Archiv für die Kategorie „Kunstszene Bremen“

Ausstellung / Bremen: Noble Gäste - Meisterwerke der Kunsthalle Bremen

Dienstag, 24. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 28.02.2009 - 28-06.2009 in der Weserburg in Bremen.

Hiroyuki Masuyama, Felsental (Das Grab des Arminius) 1813-14, 2007
Jemanden in den eigenen vier Wänden willkommen zu heißen, bedeutet im Sinne echter Gastfreundschaft nicht nur räumliche Unterbringung, also das sprichwörtliche „Einräumen“ eines abgegrenzten Bereiches, sondern auch aktiven Austausch, meint also Dialoge und Korrespondenzen - wie es sich eben für einen aufmerksamen Gastgeber gehört. Die Auswahl an herausragenden Werken, welche die Kunsthalle für etwa zwei Jahre in das Sammlermuseum Weserburg und damit in die ehemaligen Speicherhäuser inmitten der Weser schickt, gerät unter dieser Prämisse wie von selbst in Beziehung zu den hier bereits vorhandenen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Privatsammlungen. Ebenso zum Gebäude, einer ehemaligen Kaffeerösterei und seinen verschachtelt- labyrinthisch angelegten Räumen. Es geht also um Gastfreundschaft besonderer Art, nicht um ein Unisono - Nebeneinander, sondern um Fragen und Antworten, Dialoge, Entgegnungen und Abgrenzungen.

Ein Teil der Kunsthallen Werke stammt aus dem 19. Jahrhundert, wie zum Beispiel die beiden berühmten Skulpturen von Auguste Rodin, Das Eherne Zeitalter, 1875/76 und Johannes der Täufer, 1878/80. Letzterer gerät gleich beim Betreten der Etage in auffälligen Gegensatz – oder ist es doch ein tiefer Dialog und damit auch eine Gemeinsamkeit - mit der flächendeckend mit Graphit  bezeichneten Wand Lowdown, 2007 von Frank Gerritz und dem fotografierten Sternenhimmel von Thomas Ruff, Sterne (01 h 55m / -35 °),1989. Ein Landschaftsbild von Caspar David Friedrich Das Grab des Arminius, um 1813 korrespondiert – wie schon in der Kunsthalle zuvor – mit seiner perfekten fotografischen Umsetzung aus dem Jahr 2007 in einem LED Leuchtkasten von Hiroyuki Masuyama. Es scheint, als sei der Künstler mit seiner Kamera im Rahmen einer Zeitreise an Ort und Stelle gewesen, um das geschichtsträchtige Motiv auf die Festplatte zu bannen.

Fotoarbeiten von Hiroshi Sugimoto nehmen den Naturbezug noch einmal auf und führen in den nächsten Raum, wo bereits weitere Werke verschiedener Künstler auf einen Dialog warten. Darunter auch Die Große Galerie, 1995/97 von Boris Becker, eine Fotoarbeit, die eindrucksvoll noch einmal den alten Skulpturensaal der Kunsthalle ins Gedächtnis ruft. Natürlich nicht zu vergessen Maurizio Cattelans herausragende und gleichermaßen skurrile Fassung der Bremer Stadtmusikanten Love Saves Life, 1995 und Love Lasts Forever,1999, welche hier als lebensecht ausgestopfte Tierpräparate neben ihrer komplett skelettierten Version hochgestapelt vor uns stehen. Hintersinniger Kommentar, augenzwinkernder Bezug auch auf die Hansestadt Bremen, in der die Weserburg und die Kunsthalle zu Hause sind.

Adresse:
Weserburg - Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
28199 Bremen
Kontakt:
Telefon 0049-(0)421-59839-0
Fax 0049-(0)421-505247
E-Mail mail(at)weserburg.de

Ausstellung / Bremen: Michael Lapuks – Cities remixed

Dienstag, 24. Februar 2009

Eine Ausstellung vom  06.03.2009 - 26.04.2009 in der Weserburg in Bremen.

Michael Lapuks fotografiert, dokumentiert, abstrahiert was ihm auf seinen Reisen begegnet und doch versinnbildlichen seine Werke etwas ganz anderes als einen touristischen Katalog. Intuitiv wählt er gerade das als Motiv aus, was ihm vertraut erscheint: die wiederkehrende Architektur der Städte. Seine derart gesammelten Fotografien überträgt er in Holzschnitte: Indem hier er die Linien in comicartigem Stil weiter vereinfacht und zusam- menfasst, deckt er eine Art Grundstruktur und damit die Austauschbarkeit der sich stets gleichenden Orte auf. Durch die Verschmelzung der nur scheinbar individuellen Städte und Landschaften entsteht ein Gedanken-Ort, der gleichermaßen manifest wie unsichtbar bleibt.

Michael Lapuks Fotografien und die daraus entstehenden Holzschnitte bilden die Grundlage für zahlreiche Künstlerbücher, -hefte, -DVDs und -CDs, die zusammen mit Fotografien und Linolschnitten einen Überblick über sein Schaffen bieten.

Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen entsteht in Kooperation mit Studierenden der Universität Bremen. Anlässlich der Ausstellung erscheint die CD „Cities remixed“.

Der Künstler wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Eröffnung: 5. März 2009 um 19 Uhr
Pressetermin: Die Presse ist am 5. März zwischen 13 und 17 Uhr herzlich willkommen. Michael Lapuks ist anwesend und steht für Gespräche zur Verfügung.

Adresse:
Weserburg - Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
28199 Bremen
Kontakt:
Telefon 0049-(0)421-59839-0
Fax 0049-(0)421-505247
E-Mail mail(at)weserburg.de

Ausstellung / Bremen: Max Bill - Aspekte seines Werkes - Architektur, Design, Typografie

Donnerstag, 15. Januar 2009

Die Ausstellung im Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen läuft bis zum 15.03.2009

Ulmer Hocker in drei Positionen, Max Bill, 1954

Max Bill zum 100. Geburtstag

Unter dem Titel „Max Bill: Aspekte seines Werkes“ präsentiert das Wilhelm Wagenfeld Haus – Design im Zentrum vom 26. September 2008 bis zum 15. März 2009 den 1908 in der Schweiz geborenen Gestalter, Künstler und Theoretiker Max Bill in einer Retrospektive. Zu sehen ist eine repräsentative Auswahl seiner Arbeiten aus den Bereichen Produktdesign, Gebrauchsgrafik und Architektur.

Der Bauhausschüler Max Bill (1908-1994) vereint in seiner Person die gesamte Band­breite gestalterischer Begabungen: sein schöpferisches Potential erstreckt sich auf eine international erfolgreiche Tätigkeit als Maler, Grafiker, Typograf, Bildhauer, Designer, Werbeberater, Bühnenbildner, Ausstellungsgestalter, Architekt und Pädagoge.

Nach 1945 spielt Max Bill in Deutschland eine bedeutende Rolle bei der Re-Etablierung der Moderne, vor allem als Erbauer und Gründungsdirektor der renommierten Hochschule für Gestaltung Ulm (1951-1957), aber auch als Gestalter von Produkten verschiedener deutscher Firmen und als Professor für Umweltgestaltung an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (1967-1974). Der „Ulmer Hocker“ oder seine Uhren für Junghans sind längst in den Rang von Design-Klassikern aufgestiegen und werden bis heute erfolgreich produziert. Berühmt ist auch sein Buch „Form“, eine Bilanz der Formentwicklung in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Max Bills umfassender, gesellschaftlich verantwortlicher Designansatz, der alle Dinge der gestalteten Umwelt mit einbezieht, verbindet ihn mit seinem Zeitgenossen Wilhelm Wagenfeld und macht ihn zu einem einflussreichen Vertreter der kreativen Disziplinen.

Das Wilhelm Wagenfeld Haus ehrt Max Bill mit einer Ausstellung, die ihm das Gewerbemuseum seiner Heimatstadt Winterthur Anfang des Jahres anlässlich seines 100. Geburtstages ausgerichtet hat. Insgesamt 18 Leihgeber beteiligen sich an dieser Retrospektive, in der Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen mit Werken aus dem Nachlass zusammentreffen. Die Ausstellung zeichnet mit Arbeiten aus sechs Jahrzehnten den Weg dieses innovativen Architekten, Gestalters und Theoretikers sehr anschaulich nach. Dabei umfasst sie nicht nur Objekte aus der Alltagskultur wie Möbel, Uhren oder Gefäße, sondern auch Architekturzeichnungen und -modelle sowie Plakatentwürfe, Bücher und vieles mehr.

Ergänzt um einen spannenden Briefwechsel zwischen Max Bill und Wilhelm Wagenfeld über grundlegende Fragen und Aufgaben der Gestaltung, liegen die Schwerpunkte auf den Bereichen Architektur, Design und Typografie.

Zur Ausstellung ist die Publikation „Max Bill: Aspekte seines Werkes“ erschienen. Sie zeigt die Vielfältigkeit von Bills Tätigkeit auf und bezieht auch sein künstlerisches Werk ein. Die 14 Autorinnen und Autoren gehen Bills Überlegungen zur „konkreten kunst“ und zur „guten form“ nach, thematisieren seine Zeit als Schüler am Bauhaus und als Lehrer an der weltbekannten Ulmer Hochschule für Gestaltung und widmen sich seinen malerischen Anfängen ebenso wie Fragen der Ausstellungs-, Buch- und Denkmalgestaltung. Eine ausführliche Biografie rundet die Beiträge ab (240 Seiten, 65 Farbabbildungen, 125 Textabbildungen, EUR 29,90).

Öffnungszeiten:
Di 15 – 21 Uhr, Mi – So 10 – 18 Uhr
Führungen:
sonntags 13 Uhr und nach Voranmeldung
Adresse:
Wilhelm Wagenfeld Haus - Design im Zentrum
28195 Bremen
Am Wall 209
Kontakt:
Fon: +49(0)421 33 99 933