Archiv für die Kategorie „german art project“

Künstler des Monats April / Fotografie: Helfried Stange

Donnerstag, 2. April 2009

Der Künstler Helfried Stange wurde 1946 in Meinersdorf geboren und lebt heute in Lippstadt. Die Wurzeln seiner Konzeption finden sich in der Kunst geometrischer Abstraktion der 50er Jahre (mit Verwandtschaft zu Pop- und Op-Art), welche wiederum in der Tradition von De Stijl, Abstraction Ceation und dem Bauhaus steht. Mit dem Funktionalismus des Bauhaus, welches eine Synthese von geistig-künstlerischer und technisch-handwerklicher Ausbildung anstrebte, identifiziert sich auch Stange. Dabei geht es dem mehrfachen Preisträger nicht um eine Annäherung an einen Stil als Wiedererkennungswert. Für ihn steht das gemeinsame ästhetische Bewusstsein im Vordergrund.

Stange absolvierte ein Studium an der Fachhochschule für Design in Münster (Studien u.a. bei Emil Hartwig, dem einzigen Meisterschüler von Paul Klee, Prof. Heydemann, und Stegmann), das den Künstler in seiner künstlerischen Ausrichtung bestätigte und seine Vorliebe für exaktes Arbeiten und strenge geometrische Formen festigte.

Die Objekte in Helfried Stanges Fotografien setzen sich aus verschieden farbigen geometrischen Formen und Strukturen zusammen. In der Auseinandersetzung mit konstruktiven Elementen hat der Künstler Details aus dem ursprünglichen Funktionszusammenhang herausgelöst. Um solche Details herum wird der Hintergrund weich aufgelöst. An die Formfindung schließt sich die farbige Gestaltung der konstruktiven Elemente an. Die ausgeklügelte und ausgewogene Farbverteilung führt zu einer Balance in einem integrativen Konzept der Gleichgewichtung von einfachen Formen und Farben.

Ausstellung / Videokunst / Stuttgart: TERESA HUBBARD, ALEXANDER BIRCHLER No Room to Answer – Projections

Montag, 23. März 2009

Die Ausstellung in des württembergischen Kunstvereins Stuttgart läuft noch bis zum  10. Mai 2009.

Vom 28. Februar bis 10. Mai 2009 zeigt der Württembergische Kunstverein die Ausstellung No Room to Answer – Projections des in Austin lebenden schweizerisch-US-amerikanischen Künstlerduos Teresa Hubbard und Alexander Birchler. Die Ausstellung zeigt mit sieben Videoinstallationen zentrale Aspekte des Werks von Hubbard und Birchler auf, das auf unvergleichliche Weise die Erzählformen der Bühne und des Kinos erweitert. Begleitend dazu ist eine Auswahl an Materialien aus den Entstehungsprozessen der verschiedenen Werke zu sehen.

In ihren filmisch wie architektonisch aufwendig produzierten Videoarbeiten bringen Hubbard und Birchler die Übergänge zwischen Bewusstem und Unbewusstem, An- und Abwesenheit, Innerlichkeiten und Äußerlichkeiten ins Spiel. Sie loten Konflikte um Begehren und Verdrängen, Geschlechterpositionen, Erinnern und Vergessen aus. Das Haus beziehungsweise die Behausung als ein instabiler Raum zwischen Heim und Heimsuchung spielt dabei oftmals eine zentrale Rolle.

Mit ihren offenen Erzählungen, die auf komplexe Weise Handlungen und Handlungsräume miteinander verklammern, heben Hubbard und Birchler die raumzeitliche Ordnung aus den Angeln. Schauplätze sind dabei sowohl reale Orte als auch Kulissen, die sich die KünstlerInnen auf der Basis persönlicher Erlebnisse, historischer Recherchen, literarischer oder filmischer Vorlagen aneignen.

Als europäische Premiere zeigt der Württembergische Kunstverein die Videoinstallation Grand Paris Texas, die 2008 entstand. Protagonist der Arbeit ist »The Grand«, ein seit Jahren leer stehendes Kino in Paris, Texas – jener Ortschaft, die Wim Wenders mit seinem gleichnamigen Film von 1984 berühmt machte, obwohl sie darin gar nicht auftaucht. Grand Paris Texas verschränkt verschiedene Erzählungen und Metaerzählungen miteinander: über einen ausgedienten Ort filmischer Illusionen, über eine Kleinstadt und deren Verschränkungen sowohl mit Wim Wenders Film als auch mit der französischen Hauptstadt und über die Techniken und Produktionsweisen des Filmemachens selbst. Hubbard und Birchler greifen in Grand Paris Texas erstmals Formate des Dokumentarischen auf, um sich gleichermaßen realen wie imaginären Räumen und Situationen anzunähern.

Teresa Hubbard, geboren 1965 in Dublin, Irland, und Alexander Birchler, geboren 1962 in Baden, Schweiz, arbeiten seit 1990 zusammen. Ihre Werke wurden auf zahlreichen Biennalen, darunter die Biennale von Venedig (1999), die Busan Biennale (2008) oder Liverpool Biennale (2008) und in Ausstellungshäusern wie dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington D.C., dem Museum für Gegenwartskunst, Kunstmuseum Basel, dem Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin, der Pinakothek der Moderne in München, dem Whitney Museum in New York, dem Mori Museum in Tokyo oder der Reina Sofia in Madrid gezeigt.

2008 widmete das Modern Art Museum Fort Worth dem Künstlerduo mit der Ausstellung No Room to Answer eine umfassende Einzelausstellung. Der Württembergische Kunstverein fokussiert mit No Room to Answer – Projections eine umfangreiche Auswahl von Videoinstallationen der KünstlerInnen. Eine weitere Station und Variation der Ausstellung zeigt das Aargauer Kunstmuseum im Herbst 2009.

Katalog
Hubbard/Birchler. No Room To Answer
Hrsg.: Andrea Karnes für das Modern Art Museum of Fort Worth und den Württembergischen Kunstverein Stuttgart
Deutsch-Englisch, mit Texten von: Sara Arrhenius, Iris Dressler, Andrea Karnes
Hatje Cantz, 2008, ISBN 978-3-7757-2267-4
Preis: 29,80 Euro / Mitglieder des WKV 25 Euro

Adresse:
Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz
70173 Stuttgar
Kontakt:
Fon: +49 (0)711-22 33 70
Fax: +49 (0)711-29 36 17

Künstler des Monats März / Fotografie: Karl Thomas

Donnerstag, 5. März 2009
Karl Thomas sieht die Welt mit seinen Augen. Unkonventionelle, einzigartige Blickwickel und eine visionäre, gesamtheitliche Betrachtung prägen nicht nur sein fotografisches Werk, sondern seine gesamte Arbeitsweise. Seine scheinbare, stilistische Vielfalt reduziert sich auf einen roten Faden: Die individuelle, passionierte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. Der Stil beantwortet die Aufgabenstellung.
Das Ergebnis: sichtbare Leidenschaft.

Karl Thomas, geb. 1970, stammt aus Eggendorf, in der Nähe von Wien. Auf seinen Universitätsabschluss der Landschaftsplanung 1996 folgen über 150 fotografische Reisen.

In den Bereichen Reise- und Tourismusfotografie für Wien und Osteuropa ist Karl Thomas in den letzten 10 Jahren zu einem fotografischen Fixpunkt in Europa avanciert.

Aktuell arbeitet er als freier Fotograf für führende Unternehmen in den Bereichen People- und Werbefotografie.

Künstler des Monats Februar - Ingo Schulz

Freitag, 6. Februar 2009

Inspiriert durch die Pop-Art-Metropolen New York und London setzt sich der Künstler Ingo Schulz (geb. 1962) schon seit einigen Jahren intensiv mit den typischen Mal-, Sprüh- und Drucktechniken dieser Kunstrichtung auseinander. Nicht zufälligerweise charakterisieren sich seine überwiegend großformatigen Arbeiten durch eine hohe technische Präzision sowie ein ganz eigenes ästhetisches Zusammenspiel von Farben. Kräftigen Farben!

Die Werke von Ingo Schulz sind eine Hommage an die Pop-Kultur. Einerseits führen sie die Tradition der großen Pop Ikonen fort, andererseits entwickeln sie dabei eine neue Interpretation des Genres.

In der aktuellen Serie „Menschen – People“ wird der aus der Pop Art wohl bekannte technisch-mechanische Prozess des Siebdrucks nachgeahmt und in einen rein manuellen Vorgang überführt. Als Inspiration seiner Werke dienen reelle Motive und nicht Vorlagen aus Comics wie so oft in der Pop Art anzutreffen.

Ingo Schulz kombiniert echtes Handwerk mit modernen Techniken und transportiert damit den Grundgedanken der Pop-Art in den aktuellen Zeitgeist. Seine Werke sprühen vor Leidenschaft, unterschwelligem Humor und dem kompromisslosen Willen zur Perfektion.

Künstler des Monats Januar - Norbert Hayo

Freitag, 9. Januar 2009

Der Künstler Norbert Hayo wurde 1963 in Eschweiler im Rheinland geboren. Trotz intensiver Auseinandersetzung mit der Fotokunst studierte Hayo zunächst Philosophie und Germanistik in Bonn. In dieser Zeit beginnt er sein kreatives Schaffen auf die Malerei auszudehnen. Es entstehen erste Kontakte zu verschiedenen Bonner Galerien; erste Ausstellungen finden statt. Entgegen dem Anraten einiger Galeristen, ein künstlerisches Studium zu absolvieren, entscheidet sich Hayo für eine Ausbildung zum Krankenpfleger. 1995 zieht er nach Bremen, wo er schließlich ein Grafik-Design Studium an der Hochschule für Künste in Bremen mit dem Schwerpunkt “Fotografie” absolvierte.

Egal, ob es sich um fragmenthafte, urbane Großstadtmotive oder Landschaftsfotografie handelt, in seinen Fotostrecken wohnt immer eine wunderschöne ruhige, fast meditative Melancholie inne.

Seine Werke zeichnen sich durch eine schöne, poetische Atmosphäre aus und verführen den Betrachter dazu, der eigenen Wahrnehmung Raum zu geben.

Künstler des Monats Dezember - Achim Körfer

Dienstag, 2. Dezember 2008

Die Philosophie des Fotokünstlers Achim Koerfer ist gleichzeitig die Essenz seines Schaffens und Aussage seiner Werke:
„Mit meinen Arbeiten möchte ich ganz andere Perspektiven eröffnen, die dem Alltäglichen, Bekannten neue Faszination und (Wahn)Sinn verleihen. Sie sprengen Grenzen, vereinen Gegensätze und erzählen Geschichten von der Wichtigkeit, auch andere Facetten als die Gängigen aufzuspüren und zu leben. Die ständige Suche nach neuen Sicht- und Betrachtungsweisen steht im Vordergrund meiner visuellen Wahrnehmung – und das Bewusstsein, ganz einfach Mensch zu sein.“
„Es ist die Vielfalt, die die Menschen ausmacht – ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Hintergründe, Sichtweisen, Interpretationen, Bedürfnisse, Phantasien. Sie machen aus einem Bild Tausende – denn für jeden Betrachter bedeutet es etwas anderes. Ihre Individualität bestimmt sie und ihre Realität.“

Die Suche nach Tiefgründigkeit ist ein anderer Antrieb Koerfers. Er eröffnet eine ungewohnte, einzigartige und sehr persönliche Perspektive; seine Arbeiten gewähren einen Blick hinter schönen Schein und vertraute Erscheinungen, hinein in eine Paralleldimension, in der die alten Sehgewohnheiten neuen Regeln folgen müssen. Seine dynamische und experimentierfreudige Technik schickt den Betrachter auf eine Reise.
Seine Fotokunst vereint Gegensätze und spielt mit dem Anschein des Gewöhnlichen – um sich bei genauerem Hinsehen als innovativ, inspirierend und irrational zu entpuppen. So sind seine einzigartigen, intelligent und intuitiv miteinander verschmolzenen visuellen Werke keine digitale Komposition einzelner Motive. Bezeichnend für seine Fotografien ist, dass die digital anmutende Bildwelten im Gegensatz zum herrschenden Zeitgeist rein analog entstehen, er verzichtet auf Compositing und andere technische Kniffe. Die aus dem Labor entwickelten Aufnahmen werden lediglich in einigen Sequenzen farblich nachträglich verstärkt. So bleibt der darstellende Charakter, wie im Original aufgenommen, bewusst erhalten.

Künstler des Monats November - Helmut Büchter

Montag, 17. November 2008

Der Maler Helmut Büchter wurde 1947 in Essen geboren. Die Stationen seiner künstlerischen Ausbildung sind so umfangreich wie anspruchsvoll: Büchter absolvierte zunächst ab 1969 drei Jahre ein FAS Studium der Illustration, um dann ‚freie Grafik’ an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. R. Sackenheim zu studieren. Von 1974 bis 1978 fügte er ein Studium der Bildhauerei beim künstlerisch, technischen Leiter W. Hable hinzu. Es folgten ein Stipendium Cite Internationale des Art Paris und die Ernennung zum Meisterschüler auf Vorschlag von Prof. R. Sackenheim, sowie die Tätigkeit als Tutor der Klasse für freie Grafik an der Kunstakademie Düsseldorf. Ferner war Büchter von 1978 bis 1980 einer der bis heute nur 29 Stipendiaten der bekannten “Werkstatt Altena”. (http://www.werkstatt-altena.de/)

Büchter malt das ‚Leben’, realistisch, ungefiltert!
Seine Bilder nehmen ‚kein Blatt vor den Mund’, sind anstößig, provokant, zumeist politisch. Büchters Bilder dekorieren nicht, sie protestieren. Sie protestieren gegen Unrecht, gegen die perversen Auswüchse unserer Gesellschaft, gegen Respektlosigkeit.
Doch bei aller herausfordernden Kritik, haben seine Bilder immer auch eine harmonische, fast liebliche Komponente, die vordergründig scheinbar die Szenerie ‚entschärfen’. Letztendlich sind es jedoch gerade diese Kontroversen, die in seinen Werken ein klares Spannungsverhältnis erzeugen und die provokante Bildaussage subtil verstärken.

Neben Ausstellungen z.B. in der Stadtgalerie Altena, im Museum Schloß Hardenberg oder im Internationalen Kunstforum Heimbach (unterstützt durch die Künstler Lüppertz , Penk, Wollny, Immendorf), sind seine Werke in diversen Kunstbüchern und Ausstellungskatalogen erschienen.

Experimentelle Fotokunst von Sabine Dobre – Absolut sehenswert!

Donnerstag, 21. August 2008

Seit August ist auch die Fotografin Sabine Dobre bei www.german-art-project.com vertreten.

Sabine Dobre wurde 1960 in Stuttgart geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte an der freien Universität Berlin absolvierte sie ihre Ausbildung zur Fotografin am Lette-Verein Berlin. Zwischen 1985 und 2003 war sie als wissenschaftliche Fotografin und Dozentin der Fotografie tätig. Seit 1990 arbeitet sie als freiberufliche Fotografin in den Bereichen Architektur– und Werbefotografie. Sie präsentierte ihre experimentellen und abstrakten Fotografien bereits in internationalen Ausstellungen wie z.B. im Goethe Institut Prag, Altonaer Museum Hamburg, Triennale der Photografie Hamburg, Leica Akademie Athen etc..

Thematisch setzt sich die Künstlerin mit dem vermeintlichen Realitätsanspruch des Mediums Fotografie auseinander: Überlagerungen durch Mehrfachbelichtungen, Einbelichtungen, Verfremdung durch Kamerabewegungen während der Belichtung, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe lassen Bilder entstehen, die die eigentliche Form des Gesehenen und die Wahrnehmung der Dinge verändert. In der Serie „Berlin Fragmente“ wurden Einzelbilder von Berliner Sehenswürdigkeiten zusammengefügt und digital bearbeitet. Das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Abstraktion fordern hier den suchenden Blick nach Wiedererkennbarkeit der ursprünglichen Elemente.

Modefotografien von Mark Menders - Mehr als Dokumentarfotografie

Freitag, 1. August 2008

Seine Bilder stillten die Sehnsucht einer Generation nach Glamour und der großen weiten Welt. Mark Mender galt in den 60er und 70er Jahren als einer der Top-Modefotografen in Deutschland. Dabei führte der Weg des heute 75-Jährigen nur über Umwege zur Modefotografie. Als Verkaufs- und Werbeleiter einer Münchener Modefirma und fotografierte er in den 50er-Jahren die hauseigene Kollektion. Schnell offenbarte sich sein Talent und hohes Potenzial. 1961 machte er sich dann als Modefotograf selbstständig. Zwischen 1962 und 1981 realisierte er als einer der Top-Modefotografen Deutschlands Fotostrecken für Werbung und Magazine. 1968 wurde eines seiner Bilder aus der Alaska Serie mit dem ersten Preis als „Modefoto des Jahres“ ausgezeichnet. Nach seiner beeindruckenden Karriere, die ihn nicht nur an entlegene paradiesische Orte dieser Welt brachte, sondern auch mit interessanten Persönlichkeiten aus dem Film- und Modegeschäft zusammenführte, wurde Mender 2006 im Rahmen der photokina für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Menders Original-Vintageprints sowie seine Modeaufnahmen sind beispielhaft für die Inszenierungen und Techniken aus den 60er und 70er Jahren. Sie werden heute kaum noch realisiert oder entstehen nur durch digitale Manipulation. Menders Fotoarbeiten präsentieren nicht nur die Mode dieser Zeit, sondern vermitteln auch ihr Lebensgefühl. Die aufwändig inszenierten Modefotos reflektieren den Traum von Ferne und Exotik, von Glamour und Eleganz. Noch heute inspirieren seine Fotos aktuelle Modestrecken und Werbefotos.

MEHR:

http://www.german-art-project.com/kuenstler.php?artist_ID=62