, sogar lasziv an ihren Schistöcken. Die Ärmel der roten Bluse sind aufgekrempelt, die obersten beiden Knöpfe offen, die schwarze Hose betont die schlanke Taille und den stromlinienförmigen Hüftschwung. Sie genießt sichtlich den Kaffee – und einen flüchtigen Moment der Freiheit und Unabhängigkeit. Diese Frau ist nur scheinbar allein. Sie weiß, dass sie Betrachter und Betrachterin verführt. Neumanns Werke zeigen nicht nur Stereotype der 1920er oder 1930er Jahre – zu sehen ist, was wir seit Jahrzehnten kennen. Diese Frau könnte auch 2009 in einer Hochglanzanzeige zu sehen sein.

Hans Neumann studierte an der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt und an der Akademie der bildenden Künste bei Christian Griepenkerl und sammelte praktische Erfahrungen als Lithograph. Nach ersten Berufserfahrungen in Berlin, dem damals pulsierenden Zentrum der Künste (freiberuflich und beim Reklameverlag Ernst Marx), gründete er in Wien sein Atelier, das zu einem der größten im deutschsprachigen Raum avancierte. Wer sich als Grafiker einen Namen machen wollte, musste bei Neumann gearbeitet haben. Einen beruflichen Höhepunkt bildete der Gewinn eines international ausgeschriebenen Wettbewerbs für die Messe Leipzig 1925. Das Plakat wurde in mehreren Versionen und Sprachen ausgeführt und über Jahre als Standardplakat in Süd- und Südost-Europa verwendet.

Viele Plakate wurden auch international gezeigt, wie etwa Elector Piccolo, worauf ein kleiner Hotelpage mit stolzgeschwellter Brust den beworbenen Staubsauger bedient. Dieses Plakat wurde 1924 in der vom Londoner Verlag The Studio veröffentlichten Publikation Posters & Their Designers, einer Replique der besten internationalen Plakate, publiziert. Neumann konnte mit seinen humoristischen, stilisierten Figurenplakaten selbst im anglikanischen Sprachraum reüssieren.

In den 1930er Jahren entwickelte Neumann aus seinem Naturalismus heraus einen fast fotorealistischen Stil. Zu den Kunden der Agentur zählten u.a. Mercedes-Benz, Persil und Krupnik-Moden.

Im Jahr 1938 musste Hans Neumann vor den Nationalsozialisten fliehen, zuvor veranlasste er noch die Löschung seiner Firma im Handelsregister. Über London wanderte er nach Sydney, Australien, aus, wo er als Hans Newmann wieder als Grafiker Fuß fasste. 1957 kehrte er nach Wien zurück und starb am 19. November 1960.

Adresse:
1 MAK Österreichisches Museum für
angewandte Kunst / Gegenwartskunst

Stubenring 5, A-1010 Wien
Kontakt:
Tel. (+43-1) 711 36-0
Auskünfte zu Führungen, Veranstaltungen
Tel. (+43-1) 711 36-248
Pressebüro Tel. (+43-1) 711 36-229
Fax (+43-1) 713 10 26
Hotline (+43-1) 712 80 00
E-Mail [office@MAK.at]


Ausstellung / Salzburg: Georg Baselitz. Gemälde und Skulpturen 1960 – 2008

Dienstag, 24. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 28.2.2009 – 21.6.2009 im Museum der Moderne (Mönchsberg) in Salzburg.

„Immer wenn die Frage nach dem Verhältnis des Bildes zum Abbild ungeklärt bleibt, … wird etwas wertvoll Neues gewonnen.“
GEORG BASELITZ

In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler zeigt das MdM Mönchsberg einen Überblick über das OEuvre von Georg Baselitz (geboren 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz in der ehem. DDR) aus den Jahren 1960 bis 2008. Beinahe fünfzig Jahre umfassend, zeichnet sich das Schaffen von Georg Baselitz durch eine Vielzahl unterschiedlicher Phasen und Herangehensweisen aus. Er selbst bezeichnet diese als „Methoden“. Die Ausstellung im MdM Mönchsberg ist die erste Museumsretrospektive in Österreich seit 1992.

Schon in den frühen 1960er Jahren zeichnet sich Baselitz’ „Stil“ durch seine unkonventionelle Malweise und die irritierende und provokative Wahl aus. 1957 hat er die DDR und die Kunsthochschule Berlin-Weißensee wegen „staatsbürgerlicher Unreife“ verlassen müssen und begonnen, an der Hochschule der bildenden Künste in West -Berlin zu studieren.

1961 veröffentlicht er gemeinsam mit dem Malerfreund Eugen Schönebeck das „1. Pandämonische Manifest“, in dem er zum ersten Mal seine Haltung gegen das Stimmige und Konventionelle, die sein gesamtes OEuvre durchziehen, proklamiert. Baselitz’ Gemälde entstehen spontan, die Zeichnung existiert als eigene Werkgruppe parallel zur Malerei und Skulptur und fungiert nicht als Vorbereitung eines Gemäldes. Die Bilder sind von Anbeginn von einer groben Malweise und einem unkonventionellen Bildaufbau geprägt und klammern Regelmäßigkeit und festgelegte Kategorien beharrlich aus. Sinnbild für diese Haltung sind zunächst die Werke zum „Pandämonium“ sowie die „Idole“, vor allem aber die so genannten „neuen Typen“ – monumental aufgefasste Hirten, Helden, Künstler, Rebellen, die mit entsprechenden Attributen ausgestattet einen heroischen Kampf zu führen scheinen.

Die „Grüner“-Bilder, die zur gleichen Zeit entstehen, beziehen sich auf Baselitz’ Auseinandersetzung mit russischer Literatur und den darin thematisierten Revolten zwischen Rechten, Weißen, Roten und so genannten Grünen – den Partisanen. Die folgenden „Frakturbilder“ sind logische Folge der Auflösung der Form in den späten 1960er Jahren und reflektierten den Kubismus. Doch im Gegensatz zur Abstrahierung des Kubismus entscheidet sich Baselitz dafür seine Bilder zu zergliedern, aufzulösen. Er fügte die Fragmente jedoch nicht zusammen, sondern belässt deren einzelne Elemente als solche, als Frakturen sichtbar, wodurch er den eigentlichen Bildraum außer Kraft setzt.

Gegensatz und Widerspruch stehen seitdem im Zentrum von Georg Baselitz’ Schaffen. Ihm geht es primär um eine Opposition zur Konvention, zur Kunst als Objekt des täglichen Gebrauchs. Aus dieser Ansicht heraus sowie seiner Praxis, die Gemälde auf dem Boden liegend zu malen, entstehen die ersten Leinwände, die gedreht und „kopfüber“ gestellt werden als Widerspruch zu bereits Existierendem und Gewöhnlichem. Baselitz versteht sie als Umsetzung seiner damals aktuellen Denkmethode. Werner Spies spricht von Baselitz’ Bilderkosmos als „Kopfstand der Welt“. In den späten 1960er Jahren mischen sich Motive, die auf dem Kopf stehen mit jenen, die „normal“ positioniert sind, beispielsweise in dem bekannten Gemälde „B. für Larry“, 1967.

Die Werke von Baselitz werden somit gegenständlich und ungegenständlich zugleich. Das simpel anmutende Umkehren des Sujets abstrahiert es auf formale wie inhal tliche Weise.
In den 1970er Jahren beginnt er Werke in Fingermalerei-Technik zu schaffen, deren technische Bezeichnung auch im Titel auftritt. Motive sind Landschaften genauso wie Akte, Selbstbildnisse, Adler u.a. Aus dieser Malweise entsteht ein freierer Umgang mit Farbe und Material, welcher schließlich in den 1980er Jahren zu Werken führt, in denen Farbe und Form im Zentrum seiner „Methode“ stehen, das Sujet allerdings nach wie vor umgekehrt bleibt.

Mit den Bildern der 1990er Jahre verändert Baselitz erneut die Farbigkeit seiner Gemälde und führt eine leichte, pointilistisch inspirierte Maltechnik ein. Teil der seit den 1990er Jahren entstandenen Werke sind u.a. die „Russenbilder“, eigentliche Erinnerungsbilder, in denen er sich mit dem Sozialistischen Realismus, der offiziellen Ästhetik der ehemaligen Sowjetunion und der damit verbundenen Unterdrückung anderer künstlerischer Ausdrucksformen beschäftigt, die er in der DDR selbst zu spüren bekommen hat, und diese interpretiert. Im Gegensatz zum kompositorischen Horror Vacui der „Vorbilder“ haben seine Gemälde bewusst einen skizzenhaften Charakter, verzichten auf die Korrektur der Spuren, welche durch Farbdosen auf der Leinwand entstehen, und lassen Teile der Leinwand frei. Seine jüngste Werkreihe, die Baselitz als Remix-Bilder bezeichnet, bedeutet für ihn kein Kopieren älterer Werke, sondern versteht sich als Reminiszenz auf deren Bedeutung und als Aktualisierung eines Themas/Sujets, welches als solches nicht mehr wiederholbar, nur zeitgenössisch optimierbar ist. Das erste seiner Remix- Bilder bezieht sich auf das seinerzeitige Skandalbild „Die große Nacht im Eimer“ von 1963. „Bilder in Ordnung bringen“ nennt Baselitz die Methode zur Neubearbeitung älterer Sujets, in denen er auf viele Beispiele malerischer Tradition zurückgreift und diese immer wieder neu anordnet.

Exemplarisch für das skulpturale Schaffen, das seit Ende der 1970er Jahre parallel zur Malerei entsteht, werden fünf Plastiken inkludiert, von denen zwei - „Meine neue Mütze“, 2003, und „Frau Ultramarin“, 2004 - als Pendants entstanden sind und in Österreich erstmals gezeigt werden.

Mit der Entwicklung seines OEuvres beweißt Georg Baselitz, dass es auch in der oft todgesagten Malerei immer wieder neue Wege und Methoden gibt. Es straft die Aussage Lüge, dass „schon alles gemacht wurde“.

Publikation: Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im DuMont Buchverlag mit einem Vorwort von Toni Stooss, einem kunsthistorischen Essay von Rainer Michael Mason und einer Erzählung von Ingo Schulze. Die Publikation umfasst 208 Seiten inkl. 80 ganzseitiger Farbabbildungen.

Kurator: Toni Stooss
Kuratorische Assistenz: Tina Teufel

Medienrundgang: Fr 27.2.09, 11.00 Uhr
Eröffnung: Sa 28.2.09, 11.00 Uhr

Adresse:
Museum der Moderne Salzburg Mönchberg
Mönchsberg 32
5020 Salzburg
Kontakt:
Tel: +43.662.84.22.20-401
E-mail: www.museumdermoderne.at

Ausstellung / Glarus: Nina Fischer & Maroan el Sani - The Beauty of the Imperfect, Impermanent and Incomplete

Mittwoch, 18. Februar 2009

Die Ausstellung im Kunsthaus Glarus läuft noch bis zum 03.05.2009.

Nina Fischer & Maroan el Sani (*1965, 1966, leben in Berlin und Sapporo) arbeiten seit Beginn ihrer Zusammenarbeit 1993 mit den Medien Video und Film. Die Schauplätze der Videos und Filme des Berliner Künstlerpaares sind Orte, die von einer architektonischen Utopie oder einer städtebaulichen Vision geprägt sind. Einst Symbole gesellschaftlichen Aufbruchs, sind sie heute oft verlassene, teils verwitterte Ruinen oder ungenutzte Leerräume zwischen Vergangenheit und Zukunft. Fischer & el Sani lassen fiktive Akteure von diesen Kulissen Besitz nehmen. Sie füllen die leeren Utopien mit neuen Aktivitäten und Geschichten. Es entstehen filmische Neuinterpretationen der zugrunde liegenden Funktions- und Gesellschaftskonzepte mit vielfältigen Überlagerungen und Referenzen aus Film- oder Kunstgeschichte. Unsichtbares, Unheimliches und die Frage der Materialisierung von Gedanken, Erinnerung und Ängsten sind zentrale Motive in ihrer Arbeit. In der Ausstellung im Kunsthaus Glarus werden zwei Videoarbeiten, Fotografien und Paper Cuts gezeigt.

In der neuesten Arbeit Spelling Dystopia (2008), einer 2-Kanal-Videoinstallation, beschäftigen sich Fischer & el Sani mit der japanischen Insel Hashima, die aufgrund ihrer Geschichte - einem raschen Aufstieg und jähen Niedergang - eine globale Symbolkraft hat. Ursprünglich nur ein Fels im Meer vor Nagasaki, wurde ab 1887 auf der Insel Kohle abgebaut. 1916 wurde dort das erste Stahlbetonhochhaus Japans errichtet. Während des 2. Weltkriegs war sie Arbeitslager für Kriegsgefangene aus China und Korea. Nach dem Krieg hatte die kleinflächige Insel die höchste Bevölkerungsdichte der Welt, bevor sie 1974 aufgrund ihrer Ausbeutung entvölkert wurde. Seither ist die Insel unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Einer jüngeren Film- und Video- Generation ist der Ort bekannt als Geisterinsel und düsterer Drehort für dystopische Science-Fiction- Szenarios, etwa für den Film Battle Royale (Kinji Fukasaku, 2000) oder aus Manga, Anime und Videospielen. Die Videoarbeit verbindet auf einer gesprochenen Textebene Erinnerungen eines ehemaligen Bewohners der Insel mit Nacherzählungen von Schülerinnen zum Film Battle Royale. Für den Betrachter der Videos vermischen sich Realität und Fiktion zu komplexen Überlagerungen von Erinnerung. Die verwilderte Insel wird zum Projektionsfeld für vielerlei Geschichten. Ihre historische Geschichte verschwimmt zunehmend.

In der Arbeit The Rise (2007) setzten sich Nina Fischer & Maroan El Sani während eines Aufenthaltes in Amsterdam mit dem neuen Hochhausviertel Zuidas (Südachse) auseinander, das entlang der Ringautobahn im Süden Amsterdams nach klassischen Visionen der modernen Metropole entsteht. Auf einer Fluchttreppe am Büroturm des Architekten Rafael Viñoly, die als Einschnitt in der Fassade gestaltet ist und spiralartig das Gebäude umrundet, erklimmt ein Mann das Gebäude. Der Protagonist vereint alle Merkmale des erfolgreichen Büroangestellten in sich. Er irrt endlos die Treppen hinauf. Angetrieben von einem ziellosen Ehrgeiz und der Einsamkeit entfliehend, begegnet er mehreren Hindernissen, Angstvorstellungen, einem Doppelgänger und einem imaginären Kind. Oben angekommen, entdeckt er im gegenüberliegenden Gebäude erneut einen Doppelgänger und wird an den Anfang der Treppe zurückgeworfen, um die Flucht nach oben, die Endlosschleife seines Aufstiegs, erneut anzutreten. Die Arbeit nimmt Referenzen zu Hitchcocks Vertigo (1958) und Piranesis Architekturfantasien in den Druckgrafiken der Carceri d’invenzione (1750-1761) auf. Beides sind Sinnbilder albtraumhafter Angstzustände und labyrinthischer Schreckensvisionen. Auch im Video werden Schwindel, Kontrollverlust und das Gefühl von Einsamkeit in einer überwältigenden Monumentalität als Schattenseiten des Erfolgstrebens spürbar. So wird die Arbeit als gesellschafts- und architekturkritischer Kommentar zu Amsterdams ehrgeizigen Städtebauentwicklungen lesbar. Eine Fotografie, die Viñoly Stairways (2007) und zwei Papierarbeiten, die de Quincey Cut Outs (2007), nehmen die Piranesi-Fantasien, u.a. aus ihrer literarischen Verarbeitung bei Thomas de Quincey’s „Bekenntnisse eines englischen Opium-Essers“ auf. Dort wird beschrieben, wie Piranesi in der Architektur seiner eigenen Carceri-Stiche gefangen erscheint. Auch für den jungen Mann scheint es kein Entkommen aus der Endlosschleife des Aufstiegs und seiner Beobachtung zu geben.

Kurzbiografie
Nina Fischer & Maroan el Sani zeigten ihre Arbeit bereits in zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen, etwa der Gwangju Biennale (1995/2002/2008), der Istanbul Biennale (2007), der Sydney Biennale (2002), der Manifesta 4 in Frankfurt (2002), der Liverpool Biennal of Contemporary Art (1999), der Gruppenausstellung “Tokyo-Berlin” im Mori Art Museum, Tokyo/ Neue Nationalgalerie, Berlin (2006) sowie Einzelausstellungen im Yamaguchi Center for Arts and Media (2005) und im Stedelijk Museum Bureau in Amsterdam (2007). Seit 2007 besetzen sie eine ausserordentliche Professur an der Sapporo City University.
Das Kunsthaus Glarus zeigt erstmals Arbeiten von Nina Fischer & Maroan el Sani in einer Einzelausstellung in der Schweiz.

Adresse:
Kunsthaus Glarus
Im Volksgarten
Postfach 665
CH-8750 Glarus
E-mail:
www.kunsthausglarus.ch