Artikel-Schlagworte: „Fotografie“

Ausstellung / Malerei / Köln: Christopher Wool - Porto–Köln

Dienstag, 21. April 2009

Die Ausstellung im Museum Ludwig läuft noch bis zum  12. Juli 2009.

Das Museum Ludwig präsentiert in seiner großen Wechselausstellungshalle rund 30 großformatige Arbeiten – Gemälde wie Siebdrucke – von Christopher Wool. Zusätzlich wird die 160-teilige Fotoserie „East Broadway Breakdown“ (1995) gezeigt. Christopher Wool ist der Träger des Hahn-Preises 2009, der zu den höchstdotierten Preisen für internationale Gegenwartskunst in Deutschland zählt.

Die Ausstellung vollzieht die künstlerische Entwicklung von Wool in den letzten Jahren nach. Deutlich zeigt sich sein wachsendes Interesse an Komposition und ihrem Ausdruck in verschiedenen Medien wie Malerei, Zeichnung, Fotografie und Druck. Der Schwerpunkt liegt auf den abstrakten Gemälden und Siebdrucken seit 2006.

Aus Anlass der Verleihung des Wolfgang-Hahn-Preis Köln 2009 an Wool erwirbt die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig zwei Siebdrucke auf Papier für das Museum. Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden ist, feiert auch die Preisverleihung an Christopher Wool. Gemäß den Statuten des Wolfgang-Hahn-Preises Köln wählt die Jury einen Künstler von internationalem Renommee aus, dessen Œuvre sich durch eine konsequente Weiterentwicklung auszeichnet und dessen Werk noch nicht adäquat im Museum Ludwig vertreten, jedoch für die Fortführung der Sammlung essenziell ist.

„Wool“, so Dr. Wolfgang Bornheim, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Moderne Kunst und Jury-Mitglied des Wolfgang-Hahn-Preis Köln, „reflektiert in seinen jüngeren Arbeiten zunehmend über den Prozess der Bildfindung und die Wahl des Mediums. Mit dem Wolfgang-Hahn-Preis sein Schaffen zu würdigen und Arbeiten von ihm für das Museum zu erwerben, freut uns außerordentlich.“

Wool führt in seinen Gemälden Figur und Defiguriertes gegeneinander, Zeichnung und Malerei, Durchdachtes und Spontanes. Mit der Sprühpistole zeichnet er Linien auf die Leinwand, die er kurz darauf mit einem in Lösungsmittel getränkten Tuch wieder auswischt. Dadurch entsteht ein neues Bild, in dem sich klare Linien gegen gewischte Flächen behaupten müssen. Auch in seinen Siebdrucken auf Papier begegnen wir dem Interesse des Künstlers an Abstraktion, am Verhältnis von Linie und Fläche wieder. Besonders interessante Stellen der Gemälde setzt Wool hier zu idealen Kompositionen zusammen und stellt sie gleichwertig neben seine Gemälde.

Der 1955 geborene, in New York lebende Christopher Wool wurde vor allem durch seine „Word Paintings“ aus den 1980er/90er Jahren bekannt. Er war auf der documenta IX vertreten sowie bei der Whitney Biennial 1989 und der 51. Carnegie International 1991. Außerdem hatte er zahlreiche Einzelausstellungen in den USA und Europa.

Am 28. April wird die Punkrock-Legende Richard Hell über Christopher Wools Fotografien und Künstlerbücher sprechen. Wool und Hell sind seit langer Zeit befreundet und Hell, der auch als Schriftsteller und Kunstkritiker arbeitet, hat bereits zahlreiche Texte über Wools Werk veröffentlicht.

Die Ausstellung wurde von der Fundacio de Serralves, Museu de Arte Contemporânea, Porto organisiert, koproduziert vom Museum Ludwig, Köln. Kuratoren: Julia Friedrich, Ulrich Loock.

Die Ausstellung wird gefördert von der kunststiftung nrw und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig.

Ausstellung / Malerei / Köln: Der Mond

Donnerstag, 2. April 2009

Die Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum in Köln läuft noch bis zum 16. August 2009.

Vierhundert Jahre nachdem Galileo zum ersten Mal sein Teleskop auf den Mond richtete und vierzig Jahre nach Armstrongs Landung auf dem Erdtrabanten zeigt das Wallraf-Richartz-Museum die erste umfassende Kunstausstellung zum Himmelskörper. „Der Mond“ ist ein kunst- und kulturhistorischer Parcours durch die letzten fünf Jahrhunderte. Die rund 150 Exponate erzählen dabei, wie sich die Menschheit in dieser Zeit optisch und künstlerisch dem Mond genähert hat. Die Erfindung des Teleskops und der Fotografie sowie das Aufkommen der bemannten Raumfahrt läuten dabei die wichtigsten Epochen ein.

Die Auswahl der Exponate reicht von mittelalterlichen Tafelbildern und romantischen Gemälden über astronomische Instrumente bis hin zu originalen Raumfahrtfotografien und zeitgenössischer Kunst. Alle Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, Modelle und Fotografien spiegeln die große Faszination wider, die der Mond seit je her auf die Menschheit ausübt. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören zwei Original-Ausgaben von Galileos „Botschaft von neuen Sternen“ und Manets „Mondschein über dem Hafen von Boulogne“, dem ersten impressionistischen Nachtbild überhaupt.

Zu sehen ist „Der Mond“ im Wallraf vom 26. März bis zum 16. August 2009, dem Internationalen Jahr der Astronomie. Fachkundige Unterstützung erhält Museumsdirektor und Ausstellungsmacher Andreas Blühm von Astronomie 2009 e.V. und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ein reiches Rahmenprogramm wird die Kunstgeschichte zur Astronomie, Literatur und Musik hin öffnen.

Adresse:
Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Obenmarspforten (am Kölner Rathaus)
50667 Köln
Kontakt:
Tel.: +49 (0) 221 221-21119
Fax: +49 (0) 221 221-22629
wallraf(at)museenkoeln.de
www.museenkoeln.de/wallraf

Künstler des Monats April / Fotografie: Helfried Stange

Donnerstag, 2. April 2009

Der Künstler Helfried Stange wurde 1946 in Meinersdorf geboren und lebt heute in Lippstadt. Die Wurzeln seiner Konzeption finden sich in der Kunst geometrischer Abstraktion der 50er Jahre (mit Verwandtschaft zu Pop- und Op-Art), welche wiederum in der Tradition von De Stijl, Abstraction Ceation und dem Bauhaus steht. Mit dem Funktionalismus des Bauhaus, welches eine Synthese von geistig-künstlerischer und technisch-handwerklicher Ausbildung anstrebte, identifiziert sich auch Stange. Dabei geht es dem mehrfachen Preisträger nicht um eine Annäherung an einen Stil als Wiedererkennungswert. Für ihn steht das gemeinsame ästhetische Bewusstsein im Vordergrund.

Stange absolvierte ein Studium an der Fachhochschule für Design in Münster (Studien u.a. bei Emil Hartwig, dem einzigen Meisterschüler von Paul Klee, Prof. Heydemann, und Stegmann), das den Künstler in seiner künstlerischen Ausrichtung bestätigte und seine Vorliebe für exaktes Arbeiten und strenge geometrische Formen festigte.

Die Objekte in Helfried Stanges Fotografien setzen sich aus verschieden farbigen geometrischen Formen und Strukturen zusammen. In der Auseinandersetzung mit konstruktiven Elementen hat der Künstler Details aus dem ursprünglichen Funktionszusammenhang herausgelöst. Um solche Details herum wird der Hintergrund weich aufgelöst. An die Formfindung schließt sich die farbige Gestaltung der konstruktiven Elemente an. Die ausgeklügelte und ausgewogene Farbverteilung führt zu einer Balance in einem integrativen Konzept der Gleichgewichtung von einfachen Formen und Farben.

Ausstellung / Fotokunst / Frankfurt: Doris Lasch, Ursula Ponn: „If you don’t create your own history someone else will“

Montag, 23. März 2009

Die Ausstellung in den Räumen des Frankfurter Kunstverein läuft vom 27.03,2009 – 31.05.2009.

Die beiden Künstlerinnen Doris Lasch (*1972, Landsberg/Lech) und Ursula Ponn (*1965, Bad Aibling) zeigen im Frankfurter Kunstverein eine neue raumbezogene Installation, die sich mit Fragen nach der Konstruktion und Wahrnehmung von Geschichte im Kontext von Kunst und Kultur beschäftigt. Für die Ausstellung und den begleitenden Katalog wurden die beiden Künstlerinnen mit dem Förderpreis „Kataloge für junge Künstler“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ausgezeichnet.

Wie sich die Vergangenheit darstellt ist immer eine Frage der Blickrichtung und gleichzeitig entscheidend für die Manifestation von Geschichte sowie die daraus folgende Entwicklung politischer oder kultureller Entscheidungen. Vor diesem Hintergrund und mit einem besonderen Interesse für das komplexe Geflecht zwischen Wahrnehmung, Repräsentation und Wahrheit, entwickeln Doris Lasch und Ursula Ponn ihre Arbeiten unter Verwendung verschiedener Medien wie Fotografie, Film und Rauminstallationen.

Doris Lasch und Ursula Ponn haben seit ihrem Studium an der Kunstakademie in München eine gemeinsame künstlerische Sprache entwickelt und diese bei einem anschließenden Aufenthalt in Maastricht an der Jan van Eyk Akademie (2003 – 2005) in gemeinsamen Projekten fortgesetzt und inhaltlich verdichtet. Die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein ist ihre erste umfangreiche institutionelle Ausstellung in Deutschland. Thematisch umkreisen Lasch/Ponn darin den kunstspezifischen Begriff der „Retrospektive“. Dabei werden drei Aspekte angesprochen, die in der Arbeit der beiden Künstlerinnen eine wesentliche Rolle spielen: die Reflektion von Vergangenem, der Blick bzw. die Wahrnehmung sowie die Repräsentation.

„Das Reale muss zur Dichtung werden, damit es gedacht werden kann“ behauptet der französische Philosoph Jacques Rancière in seinen Schriften zur (dokumentarischen) Fiktion. In diesem Sinne und mit Bezug auf die Arbeit von Lasch/Ponn kann Geschichte also immer auch als Fiktion von Realität verstanden werden, da sie immer auf einer Form von Erzählung oder Repräsentation beruht, die nie neutral sein kann.

Doris Lasch und Ursula Ponn werden im Frankfurter Kunstverein raumbezogen eine neue Installation aus unterschiedlichen Medien schaffen, die an ihre gemeinsame Zusammenarbeit der vergangenen zehn Jahre anknüpft und unterschiedliche Arbeiten daraus aufgreift. Wie in einer Zeitcollage werden Zeitkapseln mit unterschiedlichen reproduzierten Arbeiten geöffnet, die sich gleich einer Ausstellung in der Ausstellung und einem Bild im Bild überlagern. Fiktion und Realität gehen dabei ein wechselseitiges Verhältnis ein. In der Ausstellung wird so ein Rückblick entstehen, der die künstlerische Produktion im Spannungsfeld ständig wechselnder Kontexte befragt.

Vor allem der Ort kultureller Produktion und Repräsentation ist immer wieder Thema in den Arbeiten der beiden Künstlerinnen. Dabei untersuchen sie sowohl die Parameter der Architektur, als auch der sozialen und historischen Bedingungen des Ortes.

Die Fotografie dient ihnen als Medium des Ausdrucks und kann gleichzeitig als Metapher einer kulturhistorischen Untersuchung gelesen werden. Die analoge Fotografie – ein heute fast schon anachronistisches Medium – bewegt sich immer zwischen den Polen ihres Wirklichkeitsanspruchs und ihrer immanenten Eigenschaft der Vergänglichkeit. Dieses Spannungsverhältnis greifen Lasch/Ponn auf. Durch großformatige schwarz-weiß Aufnahmen entwickeln sie Fiktionen möglicher Szenarien, die vor unserem Auge unweigerlich zu Geschichte werden, ohne dass sie in der Realität tatsächlich eine Entsprechung finden. Aus eigenen inszenierten Bildern, gefundenem Material sowie Beiträgen befreundeter Künstler erzeugen sie so ein dichtes Gefüge kultureller Referenzen, Anknüpfungspunkte und Erzählstränge, die aktuelle Fragen der Wahrnehmung und Entstehung kultureller Wahrheiten thematisieren.

Im Kontext der Ausstellung erscheint eine Publikation mit Texten der Künstlerinnen sowie Texten von Dominiek Hoens und Katja Schroeder.

Kuratorin der Ausstellung: Katja Schroeder

Die Publikation und das Projekt werden von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftung im Programm „Kataloge für junge Künstler“ gefördert.

Pressevorbesichtigung: 26. März 2009, 11 Uhr

Eröffnung: 26. März 2009, 19 Uhr

Adresse:
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Kontakt:
Fon +49 (0)69 219314-0
Fax +49 (0)69 219314-11

Ausstellung / Fotokunst / Bonn: Tschechische Fotografie des 20. Jahrhunderts

Dienstag, 17. März 2009

Die Ausstellung in den Kunst- und Ausstellungshallen der Bundesrepublik Deutschland in Bonn läuft noch bis zum 26. Juli 2009.

Ob Surrealismus oder andere Richtungen der Avantgarde-Fotografie, Realismus oder klassische Bildreportage – in allen Richtungen waren und sind tschechische Fotografen führend vertreten. Erstmals in Deutschland präsentiert die Ausstellung die Geschichte der tschechischen Fotografie und visuellen Kunstwerke, die sich auf Fotografie beziehen, in einem historischen Mosaik vom Jahre 1900 bis zur Jahrtausendwende: Vom Piktorialismus über die Avantgarde-Fotografie und die Fotomontagen der 1920er bis1940er Jahre bis zu dem weiten Spektrum zeitgenössischer Trends. Anhand von rund 450 Fotografien, 4 Alben und 2 Videos stellt sie alle wichtigen Tendenzen, Künstler und Werke der tschechischen Fotografie vor.

Natürlich legt die Ausstellung Schwerpunkte auf Schlüsselfiguren der tschechischen Fotografiegeschichte wie František Drtikol, Josef Sudek, Jaroslav Rössler, Jaromír Funke, Jindřich Štyrský, Vilém Reichmann, Emila Medkova, Jindřich Štreit, Viktor Kolář, Antonín Kratochvíl, Josef Koudelka und andere, die den internationalen Rang der tschechischen Fotografie begründeten. Doch darüber hinaus werden auch weniger bekannte Werke hoher Qualität von mehr als 180 anderen Fotografen gezeigt. Aufmerksamkeit wird daneben auf Fotografien gelenkt, die durch den ideologischen Druck während des Zweiten Weltkriegs, der stalinistischen Ära der 1950er Jahre und der kommunistischen „Normalisierungs“-Periode nach der Besetzung der Tschechoslowakei 1968 beeinflusst sind. Somit liefert die Ausstellung ein geschlossenes Bild von der Entwicklung der tschechischen Fotografie im Laufe des 20. Jahrhunderts. In Erinnerung gerufen werden auch die Foto- und Fotomontagearbeiten deutscher Fotografen, die in der Tschechoslowakei zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg lebten oder Asyl fanden.

Das umfangreiche Material, das aus zahlreichen tschechischen und internationalen öffentlichen oder privaten Sammlungen stammt, ist chronologisch in folgenden Kapiteln arrangiert:

1900-1918
1 Piktorialismus (Kat.-Nr.n 1-25)
2 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 26-34)
1918-1939
3 Vom Piktorialismus zur modernen Fotografie (Kat.-Nr.n 35-56)
4 Der Poetismus und die Anfänge der abstrakten Fotografie (Kat.-Nr.n 57-77)
5 Die Neue Fotografie: Konstruktivismus, Funktionalismus und Neue Sachlichkeit (Kat.-Nr.n 78-114)
6 Fotojournalismus, Dokumentar- und soziale Fotografie (Kat.-Nr.n 115-137)
7 Imaginative und surrealistische Fotografie und Collage (Kat.-Nr.n 138-166)
8 Deutsche und österreichische Fotografen in den böhmischen Ländern (Kat.-Nr.n 167-174)
1939-1948
9 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 175-196)
10 Surrealismus und Kunstfotografie (Kat.-Nr.n 197-217)
1948-1968
11 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 218-250)
12 Bildkünstlerische und inszenierte Fotografie (Kat.-Nr.n 251-284)
1969-1989
13 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 285-339)
14 Happening, Land Art, Konzeptkunst und Body Art (Kat.-Nr.n 340-349)
15 Bildkünstlerische und inszenierte Fotografie (Kat.-Nr.n 350-386)
1989-2000
16 Dokumentar- und Reportagefotografie (Kat.-Nr.n 387-408)
17 Fotografie und bildende Kunst (Kat.-Nr.n 409-438)

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst in Prag vorbereitet.

Adresse:
Kunst- und Ausstellungshalle
der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
Postfach 12 05 40
53047 Bonn

Kontakt:
Tel.: +49-(0)228-9171-0
FAX: +49-(0)228-234154

Ausstellung / Fotokunst / Stuttgart: FRISCHZELLE_10: STEFAN BURGER

Donnerstag, 12. März 2009

7. März – 10. Mai 2009, Kunstmuseum Stuttgart

›Was gehört ins Museum und was muss draußen bleiben?‹ Nicht immer lässt sich diese Frage eindeutig beantworten. Vor allem dann nicht, wenn Stefan Burger seine Finger im Spiel hat. Lustvoll führt der 31-Jährige das Publikum mit seinen um das Verhältnis von Bild, Wirklichkeit, Künstler und Betrachter kreisenden fotografischen Arbeiten aufs Glatteis. Etwa, wenn Schilder mit dem Aufdruck ›Ausstellung‹, bereitgestellt zum Abtransport, das Ende einer Ausstellung andeuten, obwohl sie doch ein zentraler Teil von ihr sind. »Es ist die Bühnensituation, in der ich Tag für Tag agiere«, sagt Burger. Als zehnter Künstler gestaltet er im Untergeschoss des Museums einen Ausstellungsraum. Damit präsentiert das Kunstmuseum Stuttgart in der Reihe »Frischzelle« vom 7. März bis 10. Mai erstmals eine rein fotografische Position.

Eine Gerümpelecke in der Garage, Reste von Teppichrollen oder eine Betonsäule, deren demolierte Schmalseite an eine angebissene Tafel Schokolade erinnert: Stefan Burgers kuriose Anti-Sehnsuchtsmotive entfalten mit slapstickhafter Komik ihre rebellische Kraft, wenn er dem Medium Fotografie und den Bedingungen des Ausstellungsbetriebs auf ganz eigene Art auf den Zahn fühlt. 1977 in Müllheim / Baden geboren, stößt Burger während seines Studiums der Fotografie in Zürich zur »forschungsgruppe_f«, die sich in Aktionen mit der Rolle des Kunstwerks im Spannungsfeld zwischen Künstler und Publikum auseinandersetzt. Daher verwundert es nicht, dass er seine Fotoarbeiten nicht nur als Tafelbilder an die Wand hängt, sondern sie häufig in Objekte, Versuchsanordnungen und Handlungen einbaut.

In seinen neuesten Arbeiten leistet Stefan Burger dem Illusionismus der Fotografie Vorschub, indem er die Fotos in der Art von Fototapeten auf ganze Raumwände ausdehnt. Mit einer solchen ›Bildtapete‹ wird Burger den Ausstellungsraum der »Frischzelle« im Untergeschoss des Museums einkleiden und sein Spiel mit der Illusion von Wirklichkeit und fotografischem Abbild auf dunklem Fond treiben. Statt der Verheißung von romantischer Natur oder urbaner Skyline findet sich der Betrachter einer surrealen Alltagswelt gegenüber, bei der die ›Wirklichkeit‹ der abgebildeten Objekte fragwürdig bleibt. Artefakt und ›objet trouvé‹ sind gleichwertig und verwechselbar und besetzen als instabile, absurde Gesellschaft den musealen Raum. In Originalgröße treten seine ›Protagonisten einer Situation zwischen Transit und Stillstand‹ (Burger) dem Betrachter auf dem abfotografierten und in die Wand verlängerten Museumsparkett gegenüber. Eine wie verblasst wirkende Farbigkeit weckt Gedanken an Tristesse und Verlust. Ein Eindruck, der nicht nur von einer einsam ins diffuse Dunkel hängenden Glühbirne unterstrichen wird. Auch das Konterfei von Dieter Roths in Auflösung begriffenem Gartenzwerg in Schokohülle aus dem benachbarten Ausstellungsraum weckt Assoziationen an Vergänglichkeit. Oft bezeichnen Burgers atmosphärische ›Situationen‹ Umbruch, Wandel und Aufbruch. Einer seiner aktuellen Kommentare fasst gar die ›Totalliquidation‹ des Kunstbetriebs ins Auge. So wird der neue Bildraum bei Stefan Burger zur ›Spiegelung des musealen White Cube‹, bei der sich in einer ›inszenatorischen Ballung der Museumsabstellkammer‹ gerade keine typisch musealen Exponate, sondern vielmehr Requisiten ›aus der entlegenen Ecke‹ (Burger) auf anarchistische Weise den Eintritt ins Museum gleichsam erschlichen haben.

Möglich wurde die Ausstellungsreihe »Frischzelle« durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft, das in Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden ist. Preis: 5,00 €

Adresse :
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart
Kontakt:
Telefon: +49 (0) 711 – 216 21 88
Fax: +49 (0) 711 – 216 78 20
info@kunstmuseum-stuttgart.de
Öffnungszeiten:
Di, Do bis So: 10 – 18 Uhr
Mi und Fr: 10 – 21 Uhr
Mo: Geschlossen
Feiertagsregelung:
Karfreitag, Heilig Abend und 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr: geschlossen.
An allen übrigen Feiertagen ist das Museum von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dies gilt auch für Ostermontag und Pfingstmontag.

Ausstellung / Fotokunst / Berlin: Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre

Mittwoch, 11. März 2009

Die Ausstellung im Museum Deutsche Guggenheim Berlin läuft noch bis zum 10. Mai 2009.

Ende der 60er Jahre begannen mehrere junge Künstler in den USA damit, nach Fotografien realistische Bilder zu malen. Sorgfältig bis ins Detail porträtierten sie Dinge, Menschen und Orte, die das städtische wie auch vorstädtische, zeitgenössische amerikanische Leben bestimmten. Es wurden verschiedene Begriffe zur Definition dieser Kunst benutzt, vornehmlich Hyperrealismus und Fotorealismus.

Im Unterschied zu ihren Zeitgenossen, den Popkünstlern, präsentierten die Fotorealisten ihre in vielen Fällen alltäglichen Themen nicht auf ironische Weise. Sie hielten sich stattdessen mehr oder weniger detailgetreu an die mechanischen Reproduktionen, die ihnen als Ausgangspunkt dienten. Mittels vielfältiger Methoden, fotografische Informationen auf die Leinwand zu übertragen, produzierten sie lebendige Bilder von Motiven wie etwa reflektierende Schaufenster, glänzend polierte Autos, Süßigkeiten oder Familienferien, oft in einem weitaus größeren Maßstab als das Ausgangsmaterial.

Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre, die erste große Fotorealismus-Ausstellung in Deutschland seit fast dreißig Jahren, präsentiert 31 Bilder, viele ikonische Werke jener Periode, von 14 Künstlern: Robert Bechtle, Charles Bell, Tom Blackwell, Chuck Close, Robert Cottingham, Don Eddy, Richard Estes, Audrey Flack, Ralph Goings, Ron Kleeman, Richard McLean, Malcolm Morley, John Salt und Ben Schonzeit. Zugleich tief nostalgisch und unglaublich frisch, bieten die Werke der Ausstellung eine Momentaufnahme dieses wichtigen Kapitels in der Geschichte der Kunst und eines besonderen Augenblicks in der Geschichte Amerikas. Die Ausstellung würdigt das hohe Ansehen, das der amerikanische Fotorealismus im Deutschland der 70er Jahre genoss, indem zahlreiche Werke aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig gezeigt werden, sowie ein Portfolio mit zehn Lithografien, die in Zusammenhang mit der documenta V entstanden sind – dort war eine große Präsentation dieser Kunstbewegung gewidmet.

Aus Anlass der Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einer kunsthistorischen Übersicht von Linda Chase, der führenden Expertin des Fotorealismus, einer Untersuchung der soziokulturellen Landschaft im Amerika der 70er Jahre von David Lubin, Charlotte C. Weber Professor of Art an der Wake Forest University, und einem Essay über die Historiographie des Fotorealismus in Deutschland von der Kuratorin der Guggenheim- Ausstellung, Valerie Hillings.

Adresse:
Deutsche Guggenheim
Unter den Linden 13/15
10117 Berlin
Kontakt:
Fon +49 - (0)30 - 20 20 93-0
Fax +49 - (0)30 - 20 20 93-20
email berlin.guggenheim@db.com

Ausstellung / Fotografie / Wiesbaden: Kazuo Katase - Raum eines Raumes (Die Allegorie der Fotografie)

Freitag, 27. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 01.03.2009 - 17.05.2009 im Museum Wiesbaden.

Im Zentrum der Wiesbadener Ausstellung, die anlässlich der Verleihung des Otto Ritschl-Preises gezeigt wird, steht die Installation „Raum eines Raumes (Die Allegorie der Photographie)“. In dieser Installation setzt sich Katase mit Jan Vermeer van Delft, einem der bekanntesten holländischen Künstler des Barock auseinander. Dessen Gemälde werden zum Ausgangspunkt für eine komplexe Inszenierung, in der auch Vermeers einzigartiger Umgang mit dem Licht und seine Nutzung der Camera Obscura thematisiert werden. In Kombination mit niederländischen Werken des 17. Jahrhunderts aus der Kunstsammlung des Museums gelingt Katase eine ungewöhnlich einprägsame Verbindung von alter und neuer Kunst. Begleitend zu der Ausstellung des dritten Ritschl-Preisträgers präsentiert das Museum Wiesbaden Gemälde von Otto Ritschl sowie Arbeiten der bisherigen Ritschl-Preisträger Gotthard Graubner und Ulrich Erben.

Der in Kassel lebende japanische Künstler Kazuo Katase untersucht die Wahrnehmung von Kunst. Bereits in den 1980er Jahren hat er sich mit Motiven der europäischen Malerei auseinandergesetzt, sie in fotografische und installative Formen transformiert und in die Gegenwart überführt. Damit hebt er die Grenzen von alter und neuer Kunst auf und verdeutlicht, dass Kunst aus unterschiedlichen Jahrhunderten einer zeit- und raumübergreifenden Sphäre verpflichtet sein kann.

Kennzeichnend für alle Werke des Künstlers, die zumeist durch polare Prinzipien und Dualismen wie Innen und Außen, Positiv und Negativ, Licht und Schatten, Individuum und Gesellschaft oder Mensch und Natur bestimmt werden, ist ihre geradezu physisch spürbare ästhetische Präsenz. Katases Bildsprache wird in hohem Maße von den Prinzipien der Imagination und der Assoziation bestimmt. Die Ausstellung in Wiesbaden lädt durch ihre Raumgliederung dazu ein, den Vorgang des Sehens bewusst zu erleben. Wer wen wie wann und warum betrachtet, wird bei Katase zu einem kriminalistischen Fragespiel, das den Betrachter auf faszinierende Art zu seiner eigenen Wahrnehmung der Bildbetrachtung zurückführt.

Adresse:
Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden
Kontakt:
Telefon: 0611 335 22 50
Telefax: 0611 335 21 92
museum@museum-wiesbaden.de

Ausstellung / Fotokunst / Berlin: Erwin Blumenfeld - Dada-Montagen 1916 – 1933

Freitag, 27. Februar 2009

Die Ausstellung in der Berlinischen Galerie läuft noch bis zum 1. Juni 2009.

„In Wahrheit war ich nur Berliner“
Die von Helen Adkins kuratierte Ausstellung widmet sich erstmals umfassend dem Montagewerk Erwin Blumenfelds. Die Auswahl von rund 50 Montagen und 30 Fotografien stammt mehrheitlich aus dem Nachlass des Künstlers in Paris und Cambridge (GB), aus der Sammlung der Berlinischen Galerie und aus Privatbesitz. Die Ausstellung ist thematisch gegliedert: Selbstporträts, Schönheit und Vergänglichkeit, echtes und falsches Heldentum, die politischen Machtverhältnisse in Deutschland, utopische Großstadtvisionen. Zentrale Figuren sind, Charlie Chaplin, der Boxer und erste schwarze Weltmeister im Schwergewicht Jack Johnson, Wilhelm II. und Hitler.
Die Ausstellung basiert auf Helen Adkins Blumenfeld-Monografie von 2008.

Eine universale Persönlichkeit – Erwin Blumenfeld (1897-1969)

Erwin Blumenfeld hat für die Nachwelt sein Selbstbild festgeschrieben: im autobiografischen „Einbildungsroman“ sein bewegtes Leben und im Auswahlband „Meine 100 besten Fotos“ sein fotografisches Werk. Zwischen dem rebellischen Anarchisten und dem berühmten Porträt- und Modefotografen ist jedoch der Dada-Monteur für lange Zeit in einer Grauzone verschwunden. Blumenfeld hat kaum jemals an Ausstellungen teilgenommen, und seine Abwehrhaltung gegenüber dem Kunstbetrieb blieb lebenslang konstant. Die jetzige Entdeckung des frühen Montagewerks und dessen Verknüpfung mit dem umfangreichen Briefwechsel, den literarischen Skizzen und den fotografischen Arbeiten ergeben nun die eindrucksvolle Kontur eines modernen Uomo universale, der Kunst, Wissenschaft und Leben zwanglos miteinander verbunden hat.

Ein bewegtes Leben
Die Jugendjahre des 1897 in Berlin geborenen Erwin Blumenfeld sind dramatisch. Der Tod des Vaters 1913 an Syphilis, der finanzielle und gesellschaftliche Bankrott der Familie, der Verrat seiner gescheiterten Fahnenflucht im Ersten Weltkrieg durch die Mutter und der Verlust des Bruders bei Verdun erschüttern unwiderruflich Blumenfelds Auffassung von der Welt. Bereits 1918 zieht er nach Amsterdam zu seiner zukünftigen Ehefrau, Lena Citroen, der Kusine seines Jugendfreundes Paul Citroen. 1923 eröffnet er dort einen Handtaschen- Laden, dessen Bankrott 1933 mit Hitlers Wahlsieg einhergeht. Blumenfeld, der seit seinem zehnten Lebensjahr mit der Kamera experimentiert, versucht sich nun als Berufsfotograf zu etablieren. 1935 zieht er nach Paris und schafft es, auch durch die Unterstützung des Fotografen Cecil Beaton, in der Modewelt Fuß zu fassen. Nach einer zweijährigen Odyssee durch französische Internierungslager emigriert Blumenfeld 1941 nach New York. Rasch avanciert er zum hoch angesehenen und bestbezahlten Modefotografen. Er gestaltet zahlreiche Titelseiten für die Magazine Harper’s Bazaar, Vogue und Cosmopolitan. 1955 macht er sich in seinem Studio am Central Park selbständig. Er stirbt 1969 in Rom und ist dort begraben.

Berliner Bohème und Dada
Im spätwilhelminischen Berlin bewegt sich der junge Blumenfeld zwischen dem Untergang Preußens und den Verlockungen der Avantgarde. Er ist mit Paul Citroen und Walter Mehring, die als Maler und Dichter Anerkennung finden, eng befreundet. So verkehrt er in Herwarth Waldens Galerie „Der Sturm“ und im „Café Größenwahn“, wo er die Dichterin Else Lasker-Schüler kennen lernt. Mit George Grosz verbindet ihn eine lebenslange Freundschaft.

Die unbekannten Dada-Montagen
Die zwischen 1916 und 1933 entstandenen Montagen haben den widersprüchlichen Charakter intimer Tagebuchaufzeichnungen und populärer Filmexposés. Relikte aus den Bereichen Theater, Kino, Kunst, Literatur werden mit Fragmenten des Alltags durchsetzt. Ihren Dada-Charakter gewinnen die Montagen durch die spöttische bis zynische Grundhaltung eines anarchistischen Individualisten. Von struktureller Bedeutung ist überdies eine durch Meyers Konversationslexikon und Büchmanns „Geflügelte Worte“ geweckte Neugier auf die Welt und die Neigung, diese Welt in Aphorismen und Zitate zu zergliedern. Otto Weiningers Theorien prägen Blumenfelds Montagen ebenso wie Strindbergs Verteufelung des „Weibes“, doch die leidenschaftliche Anbetung des anderen Geschlechts ist unübersehbar. Ein zentraler Wesenszug der Montagen ist ihr großer Ich-Anteil und dessen Leitmotiv – das im gesamten Werk auftretende geteilte Gesicht. Seine Komposition folgt Weiningers These der menschlichen Androgynität, dem Doppelgängermotiv der Romantik und dem Verlangen, die engen Grenzen des eigenen Ich zu sprengen.

Ein einzigartiger Fotokünstler
Technisch geht das manuelle Montageprinzip 1933 in die chemischen Prozesse der fotografischen Entwicklung über. Blumenfelds Montagedenken aber bleibt: Ausschneiden, Übereinanderlegen, Versetzen, Hinzufügen und neu Kombinieren sind auch die Wesenszüge seiner Fotografie. In New York wird Blumenfeld zum gefeierten Starfotografen, der die wesenhafte Ausstrahlung und vergängliche Schönheit seiner Modelle mit der Kamera festhält.

Adresse:

Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin
Kontakt:
Fon +49 (0) 30 – 789 02 – 600
Fax +49 (0) 30 – 789 02 – 700
www.berlinischegalerie.de

Ausstellung / Bremen: Noble Gäste - Meisterwerke der Kunsthalle Bremen

Dienstag, 24. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 28.02.2009 - 28-06.2009 in der Weserburg in Bremen.

Hiroyuki Masuyama, Felsental (Das Grab des Arminius) 1813-14, 2007
Jemanden in den eigenen vier Wänden willkommen zu heißen, bedeutet im Sinne echter Gastfreundschaft nicht nur räumliche Unterbringung, also das sprichwörtliche „Einräumen“ eines abgegrenzten Bereiches, sondern auch aktiven Austausch, meint also Dialoge und Korrespondenzen - wie es sich eben für einen aufmerksamen Gastgeber gehört. Die Auswahl an herausragenden Werken, welche die Kunsthalle für etwa zwei Jahre in das Sammlermuseum Weserburg und damit in die ehemaligen Speicherhäuser inmitten der Weser schickt, gerät unter dieser Prämisse wie von selbst in Beziehung zu den hier bereits vorhandenen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Privatsammlungen. Ebenso zum Gebäude, einer ehemaligen Kaffeerösterei und seinen verschachtelt- labyrinthisch angelegten Räumen. Es geht also um Gastfreundschaft besonderer Art, nicht um ein Unisono - Nebeneinander, sondern um Fragen und Antworten, Dialoge, Entgegnungen und Abgrenzungen.

Ein Teil der Kunsthallen Werke stammt aus dem 19. Jahrhundert, wie zum Beispiel die beiden berühmten Skulpturen von Auguste Rodin, Das Eherne Zeitalter, 1875/76 und Johannes der Täufer, 1878/80. Letzterer gerät gleich beim Betreten der Etage in auffälligen Gegensatz – oder ist es doch ein tiefer Dialog und damit auch eine Gemeinsamkeit - mit der flächendeckend mit Graphit  bezeichneten Wand Lowdown, 2007 von Frank Gerritz und dem fotografierten Sternenhimmel von Thomas Ruff, Sterne (01 h 55m / -35 °),1989. Ein Landschaftsbild von Caspar David Friedrich Das Grab des Arminius, um 1813 korrespondiert – wie schon in der Kunsthalle zuvor – mit seiner perfekten fotografischen Umsetzung aus dem Jahr 2007 in einem LED Leuchtkasten von Hiroyuki Masuyama. Es scheint, als sei der Künstler mit seiner Kamera im Rahmen einer Zeitreise an Ort und Stelle gewesen, um das geschichtsträchtige Motiv auf die Festplatte zu bannen.

Fotoarbeiten von Hiroshi Sugimoto nehmen den Naturbezug noch einmal auf und führen in den nächsten Raum, wo bereits weitere Werke verschiedener Künstler auf einen Dialog warten. Darunter auch Die Große Galerie, 1995/97 von Boris Becker, eine Fotoarbeit, die eindrucksvoll noch einmal den alten Skulpturensaal der Kunsthalle ins Gedächtnis ruft. Natürlich nicht zu vergessen Maurizio Cattelans herausragende und gleichermaßen skurrile Fassung der Bremer Stadtmusikanten Love Saves Life, 1995 und Love Lasts Forever,1999, welche hier als lebensecht ausgestopfte Tierpräparate neben ihrer komplett skelettierten Version hochgestapelt vor uns stehen. Hintersinniger Kommentar, augenzwinkernder Bezug auch auf die Hansestadt Bremen, in der die Weserburg und die Kunsthalle zu Hause sind.

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Weserburg - Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
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