Archiv für die Kategorie „Kunstszene Bonn“

Ausstellung / Druckgrafik / Bonn: WASSILY KANDINSKY - DAS DRUCKGRAFISCHE WERK

Donnerstag, 2. April 2009

Die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn läuft noch bis zum 12. Juli 2009.

Die über 200 Holz- und Linolschnitte, Radierungen, Lithografien und Plakate, die Wassily Kandinsky zwischen 1902 und 1942 schuf, dokumentieren die intensive und konsequente Auseinandersetzung des Künstlers mit der Druckgrafik. In seinen frühen Jahren in München und Paris bis zur Zeit des Blauen Reiter 1911 entstand der größte Teil des Œuvres, darunter viele Farbholzschnitte, bei denen der Künstler mit bis zu sechs Farbzuständen pro Blatt experimentierte. Zwei Drittel der Ausstellung zeigen deshalb Blätter dieser Periode, daran schließen sich die Werke aus der Bauhaus-Zeit und den Pariser Jahren an, die die Linien und Flächen von einem freien expressiven Gestus seit 1922 in eine stärker konstruktive Funktion überführen.

Für Kandinsky gab es keinen Wesensunterschied zwischen Malerei und Grafik, beide Gattungen standen in engem Wechselverhältnis. Zwar ging er von den jeweils eigenen technischen und gestalterischen Bedingungen der Grafik aus, befragte aber auch hier die Möglichkeiten von Linie, Fläche und Farbe mit dem Ziel, das „Geistige in der Kunst“ zum Ausdruck zu bringen. So erlaubt auch Kandinskys Druckgrafik einen umfassenden Blick auf die Grundprinzipien seiner Arbeit, seinen Anspruch, eine „seelisch-innerliche“ Erfahrung von Wirklichkeit zu gestalten, die einer Kunst, die nur eine äußere Sicht der Wirklichkeit wiedergibt, verborgen bleiben muss.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München erarbeitet, die das beinahe vollständige druckgrafische Werk Kandinskys besitzt. 230 Arbeiten, darunter auch Zustandsdrucke, führen von den frühen Holzschnitten mit ihren märchenhaften Themen und subtil differenzierten Farben, zu den berühmten Holzschnitten der Blaue-Reiter-Zeit wie dem Bogenschützen oder dem Buch Klänge bis zur Mappe Kleine Welten aus den zwanziger Jahren und vermitteln ein lebendiges Bild eines der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts.


Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn
E-Mail: kunstmuseum@bonn.de

Ausstellung / Fotokunst / Bonn: Tschechische Fotografie des 20. Jahrhunderts

Dienstag, 17. März 2009

Die Ausstellung in den Kunst- und Ausstellungshallen der Bundesrepublik Deutschland in Bonn läuft noch bis zum 26. Juli 2009.

Ob Surrealismus oder andere Richtungen der Avantgarde-Fotografie, Realismus oder klassische Bildreportage – in allen Richtungen waren und sind tschechische Fotografen führend vertreten. Erstmals in Deutschland präsentiert die Ausstellung die Geschichte der tschechischen Fotografie und visuellen Kunstwerke, die sich auf Fotografie beziehen, in einem historischen Mosaik vom Jahre 1900 bis zur Jahrtausendwende: Vom Piktorialismus über die Avantgarde-Fotografie und die Fotomontagen der 1920er bis1940er Jahre bis zu dem weiten Spektrum zeitgenössischer Trends. Anhand von rund 450 Fotografien, 4 Alben und 2 Videos stellt sie alle wichtigen Tendenzen, Künstler und Werke der tschechischen Fotografie vor.

Natürlich legt die Ausstellung Schwerpunkte auf Schlüsselfiguren der tschechischen Fotografiegeschichte wie František Drtikol, Josef Sudek, Jaroslav Rössler, Jaromír Funke, Jindřich Štyrský, Vilém Reichmann, Emila Medkova, Jindřich Štreit, Viktor Kolář, Antonín Kratochvíl, Josef Koudelka und andere, die den internationalen Rang der tschechischen Fotografie begründeten. Doch darüber hinaus werden auch weniger bekannte Werke hoher Qualität von mehr als 180 anderen Fotografen gezeigt. Aufmerksamkeit wird daneben auf Fotografien gelenkt, die durch den ideologischen Druck während des Zweiten Weltkriegs, der stalinistischen Ära der 1950er Jahre und der kommunistischen „Normalisierungs“-Periode nach der Besetzung der Tschechoslowakei 1968 beeinflusst sind. Somit liefert die Ausstellung ein geschlossenes Bild von der Entwicklung der tschechischen Fotografie im Laufe des 20. Jahrhunderts. In Erinnerung gerufen werden auch die Foto- und Fotomontagearbeiten deutscher Fotografen, die in der Tschechoslowakei zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg lebten oder Asyl fanden.

Das umfangreiche Material, das aus zahlreichen tschechischen und internationalen öffentlichen oder privaten Sammlungen stammt, ist chronologisch in folgenden Kapiteln arrangiert:

1900-1918
1 Piktorialismus (Kat.-Nr.n 1-25)
2 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 26-34)
1918-1939
3 Vom Piktorialismus zur modernen Fotografie (Kat.-Nr.n 35-56)
4 Der Poetismus und die Anfänge der abstrakten Fotografie (Kat.-Nr.n 57-77)
5 Die Neue Fotografie: Konstruktivismus, Funktionalismus und Neue Sachlichkeit (Kat.-Nr.n 78-114)
6 Fotojournalismus, Dokumentar- und soziale Fotografie (Kat.-Nr.n 115-137)
7 Imaginative und surrealistische Fotografie und Collage (Kat.-Nr.n 138-166)
8 Deutsche und österreichische Fotografen in den böhmischen Ländern (Kat.-Nr.n 167-174)
1939-1948
9 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 175-196)
10 Surrealismus und Kunstfotografie (Kat.-Nr.n 197-217)
1948-1968
11 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 218-250)
12 Bildkünstlerische und inszenierte Fotografie (Kat.-Nr.n 251-284)
1969-1989
13 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 285-339)
14 Happening, Land Art, Konzeptkunst und Body Art (Kat.-Nr.n 340-349)
15 Bildkünstlerische und inszenierte Fotografie (Kat.-Nr.n 350-386)
1989-2000
16 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 387-408)
17 Fotografie und bildende Kunst (Kat.-Nr.n 409-438)

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst in Prag vorbereitet.

Adresse:
Kunst- und Ausstellungshalle
der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
Postfach 12 05 40
53047 Bonn

Kontakt:
Tel.: +49-(0)228-9171-0
FAX: +49-(0)228-234154