Artikel-Schlagworte: „Fotografie“

Ausstellung / Bremen: Michael Lapuks – Cities remixed

Dienstag, 24. Februar 2009

Eine Ausstellung vom  06.03.2009 - 26.04.2009 in der Weserburg in Bremen.

Michael Lapuks fotografiert, dokumentiert, abstrahiert was ihm auf seinen Reisen begegnet und doch versinnbildlichen seine Werke etwas ganz anderes als einen touristischen Katalog. Intuitiv wählt er gerade das als Motiv aus, was ihm vertraut erscheint: die wiederkehrende Architektur der Städte. Seine derart gesammelten Fotografien überträgt er in Holzschnitte: Indem hier er die Linien in comicartigem Stil weiter vereinfacht und zusam- menfasst, deckt er eine Art Grundstruktur und damit die Austauschbarkeit der sich stets gleichenden Orte auf. Durch die Verschmelzung der nur scheinbar individuellen Städte und Landschaften entsteht ein Gedanken-Ort, der gleichermaßen manifest wie unsichtbar bleibt.

Michael Lapuks Fotografien und die daraus entstehenden Holzschnitte bilden die Grundlage für zahlreiche Künstlerbücher, -hefte, -DVDs und -CDs, die zusammen mit Fotografien und Linolschnitten einen Überblick über sein Schaffen bieten.

Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen entsteht in Kooperation mit Studierenden der Universität Bremen. Anlässlich der Ausstellung erscheint die CD „Cities remixed“.

Der Künstler wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Eröffnung: 5. März 2009 um 19 Uhr
Pressetermin: Die Presse ist am 5. März zwischen 13 und 17 Uhr herzlich willkommen. Michael Lapuks ist anwesend und steht für Gespräche zur Verfügung.

Adresse:
Weserburg - Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
28199 Bremen
Kontakt:
Telefon 0049-(0)421-59839-0
Fax 0049-(0)421-505247
E-Mail mail(at)weserburg.de

Ausstellung / Frankfurt: Willi Kissmer

Dienstag, 17. Februar 2009

Die Ausstellung in der Galerie am Dom läuft noch bis zum 14.03.2009.

Faszinierend realistisch und zugleich geheimnisvoll präsentieren sich Willi Kissmers Frauendarstellungen, die vom 30. Januar bis 14. März 2009 in der Frankfurter Galerie am Dom gezeigt werden.
Neben seiner ersten, viel versprechenden Karriere als Gitarrist und Gründungsmitglied der Duisburger Rockband Bröselmaschine, absolvierte Kissmer von 1971 bis 1976 an der Folkwangschule Essen ein Kunststudium. Bei dem dortigen Gründungsrektor Professor Hermann Schardt spezialisierte er sich auf Radier- und Lithografietechniken.
Seine diesbezügliche Perfektion führt Kissmer in anmutigen aber keinesfalls oberflächlich gefälligen Körperporträts vor. Es geht ihm nicht um das bloße Präsentieren attraktiver weiblicher Formen. Vielmehr leben die dargebotenen Einblicke, die sich in ihrem schlanken Hochformat an der Körperform orientieren, von dem gekonnten Spiel der Enthüllung durch Verhüllung. Der Textur und Materialästhetik der verhüllenden Stoffe misst Kissmer größte Bedeutung bei.
Mal verschmilzt seidig-dünnes Tuch, kontrastreich zu dem groben Stoff einer Arbeitshose inszeniert, mit der Körperkontur zu einer untrennbaren Einheit, dann wieder wirken straff drapierte Tücher wie Fesseln, denen der eingeengte Körper zu entwachsen scheint.
Die Farbpalette, der sich Kissmer bei seinen verschiedenen Ätzt- und Radiertechniken in dem zum Atelier und Wohnhaus umfunktionierten Homberger Hebelturm bedient, ist reduziert. Warme Farbtöne, kombiniert mit einer raffinierten Lichtregie und genauster Beobachtungsgabe, entfalten auch in Kissmers Öl- und Acrylgemälden vor den Augen des Betrachters ihre annähernd fotografische Wirkung.

Die Vernissage der Ausstellung Willi Kissmer Unikate, Grafik & Skulptur findet in Anwesenheit des Künstlers am Freitag, 30. Januar 2009, von 19 bis 21 Uhr, in den Räumlichkeiten der Galerie am Dom, Frankfurt, statt.

Adresse:
Galerie am Dom - Frankfurt
Fahrgasse 22
60311 Frankfurt/Main
Kontakt:
Tel.: 0 69 - 21 99 69 29
Fax: 0 69 - 21 99 69 39
Öffnungszeiten:
Mi. - Fr. 13.00 – 18.00 Uhr
Sa. 11.00 – 15.00 Uhr

Ausstellung / Frankfurt: Raissa Venables - Fotografie

Donnerstag, 12. Februar 2009

Die Ausstellung in der Galerie Rothamel Frankfurt läuft noch bis zum 14.03.2009.

Raïssa Venables wurde 1977 in New Paltz, NY geboren. Sie studierte bis 1999 Fotografie und neue Medien am Kansas Art Institute und bis 2002 Fotografie an der Milton Avery Graduate School of the Arts am Bard College. In den letzten Jahren stellte sie im Frankfurter Städelmuseum, dem Jersey City Museum, dem Roswell Art Museum und in verschiedenen deutschen Kunstvereinen aus. Das Lower Manhattan Cultural Council und das Roswell-Artist-In-Residence Program in New Mexico ehrten sie mit Atelierstipendien, und die Kunsthalle in Emden kaufte Werke von ihr an. Die Künstlerin lebt in Pleasantville, NY und lehrt Fotografie an der School of Visual Arts in Manhattan.

Eine Monographie mit dem Titel Raïssa Venables erschien bei Hatje Cantz.

Adresse:
Galerie Rothamel Frankfurt
Fahrgasse 17
60311 Frankfurt a.M.
Kontakt:
Fon: +49-69-21 97 66 91

Ausstellung / Hamburg: Sigmar Polke. Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen

Montag, 9. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 13.03.2009 - 31.01.2010 in der Hamburger Kunsthalle.

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht eine vergessene, erst kürzlich wieder zusammengeführte Werkgruppe aus den Jahren 1974-1976: Wir Kleinbürger – Zeitgenossen und Zeitgenossinnen. Das zehnteilige Ensemble außergewöhnlich großformatiger Arbeiten auf Papier nimmt durch die einzigartige Vielfalt von Figuren, Spuren, Zeichen und Zitaten aus populären Bildwelten einen zentralen Stellenwert im Œuvre des Künstlers ein: Hier vermischen sich Anklänge an den so genannten Kapitalistischen Realismus der 1960er Jahre mit Vorläufern der chemischen und optischen Farbexperimente der 1980er sowie den seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt verhandelten politischen Themen. So entsteht ein Panorama von Kunst und Alltag der durch Hippie-Kultur, die neue Frauenbewegung und Terrorismus geprägten BRD. Ausgehend von der Kleinbürger-Serie gewährt die Ausstellung erstmals Einblick in die gesamte, bislang von der Kunstgeschichte vernachlässigte, künstlerische Produktion Sigmar Polkes in den 1970er Jahren. Film und Photographie ebenso wie Zeichnung und Malerei führen in Verbindung mit dokumentarischen Materialien und Bildvorlagen nicht nur die mediale Bandbreite seines Schaffens vor Augen, sondern zeigen einen völlig neuen, da lange unbeachteten Polke zwischen Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll.

Viele dieser Werke entstanden auf einem niederrheinischen Bauernhof – dem Gaspelshof bei Willich –, wo immer wieder auch andere Künstler arbeiteten und Freunde zu Gast waren. Polke pflegte ebenso enge Kontakte zur Köln-Düsseldorfer wie zur Berner und Züricher Kunstszene. Er war außerdem Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist daher Polkes Kollaborationen gewidmet: In Schlüsselwerken von Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern – Katharina Sieverding, Achim Duchow, Candida Höfer und vielen mehr – werden zeittypische Tendenzen zu gemeinsamem Arbeiten und Leben ebenso sichtbar, wie jeweils individuelle Auseinandersetzungen mit unter den Künstlerinnen und Künstlern kursierenden Themen der Zeit.

Ab März 2009 wird der Werkkomplex, der seinen Titel Hans Magnus Enzensbergers vieldiskutiertem Essay über die Unaufhaltsamkeit des Kleinbürgertums aus dem Jahr 1976 verdankt, in der Hamburger Kunsthalle erstmals nach über dreißig Jahren wieder öffentlich gezeigt. Die ungewöhnlich lange Laufzeit von zehn Monaten soll im schnelllebigen Ausstellungsbetrieb ein Signal zur Entschleunigung setzen und eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Kleinbürger-Ensemble sowie den kulturhistorischen Kontexten der 1970er Jahre ermöglichen.

In drei aufeinander folgenden, sich ergänzenden Wechselausstellungen mit Akzenten auf „Clique“, „Pop“ und „Politik“ eröffnen sich immer wieder neue Zusammenhänge und unerwartete Perspektiven auf Polkes Œuvre, in welchen die Kleinbürger immer wieder neue Nachbarn bekommen.

Zeitgleich mit der Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König eine umfangreiche Publikation, die den Entstehungskontext von Wir Kleinbürger – Zeitgenossen und Zeitgenossinnen aufarbeitet und die Serie in einem größeren Zusammenhang verhandelt.

Kuratoren der Ausstellung: Dr. Dorothee Böhm und Dr. Dietmar Rübel, in der Hamburger Kunsthalle Dr. Petra Roettig

Teil 1: Clique, 13. März 2009 bis 28. Juni 2009
Teil 2: Pop, 13. Juli 2009 bis 4. Oktober 2009
Teil 3: Politik, 16. Oktober 2009 bis 31. Januar 2010

Adresse:
Hamburger Kunsthalle
Stiftung öffentlichen Rechts
Glockengießerwall
20095 Hamburg
Kontakt:
Telefon ++49 (0) 40 428 131 200
Telefax ++49 (0) 40 428 54 34 09
E-Mail info@hamburger-kunsthalle.de
Internet www.hamburger-kunsthalle.de

Ausstellung / Wien: The Porn Identity - Expeditionen in die Dunkelzone

Montag, 9. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 13.02.2009 - 01.06.2009 in der Kunsthalle Wien (Halle 2). Eintritt ab 18 Jahren.

Stanley Kubrick, Korova Milkbar, 1971/2007, replica, designed by Liz Moore

Porno, sagt man, ist das, womit und wobei wir uns nicht erwischen lassen wollen. Und doch ist Porno überall. Pornografie erobert den Mainstream und boomt in den Nischen, findet sich im Alltag, im Pop und in der Kunst. Die „Pornetration“ durchflutet die Medien, die in ihrem voyeuristischen Charakter und ihrer Gier nach körperlichen Zeichen von Erregung selbst latent pornographisch agieren – immer auf der Suche nach Tabus, die es auszureizen, zu brechen und zugleich doch zu erhalten gilt.
Im Schatten des trüben Glamours der Porno-Oscars und den objektivierenden, latent gewalttätigen Zugriff auf die (meist weiblichen) Körperöffnungen mobilisieren sich in letzter Zeit „postpornographische“ Gegenbilder zu Sexismus und heteronormativen Nummernrevuen. In den wuchernden Net-, Indie- und Alternative-Porn-Szenen agieren ProduzentInnen, denen es um selbstbestimmte Lüste, störrische Ästhetiken und um eigensinnige Identitätspolitiken geht, während umgekehrt KünstlerInnen Phänomene wie Voyeurismus, Stimulation, Transgression, sexuelle Raumordnungen, Genderkonstruktionen und das Verhältnis von Macht, Blick und Körper untersuchen.

The Porn Identity konfrontiert den Wildwuchs der Pornografie mit Laufbildern, Skulpturen und Installationen, die das sexuelle Begehren reflektieren. Der Transfer der schamlosen Bilder in den kunstinstitutionellen Raum durchbricht nicht nur den pornotypischen Zusammenhang von marktorientierter Veröffentlichung und reprivatisiertem Konsum, sondern stellt durch die einhergehende Verkomplizierung der pornographischen Identität auch die Frage nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Kunst und der visuellen Kultur der Stimulation.
So verzweigt sich der Ausstellungsparcours in einem Bildermischwald, der verschiedenste unterirdische Verbindungen aufweist. Die trickreich dem Laufbild abgetrotzten Körper- und Mimikstudien zum ödipalen, unbewussten Horror im Hollywood-Kino des Avantgardefilmemachers Martin Arnold korrespondieren etwa mit einem Video von Terence Koh über die Maskierung des Gesichts; oder mit dem Verdrängten eines amerikanischen Waschmittelkonzerns, der ausgerechnet die Pornodarstellerin Marilyn Chambers zum Werbe-Model machte. Deren Skandalfilm Behind the Green Door wiederum inspirierte Johannes Wohnseifer zu einer Installation in Form einer grünen Tür, hinter der sich das pornotypische Wechselspiel aus Verheimlichung und Enthüllung, Tabu und Transgression weiter treiben lässt.

Neben der Thematisierung des repressiven Verhältnisses von Macht, Blick und Körper (zum Beispiel durch eine Arbeit John Millers über die Vielheit sexueller Beziehungen, William E. Jones’ neu bearbeiteten Polizeiüberwachungsvideo von 1962 über homosexuellen Toilettensex oder in der lesbisch-feministischen Aneignung des Lolita-Stoffs von Katrina Daschner) steht in einigen konzeptionellen Arbeiten ein bewusst vermittelter Umgang mit der erotischen Aufladung von Materialien und Objekten im Vordergrund. Beispiele dafür sind Tom Burrs schwarze Pferdestall-Skulpturen, die geglättet-minimalistische, „machtlose“ Architektur der Queer Bar von Elmgreen & Dragset oder die beklemmend-feingliedrige Fetischismus-Referenz in der Skulptur Totem von Tatiana Trouvé. Die darin eingelagerte Tendenz zur ästhetischen Abstraktion steht nicht nur im Widerstreit mit dem Wunsch nach einer scheindokumentaristischen, maximalen Sichtbarkeit im handelsüblichen pornographischen Phantasma, sondern auch mit den vielfältigen Fiktionen, die in den mit Punk-, Gothic- und Industrialversatzstücken angereicherten Filmen des Alternative Porn-Filmemachers Eon McKai, den schwarzhumorig grellen Agit-Pornopop-Dramen von Bruce LaBruce, den selbstreflexiven Sadomaso-Szenen von Tobaron Waxman oder den anarchischen Genderverwechslungskomödien mit deftigem Dildoeinsatz von Panik Qulture ausagiert werden. So scheint am Ende, wo der nimmermüde pornographische Wiederholungszwang in Form einer Videoinstallation aus farblich geordneten Pornoszenen vor sich hinruckelt, die allgemein gebräuchliche Definition der Pornografie als Darstellung sexueller Akte zum alleinigen Zweck der Stimulation nicht mehr zu greifen: Es ist nicht immer Kunst, but is it still Porn?

KuratorInnen: Thomas Edlinger, Florian Waldvogel, Angela Stief

KünstlerInnen der Ausstellung: Louisa Achille, Nic Andrews, Joanna Angel, Kenneth Anger, Fernando Arias, Martin Arnold, James Avalon, Belladonna, Andrew Blake, Monica Bonvicini, Bruce LaBruce, Angela Bulloch, Tom Burr, Ellen Cantor, Marilyn Chambers, Brett Corrigan, T. Arthur Cottam, Gerard Damiano, Katrina Daschner, Nathalie Djurberg, Rinse Dream, Marcel Duchamp, Elmgreen & Dragset, Jean Genet, Sachiko Hanai, Marlene Haring, Jenna Jameson, Ron Jeremy, William E. Jones, Richard Kern, Edward & Nancy Kienholz, Terence Koh, Stanley Kubrick, Bruce LaBruce ,Michael Laub & Dean Proctor, Joseph Maida, Dorit Margreiter, Dona Ann McAdams, Eon McKai, Olaf Metzel, John Miller, Jim & Artie Mitchell, Robert Mueller, Panik Qulture, Steve Rocco, Iwata Roku, Doug Sakmann, Carolee Schneemann, Annie Sprinkle, Hito Steyerl, Paul Thomas, Tatiana Trouvé, Tseng Yu-Chin, Tobaron Waxman, Lawrence Weiner, Octavio Winkytiki, Johannes Wohnseifer, Nick Zedd, Jack the Zipper

Ausstellungskatalog: Begleitend zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst Nürnberg der Reader The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone mit werkbezogenen und weiterführenden Texten von Thomas Ballhausen, Thomas Edlinger, Linda Hentschel, Ramón Reichert, Angela Stief, Florian Waldvogel und Katherina Zakrawsky. 216 Seiten, zahlreiche farbige und s/w Abbildungen. ISBN 978-3-941185-10-4, Euro 25,00.

Filmreihe: Das Filmarchiv Austria zeigt im April im Metrokino die Filmreihe „Hauptsache Fleisch. Erotisches und Pornografisches im österreichischen Film“. Kuratoren: Thomas Ballhausen, Thomas Edlinger www.filmarchiv.at

Pressekonferenz: Mittwoch, 11. Februar, 11 Uhr ACHTUNG, geänderter TERMIN!
Eröffnung: Donnerstag, 12. Februar 2009, 19 Uhr

Adresse:
KUNSTHALLE wien
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
Kontakt:
Tel. +43-1-52189-0
Fax +43-1-52189-1217
office@kunsthallewien.at

Ausstellung / Müchen: William Eggleston - Democratic Camera - Fotografie und Video 1961-2008

Sonntag, 8. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 20.02.2009 - 17.05.2009 im Haus der Kunst in München.

William Eggleston, Untitled, 1965-68 and 1972-74, from Los Alamos, 2003, Dye transfer print 45,1 x 30,5 cm


“Best Photography Show”

(Jerry Saltz, The Year in Superlatives, in: New York Magazine, Dezember 2008)

Die frühen Fotografien von William Eggleston entstanden in Schwarzweiß. Mitte der 60er-Jahre begann er in Farbe zu fotografieren und läutete - nahezu im Alleingang - die Ära der künstlerischen Farbfotografie ein.

Bekannt wurde er 1976 mit einer Einzelausstellung im MoMA. Damals war Egglestons Schnappschussästhetik und der psychologisierende Einsatz von Farbe noch ungewohnt; in einem Jahresrückblick wurde die MoMA-Ausstellung sogar als “The most hated show of the year” bezeichnet. Heute genießt Eggleston bei einer jüngeren Generation von Fotografen und Filmregisseuren international Kultstatus.

Die Ausstellung folgt Egglestons künstlerischer Produktion von den frühen Schwarzweiß- fotografien über seinen bahnbrechenden Übergang zur Farbe bis hin zur Gegenwart. Unter den 160 Exponaten finden sich selten publizierte bzw. gezeigte Werke und sogar Premieren:

- frühe Schwarzweißfotografien aus den Jahren 1961-68
- 25 Originalabzüge im dye-transer-Verfahren aus “William Eggleston’s Guide” von 1969-72
- das Videotagebuch “Stranded in Canton” (1973-74, Video, s/w, Klang, 77 min) über Egglestons   legendäre nächtliche Streifzüge
- 15 Ausstellungsabzüge aus “The Democratic Forest”, entstanden in den 90er-Jahren
- 12 digital hergestellte Abzüge von Arbeiten aus den Jahren 1999-2001 (Premiere)
- 20 Ausstellungsabzüge von Fotografien aus “Election Eve” von 1976 (Premiere)

William Eggleston lebt noch heute in Memphis, wo er 1939 geboren wurde. Er wuchs in Sumner in Mississippi auf. Die Familie war wohlhabend durch den Besitz von Baumwollplantagen. William Eggleston ging nie einer Erwerbsarbeit nach, sondern konnte sich seinen Interessen widmen: Musik und Fotografie, Film und Audiotechnik. Er passte sich nicht an gesellschaftliche Regeln an, und während die Mode seiner Zeit immer informeller wurde, trug er meist einen Anzug. Doch seine seriöse Erscheinung stand zu seinem unkonventionellen Handeln im Widerspruch. Sein Werk spiegelt deutlich, dass er ein frei denkender und agierender Mensch war - “ein Rebell mit dem Aussehen eines Stummfilmstars, der dem Alkohol, Drogen und schönen Frauen zugetan war” (Thomas Weski). Egglestons früheste Bilder zeigen in rauen, skizzenartig wirkenden Schwarzweiß- aufnahmen Motive in Sumner. Sie vermitteln dem Betrachter das Gefühl, dass Eggleston den Bildausschnitt nur grob festlegt und alles akzeptiert, was sich in dem festgelegten Rahmen abspielt. Das Ergebnis sind Aufnahmen, die das Unkalkulierbare in die Bildfindung integrieren und somit den Zufall akzeptieren. Die Überzeugung, dass das Unkontrollierbare im Moment der Aufnahme das abschließende Bild bereichert, teilt Eggleston mit Henri Cartier-Bresson. 1959 hatte er dessen 1952 erschienene Monografie “The decisive Moment” entdeckt; das Buch wurde für die nächsten Jahre sein fotografischer Bezugspunkt.

In Motiven des ihn umgebenden Alltags findet Eggleston sein zentrales Thema: Supermärkte, die an urbanen Rändern entstehen; Gehsteige, Einfahrten, Terrassen, polierte Autos, zum Dinner gedeckte Tische, Tankstellen; die Häuser der Mittelklasse, Interieurs von Südstaatenresidenzen; Bars und ihre Stammgäste. Alles, was sich vor der Kamera abspielt, ist grundsätzlich bildwürdig, sei es scheinbar noch so nebensächlich oder banal. Das gefüllte Fach einer Gefriertruhe oder Schuhe unter einem Bett - Eggleston richtet seinen ‘demokratischen’ Blick auf alles und behandelt es mit der gleichen Aufmerksamkeit. Sein Schwerpunkt liegt auf den Schauplätzen seiner Heimat, Memphis, New Orleans und dem Mississippi-Delta; doch für Auftragsarbeiten reist er auch rund um die Welt. Mit seiner Hinwendung zum Alltag hebt sich Eggleston deutlich ab von den erhabenen Motiven der Meisterfotografen der Zeit, die sehr langsam und sorgfältig arbeiten mussten, weil ihre Plattenkameras nur vom Stativ aus bedient werden konnten. Die Werke von damals tonangebenden Fotografen wie Ansel Adams oder Edward Weston zeichneten sich durch strenge Komposition, meisterhafte Bewältigung der fotografischen Technik und durch die Bearbeitung klassischer Themen - majestätische Landschaften, idealisierende Porträts und Akte - aus. William Eggleston dagegen arbeitet mit unterschiedlichen Kameratypen, vom Kleinbild- über das Mittel- bis zum Großformat. Er probiert nach seinem Wechsel zur Farbfotografie auch unterschiedliche Verfahren für die Herstellung aus, vom Abzug in Drugstores über C-prints bis zum dye-transfer-Verfahren. Seine Entdeckung des dye-transfer-Verfahrens wurde für sein künstlerisches Konzept entscheidend. Es handelte sich um eine von Kodak in den 40er-Jahren entwickelte Technik, bei der das Motiv in drei Farbauszüge aufgeteilt nacheinander auf einen Papierträger übertragen wird. In der Summe ergab sich ein farbstabiler Abzug, bei dem einzelne Farben verändert oder intensiviert werden konnten, ohne die Komplementärfarbe zu beeinflussen. Eggleston konnte nun die einzelnen Elemente der Farbgebung gezielt steuern; vor allem aber konnte er über die Farbe auch den emotionalen Gehalt und die psychologische Wirkung seiner Bilder beeinflussen. So gibt etwa das warme Nachmittagslicht dem Porträt eines Supermarktangestellten eine versöhnliche Note, während es zugleich einen ernüchterten Blick auf den amerikanischen Traum wirft.

Oft sind die Bilder aus ungewöhnlichen Perspektiven fotografiert. Ein Dreirad wurde von Eggleston auf dem Boden liegend aufgenommen und zitiert so den noch freien Blick eines Kindes auf ein Objekt, das im Spiel durchaus mehrere Bedeutungen entwickeln kann. Das Bild transportiert diese Offenheit der Deutung und versetzt den Betrachter in das Augenblicksgefühl der eigenen Kindheit zurück. Zur Ikone wurde die monochrom gehaltene Aufnahme einer roten Zimmerdecke: ein blutender Himmel, fotografiert aus der Perspektive einer Stubenfliege. Viele seiner stärksten Bilder entfalten ähnlich suggestive Wirkung. Sie wachsen mit beunruhigender Kraft über sich hinaus und können das Unterbewusstsein dermaßen kolonisieren, dass die realen Gegenstände nur noch als vom Künstler definierte Motive wahrgenommen werden.

So vertraut die Motive dem Betrachter sind, so sehr entziehen sich Egglestons Serien alltäglicher Szenen einer schnellen und eindeutigen Interpretation. Mit ihrer eigenwilligen Aufnahmeperspektive, dem gewählten Ausschnitt und der subjektiven Farbsteuerung öffnen die Bilder den Weg zu weiteren Assoziationen und Bedeutungen. Durch die Fülle bzw. Überfülle des Warenangebots etwa, das sich vor Käufern und Konsumenten ausbreitet, entstehen Stimmungsbilder, die durchaus eine Aussage treffen über die Symptome einer Massengesellschaft und die Befindlichkeit des Individuums in dieser Gesellschaft. In vielen seiner Fotografien werden Verlust, Entfremdung, Einsamkeit und Sehnsucht als zeitgenössische Phänomene sichtbar.

Stranded in Canton

“Stranded in Canton” ist ein Porträt benebelter Subkultur, in der Eggleston sowohl Teilnehmer als auch Beobachter war. Mit Infrarotmaterial und Videokamera filmte Eggleston meist nachts bei vorhandenem Licht

auf Straßen, in Bars und Wohnungen und bei Konzerten. Er filmte ohne Schnitt Monologe von Freunden und bizarre Handlungen. Dabei belichtete er die gesamte Länge des Videobandes. Viele der Akteure - Musiker, Chauvinisten, ein Transvestit - waren betrunken oder standen unter Drogen. Aber auch die Kinder des

Fotografen wurden frühmorgens in einem entrückten Zustand zwischen Wachsein und Schlafen von ihrem Vater gefilmt. Die Kameraführung war konfrontativ und ausweichend zugleich: Sie tastet ihre Objekte förmlich ab, um sich dann wieder zurückzuziehen und sie in unendlich langen Einstellungen zu erfassen und zu umkreisen. Das schwarz-weiße Videomaterial entstand 1973-74 in Memphis, New Orleans und anderen Teilen der Südstaaten. Es wurde kürzlich wiedergefunden und für die Ausstellung vom Filmemacher Robert Gordon in eine narrative Struktur gebracht. Bis dahin waren die Filme ein unbearbeitetes Fragment, das nur vereinzelt auf Festivals gezeigt worden war.

Die Retrospektive entsteht in enger Abstimmung mit dem Künstler und in Koproduktion mit dem Whitney Museum of Art, wo sie am 7. November 2008 Premiere hatte; sie wird von Elisabeth Sussman, Whitney Museum und Thomas Weski, Haus der Kunst kuratiert. Die Präsentation im Haus der Kunst ist einzige europäische Station der Ausstellungstour, die anschließend zurück in die USA führt: zur Corcoran Gallery of Art in Washington, zum Art Institute of Chicago und zum Los Angeles County Museum of Art.

“William Eggleston. Democratic Camera. Photographs and Video, 1961-2008″; mit Beiträgen von Thomas Weski, Elisabeth Sussman, Donna De Salvo, Tina Kukielski, Stanley Booth und Adam Welch; 304 Seiten, ISBN 978-0-300-12621-1, Yale University Press, € 49,80

Öffnungszeiten:
mo-so 10-20 Uhr
do 10-22 Uhr
Adresse:
Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
d 80538 München
Kontakt:
t +49 (0)8921127-113
mail@hausderkunst.de

Ausstellung / Hannover: Fotografie trifft Malerei – Die Sammlung Wilde im Sprengel Museum Hannover

Freitag, 6. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 15.02.2009 – 30.08.2009 im Sprengel Museum Hannover.

Florence Henri, (Ohne Titel) Selbstporträt 1938/1984, Silbergelatine Baryt, 36,5 x 27,1 (Darstellung), 38,5 x 28,7 (Blatt), Sammlung Ann und Jürgen Wilde, Sprengel Museum Hannover

Ende der 1960er Jahre entdeckten Ann und Jürgen Wilde ihre Leidenschaft für die Fotografie. Über Jahrzehnte hinweg erwuchsen aus ihrer engagierten, kenntnisreichen und spürsinnigen Tätigkeit, die Anfang der 1970er Jahre in der Kölner Galerie Wilde erstmals öffentlich sichtbar wurde, ein Archiv, eine Stiftung und eine Sammlung, die ca. 1.500 Originalfotografien umfasst. Schwerpunkte bildet die Fotografie der Klassischen Moderne.

Seit 1992 befindet sich die Sammlung als Dauerleihgabe im Sprengel Museum Hannover (bis voraussichtlich Anfang 2010). Vielfältige Ausstellungen von Albert Renger-Patzsch und Karl Blossfeldt sowie Sammlungspräsentationen mit August Sander, Florence Henri, Friedrich Seidenstücker, Duane Michals, David Hockney, Germaine Krull, Aenne Biermann und anderen sind bislang ausgerichtet worden. Seit 2005 werden immer wieder Künstler eingeladen, in der Sammlung Wilde Präsentationen zu entwickeln. Beispiele stellen die 2005 von Heidi Specker geschaffene Arbeit „Bangkok“ dar, die in Korrespondenz zu Fotografien von Germaine Krull aus den 1940er und 1950er Jahren entstand, und die am 25. Januar 2009 endende Ausstellung „Jochen Lempert in der Sammlung Ann und Jürgen Wilde“.

10 Jahre nach der umfangreichen Übersichtsausstellung „Mechanismus und Ausdruck“ entfaltet sich die Sammlung Wilde nun in die Untere Sammlung des Sprengel Museum Hannover hinein. Es begegnen sich Fernand Léger und Germaine Krull, Max Ernst und Man Ray, Umberto Boccioni und Albert Renger-Patzsch, Hans Arp und Aenne Biermann und viele andere.

Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 15. Februar 2009, 11.15 Uhr

Adresse:
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Kontakt:
Telefon: (0511) 168 - 4 38 75
Fax: (0511) 168 - 4 50 93
Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de

Ausstellung / Mannheim: Martin Zeller - Space and Time in photographing Hongkong

Freitag, 30. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 14.02.2009  – 03. 05.2009 in der Kunsthalle Mannheim.

Martin Zeller, Space and Time in photographing

Die Kunsthalle Mannheim präsentiert Fotoarbeiten von Martin Zeller (*1961 Mannheim), die in den letzten zwei Jahren in Hongkong entstanden sind. Die Fotografien sind als „work in progress“ das Resultat eines über Jahre angelegten Projekts, das im Hinblick auf eine Zuspitzung städtebaulicher, raumstruktureller und sozialer Entwicklungen in Hongkong und dem angrenzenden chinesischen Perl-Fluss-Delta entstanden ist. Charakteristisch für Zellers Fotos sind das Fehlen von Horizont und Fluchtpunkt und damit die einhergehende Gleichordnung der Raumwahrnehmung. Elemente, die den Raumeindruck sowohl in der klassischen chinesischen Malerei als auch in der asiatischen Stadtlandschaft von heute bestimmen. Von diesen Erfahrungen ausgehend hat Zeller die urbane Landschaft in extremen Hoch- und Querformaten fotografiert und installiert die Ausschnitte, indem er sie diagonal übereinander setzt, so dass sich eine fotografische Ansicht mit einer anderen kreuzt. Die Collage von zwei oder mehreren Fotografien lässt einen mehrperspektivischen Bildraum von verschiedenen Zuständen entstehen, die wir gleichzeitig wahrnehmen. Die Begrenzungen lösen sich auf, die starre Trennung von Innen und Außen wird aufgehoben und das Bild öffnet sich auf den realen Raum hin, so dass sich der Raum des Bildes mit dem Raum der Erinnerung überlagert.

Eröffnung der Ausstellung:
Freitag, 13. Februar 2009, 18.00 Uhr
Öffnungszeiten:
Di - So 11:00 - 18:00 Uhr
Mo geschlossen
Adresse:
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim

Ausstellung / Essen: Paul Graham - Fotografien 1981–2006

Mittwoch, 28. Januar 2009

Die Ausstellung im Museum Folkwang läuft noch bis zum 05.04.2009.

Das Museum Folkwang widmet dem britischen Fotografen Paul Graham (geb. 1956) die erste Retrospektive in Deutschland mit 11 großen, seit 1981 entstandenen Werkkomplexen. Die Ausstellung zeigt mit etwa 145 Bildern eine repräsentative Auswahl seiner Arbeit. Graham steht in der Tradition der sozialdokumentarischen Fotografie, die in England nach dem 2. Weltkrieg durch Bill Brandts geprägt und von Fotografen wie Chris Killip und John Davis weitergeführt wurde. In der Auseinandersetzung mit ihnen und mit der amerikanischen Fotografie der 60er und 70er Jahre entwickelte Graham ein innovatives künstlerisches Werk, dessen Blick kompromisslos auf die soziale Wirklichkeit gerichtet ist. Die Ausstellung setzt die Kooperation zwischen Museum Folkwang und RWE AG im Bereich zeitgenössischer Kunst fort.

Paul Graham lebt in New York. Seine letzten Serien American Night und A Shimmer of Possibilities sind in den USA entstanden. Die Auseinandersetzung mit den amerikanischen Schwarz-Weiß Fotografen Gary Winogrand, Lee Friedlander und Diane Arbus, die ihre Arbeit als individuelle Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen definierten, aber auch mit der Farbfotografie von Stephen Shore und William Eggleston, deren Interesse sich auf Alltagssituationen und -objekte richtet, hat Grahams Bildsprache geprägt.

Zu einer Zeit, in der die Kunstfotografie zunehmend inszeniert, manipuliert oder im Studio produziert wird, oder die Welt auf eine kühle, konzeptualisierte Art auf Distanz gehalten wird, hebt sich Grahams Arbeit als kontinuierliche Beobachtung und Befragung der Lebenswirklichkeit ab.

Grahams erste Publikation A1 – The Great North Road, erschien 1981, eine Dokumentation, die entlang der englischen Nord-Süd Nationalstraße entstand. Graham nimmt bereits hier Anleihen bei traditionellen Genres der fotografischen Praxis und fügt sie neu zusammen. In der Serie Troubled Land, die sich mit der Situation Nordirlands auseinandersetzt, kombiniert er 1987 Landschaftsfotografie und Kriegsfotografie. Im Jahr zuvor war die farbige Reportage Beyond Caring entstanden, eine Bestandsaufnahme englischer Arbeitsämter und ihrer desolaten Tristesse. In den Serien American Night (1998–2002) oder in End of an Age (1996–1998 ) verschiebt er die Grenzen dessen, was gemeinhin als Bild oder Porträt akzeptiert wird. Die Entwicklung seines fotografischen Schaffens ist eng verknüpft mit Fragen der Präsentation, die er für einzelne Projekte vom gr0ßformatigen Tableau bis hin zu kleinformatigen Sequenzen entwickelt. Paul Graham hat die starke Tradition der britischen, sozialdokumentarischen Fotografie in seinem Werk aufgenommen, um sie vielfältig zu bereichern und weiter zu entwickeln. Seine Arbeiten beleben kritisch den fotografischen Diskurs und stellen die Dokumentarfotografie mit ihren „Aussagen“ in Frage. Dem gedruckten Bild und dem Buch kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Während die frühen Projekte noch in einer klassischen Tafelbildabfolge bei immer gleicher Bildgröße zusammengefasst waren, entwickelte Graham für die jüngsten Arbeiten sehr individuelle Buchformen, die durch unterschiedliche Formate, Materialien und Buchsequenzen die speziellen Arbeitsweisen hervorheben.

Adresse:
Museum Folkwang Essen
Kahrstraße 16
D-45128 Essen
Kontakt:
Tel. +49 (0)201 – 88 45 301

Ausstellung / Hamburg: Die Erinnerung ist oft das Schönste - Fotografische Porträts von Romy Schneider

Mittwoch, 28. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 06.02.2009 - 13.05.2009 in Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

F. C. Gundlach, Romy Schneider, Hamburg 1961,
Silbergelatine auf Baryt, Vintageprint 40 x 30 cm

Herbert List, Max Scheler, Roger Fritz, F. C. Gundlach, Will McBride, Peter Brüchmann, Werner Bokelberg, Helga Kneidl und Robert Lebeck fotografierten Romy Schneider auf ganz unterschiedliche Weise, als junges Mädchen, in ihren Filmrollen, mit ihren Kindern, scheinbar unbeobachtet im Alltag oder in Posen und Verkleidungen, fröhlich oder nachdenklich, schön und verletzlich. Zu sehen sind mehr als 140 Aufnahmen, davon werden rund 40 erstmals gezeigt.

Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert – und doch ist sie immer rätselhaft geblieben. Die in der Ausstellung präsentierten Fotografen trafen nur einmal auf Romy – Herbert List etwa hielt den Teenager um 1954 auf bisher unbekannten Bildern fest – oder begleiteten sie durch ihr Leben, wie Robert Lebeck, dem seit den 1950er-Jahren bis kurz vor ihrem Tod beeindruckend persönliche Aufnahmen gelangen.

Die Momentaufnahmen lassen den Mythos Romy lebendig werden, gleichzeitig wird die Vergänglichkeit des Daseins auf eindrückliche Weise sichtbar. Denn das Grundwesen der Fotografie ist es, ein Abbild zu schaffen, um Geschehenes dauerhaft bezeugen zu können. Doch schon im Moment der Aufzeichnung ist das aufgenommene Foto nur noch Beleg eines flüchtigen Augenblicks.

Bisher unveröffentlicht sind die Fotografien von Herbert List, Werner Bokelberg, Peter Brüchmann, Roger Fritz und Max Scheler. Auch ein Großteil der Fotos von F. C. Gundlach und Will McBride werden zum ersten Mal öffentlich ausgestellt und publiziert. Die Fotografien von Helga Kneidl und Robert Lebeck sind bereits in Büchern über Romy Schneider erschienen. Diese Bände sind jedoch vergriffen.

Der Ausstellungskatalog ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und zum Preis von 29,80 € erhältlich:
Beate Kemfert (Hrsg.)
Die Erinnerung ist oft das Schönste
Fotografische Porträts von Romy Schneider
176 Seiten, 138 Abb., davon 10 farbig, 128 in Duplex 25,30 x 31,00 cm, gebunden mit Schutzumschlag.

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 11 - 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 11 - 21 Uhr
Museums-Eintritt:
8 € / 5 €, mittwochs und donnerstags ab 17 Uhr immer 5 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei
Adresse:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg,
Steintorplatz, 20099 Hamburg.
Kontakt:
Telefon: (040) 428 134 - 27 32 (Dienstag bis Freitag,11.00 Uhr - 18.00 Uhr)
Infoband: (040) 428 134 - 26 30
Telefax: (040) 428 134 - 28 34