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Ausstellung / Modern Art / Bern: Tracey Emin. 20 Years

Mittwoch, 25. März 2009

Die Ausstellung im Kunstmuseum in Bern läuft noch bis zum 21. Juni 2009.

Star der Kunstszene zwischen Provokation und persönlicher Tragik

Tracey Emin gehört zu den berühmtesten britischen Künstlern der Gegenwart. Die erste grosse Retrospektive gibt einen Überblick über ihre Karriere von den späten 1980er Jahren bis heute. Es ist die bislang umfangreichste und bedeutendste Tracey Emin-Ausstellung, welche von der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh zusammengestellt wurde und als erste Einzelausstellung überhaupt in der Schweiz gezeigt wird. Das Kunstmuseum Bern bietet die einzigartige Gelegenheit, aktuelle und jüngere Werke in Gegenüberstellung zu erleben und durch den Dunst von Glamour und persönlicher Tragik, welche den Star Tracey Emin umgeben, hindurchzuschauen.

1963 in London geboren wurde Tracey Emin im Umfeld der Young British Artists (YBA) entdeckt und erreichte mit ihren kompromisslos autobiografischen Werken rasch ein grosses Publikum. In ihrer Heimat geniesst Tracey Emin grossen Prominentenstatus. Ihre Werke werden von bekannten Persönlichkeiten gesammelt und sie ist immer wieder ein beliebter Gast auf Parties und in Talk-Shows. Regelmässig erscheint ihre persönliche Zeitungskolumne im „The Independent“.

Emin absolvierte ihre Ausbildung am Maidstone College of Art und am Royal College of Art in London und hatte ab 1998 internationale Ausstellungserfolge in Amsterdam, New York, Sydney, Tokyo, München und Istanbul. Sie wurde 2007 Mitglied der Royal Academy of Arts und bespielte im selben Jahr den Britischen Pavillon an der Biennale in Venedig.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung in Bern gehört zweifellos My Bed – das ungemachte Bett der Künstlerin –, vielleicht das bekannteste Werk Emins überhaupt, das 1999 als Beitrag bei der Turner Prize-Ausstellung einen Skandal hervorrief. Aber auch weitere Werke, in denen Emin ihre sexuelle Vergangenheit, ihre fehlende Schulbildung, ihre Alkoholexzesse sowie ihre Kinderlosigkeit thematisiert, sind nicht minder provokant und fordern eine stete Neubestimmung der Arbeiten zwischen reinem Selbstzeugnis und Kunstwerk.

Präsentiert wird eine breite Vielfalt an Medien: von Emins grossformatigen bestickten Stoffbildern bis zu Videofilmen, von Neonarbeiten und grossräumigen Installationen bis zu intimen Zeichnungen, Monotypien und lichten Gemälden.

Kuratoren
Kathleen Bühler (Kunstmuseum Bern), Isabel Fluri (Kunstmuseum Bern, Assistenz), Patrick Elliott (Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh

Stationen der Ausstellung
Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh (2.8.-9.11.2008), CAC Málaga, Centro de Arte Contemporáneo de Málaga (28.11.2008-22.02.2009), Kunstmuseum Bern (19.3. - 21.6.2009)

Agenda
Öffentliche Führung in Deutsch Dienstag, 31. März, 14. April, 28. April, 12. Mai, 26. Mai, 9. Juni, 16. Juni, 19h Kunst über Mittag Mittwochs, 12h30 – 13h Einführung für Lehrpersonen Dienstag, 17. März, 18h und Mittwoch, 18 März, 14h Vortrag Prof. Dr. Peter Schneemann Dienstag, 28. April, 20h Vortrag Prof. Dr. Philip Ursprung Dienstag, 12. Mai, 20h Symposium Samstag, 16. Mai, 10 – 18h Public Guided Tours in English Tuesday, May 5 and June 2, 19h30 Podiumsgespräch „Unangepasst erfolgreich“: Donnerstag, 11. Juni, 19h30 Vortrag Dr. Antje Krause-Wahl Dienstag, 16. Juni, 20h Filmprogramm im Kino Kunstmuseum siehe www.kinokunstmuseum.ch

Adresse:
Kunstmuseum Bern

Hodlerstrasse 12

3000 Bern 7

Kontakt:
Tel +41 31 328 09 44
Fax +41 31 328 09 55

Ausstellung / Fotokunst / Frankfurt: Doris Lasch, Ursula Ponn: „If you don’t create your own history someone else will“

Montag, 23. März 2009

Die Ausstellung in den Räumen des Frankfurter Kunstverein läuft vom 27.03,2009 – 31.05.2009.

Die beiden Künstlerinnen Doris Lasch (*1972, Landsberg/Lech) und Ursula Ponn (*1965, Bad Aibling) zeigen im Frankfurter Kunstverein eine neue raumbezogene Installation, die sich mit Fragen nach der Konstruktion und Wahrnehmung von Geschichte im Kontext von Kunst und Kultur beschäftigt. Für die Ausstellung und den begleitenden Katalog wurden die beiden Künstlerinnen mit dem Förderpreis „Kataloge für junge Künstler“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ausgezeichnet.

Wie sich die Vergangenheit darstellt ist immer eine Frage der Blickrichtung und gleichzeitig entscheidend für die Manifestation von Geschichte sowie die daraus folgende Entwicklung politischer oder kultureller Entscheidungen. Vor diesem Hintergrund und mit einem besonderen Interesse für das komplexe Geflecht zwischen Wahrnehmung, Repräsentation und Wahrheit, entwickeln Doris Lasch und Ursula Ponn ihre Arbeiten unter Verwendung verschiedener Medien wie Fotografie, Film und Rauminstallationen.

Doris Lasch und Ursula Ponn haben seit ihrem Studium an der Kunstakademie in München eine gemeinsame künstlerische Sprache entwickelt und diese bei einem anschließenden Aufenthalt in Maastricht an der Jan van Eyk Akademie (2003 – 2005) in gemeinsamen Projekten fortgesetzt und inhaltlich verdichtet. Die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein ist ihre erste umfangreiche institutionelle Ausstellung in Deutschland. Thematisch umkreisen Lasch/Ponn darin den kunstspezifischen Begriff der „Retrospektive“. Dabei werden drei Aspekte angesprochen, die in der Arbeit der beiden Künstlerinnen eine wesentliche Rolle spielen: die Reflektion von Vergangenem, der Blick bzw. die Wahrnehmung sowie die Repräsentation.

„Das Reale muss zur Dichtung werden, damit es gedacht werden kann“ behauptet der französische Philosoph Jacques Rancière in seinen Schriften zur (dokumentarischen) Fiktion. In diesem Sinne und mit Bezug auf die Arbeit von Lasch/Ponn kann Geschichte also immer auch als Fiktion von Realität verstanden werden, da sie immer auf einer Form von Erzählung oder Repräsentation beruht, die nie neutral sein kann.

Doris Lasch und Ursula Ponn werden im Frankfurter Kunstverein raumbezogen eine neue Installation aus unterschiedlichen Medien schaffen, die an ihre gemeinsame Zusammenarbeit der vergangenen zehn Jahre anknüpft und unterschiedliche Arbeiten daraus aufgreift. Wie in einer Zeitcollage werden Zeitkapseln mit unterschiedlichen reproduzierten Arbeiten geöffnet, die sich gleich einer Ausstellung in der Ausstellung und einem Bild im Bild überlagern. Fiktion und Realität gehen dabei ein wechselseitiges Verhältnis ein. In der Ausstellung wird so ein Rückblick entstehen, der die künstlerische Produktion im Spannungsfeld ständig wechselnder Kontexte befragt.

Vor allem der Ort kultureller Produktion und Repräsentation ist immer wieder Thema in den Arbeiten der beiden Künstlerinnen. Dabei untersuchen sie sowohl die Parameter der Architektur, als auch der sozialen und historischen Bedingungen des Ortes.

Die Fotografie dient ihnen als Medium des Ausdrucks und kann gleichzeitig als Metapher einer kulturhistorischen Untersuchung gelesen werden. Die analoge Fotografie – ein heute fast schon anachronistisches Medium – bewegt sich immer zwischen den Polen ihres Wirklichkeitsanspruchs und ihrer immanenten Eigenschaft der Vergänglichkeit. Dieses Spannungsverhältnis greifen Lasch/Ponn auf. Durch großformatige schwarz-weiß Aufnahmen entwickeln sie Fiktionen möglicher Szenarien, die vor unserem Auge unweigerlich zu Geschichte werden, ohne dass sie in der Realität tatsächlich eine Entsprechung finden. Aus eigenen inszenierten Bildern, gefundenem Material sowie Beiträgen befreundeter Künstler erzeugen sie so ein dichtes Gefüge kultureller Referenzen, Anknüpfungspunkte und Erzählstränge, die aktuelle Fragen der Wahrnehmung und Entstehung kultureller Wahrheiten thematisieren.

Im Kontext der Ausstellung erscheint eine Publikation mit Texten der Künstlerinnen sowie Texten von Dominiek Hoens und Katja Schroeder.

Kuratorin der Ausstellung: Katja Schroeder

Die Publikation und das Projekt werden von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftung im Programm „Kataloge für junge Künstler“ gefördert.

Pressevorbesichtigung: 26. März 2009, 11 Uhr

Eröffnung: 26. März 2009, 19 Uhr

Adresse:
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Kontakt:
Fon +49 (0)69 219314-0
Fax +49 (0)69 219314-11

Ausstellung / Fotokunst / Stuttgart: FRISCHZELLE_10: STEFAN BURGER

Donnerstag, 12. März 2009

7. März – 10. Mai 2009, Kunstmuseum Stuttgart

›Was gehört ins Museum und was muss draußen bleiben?‹ Nicht immer lässt sich diese Frage eindeutig beantworten. Vor allem dann nicht, wenn Stefan Burger seine Finger im Spiel hat. Lustvoll führt der 31-Jährige das Publikum mit seinen um das Verhältnis von Bild, Wirklichkeit, Künstler und Betrachter kreisenden fotografischen Arbeiten aufs Glatteis. Etwa, wenn Schilder mit dem Aufdruck ›Ausstellung‹, bereitgestellt zum Abtransport, das Ende einer Ausstellung andeuten, obwohl sie doch ein zentraler Teil von ihr sind. »Es ist die Bühnensituation, in der ich Tag für Tag agiere«, sagt Burger. Als zehnter Künstler gestaltet er im Untergeschoss des Museums einen Ausstellungsraum. Damit präsentiert das Kunstmuseum Stuttgart in der Reihe »Frischzelle« vom 7. März bis 10. Mai erstmals eine rein fotografische Position.

Eine Gerümpelecke in der Garage, Reste von Teppichrollen oder eine Betonsäule, deren demolierte Schmalseite an eine angebissene Tafel Schokolade erinnert: Stefan Burgers kuriose Anti-Sehnsuchtsmotive entfalten mit slapstickhafter Komik ihre rebellische Kraft, wenn er dem Medium Fotografie und den Bedingungen des Ausstellungsbetriebs auf ganz eigene Art auf den Zahn fühlt. 1977 in Müllheim / Baden geboren, stößt Burger während seines Studiums der Fotografie in Zürich zur »forschungsgruppe_f«, die sich in Aktionen mit der Rolle des Kunstwerks im Spannungsfeld zwischen Künstler und Publikum auseinandersetzt. Daher verwundert es nicht, dass er seine Fotoarbeiten nicht nur als Tafelbilder an die Wand hängt, sondern sie häufig in Objekte, Versuchsanordnungen und Handlungen einbaut.

In seinen neuesten Arbeiten leistet Stefan Burger dem Illusionismus der Fotografie Vorschub, indem er die Fotos in der Art von Fototapeten auf ganze Raumwände ausdehnt. Mit einer solchen ›Bildtapete‹ wird Burger den Ausstellungsraum der »Frischzelle« im Untergeschoss des Museums einkleiden und sein Spiel mit der Illusion von Wirklichkeit und fotografischem Abbild auf dunklem Fond treiben. Statt der Verheißung von romantischer Natur oder urbaner Skyline findet sich der Betrachter einer surrealen Alltagswelt gegenüber, bei der die ›Wirklichkeit‹ der abgebildeten Objekte fragwürdig bleibt. Artefakt und ›objet trouvé‹ sind gleichwertig und verwechselbar und besetzen als instabile, absurde Gesellschaft den musealen Raum. In Originalgröße treten seine ›Protagonisten einer Situation zwischen Transit und Stillstand‹ (Burger) dem Betrachter auf dem abfotografierten und in die Wand verlängerten Museumsparkett gegenüber. Eine wie verblasst wirkende Farbigkeit weckt Gedanken an Tristesse und Verlust. Ein Eindruck, der nicht nur von einer einsam ins diffuse Dunkel hängenden Glühbirne unterstrichen wird. Auch das Konterfei von Dieter Roths in Auflösung begriffenem Gartenzwerg in Schokohülle aus dem benachbarten Ausstellungsraum weckt Assoziationen an Vergänglichkeit. Oft bezeichnen Burgers atmosphärische ›Situationen‹ Umbruch, Wandel und Aufbruch. Einer seiner aktuellen Kommentare fasst gar die ›Totalliquidation‹ des Kunstbetriebs ins Auge. So wird der neue Bildraum bei Stefan Burger zur ›Spiegelung des musealen White Cube‹, bei der sich in einer ›inszenatorischen Ballung der Museumsabstellkammer‹ gerade keine typisch musealen Exponate, sondern vielmehr Requisiten ›aus der entlegenen Ecke‹ (Burger) auf anarchistische Weise den Eintritt ins Museum gleichsam erschlichen haben.

Möglich wurde die Ausstellungsreihe »Frischzelle« durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft, das in Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden ist. Preis: 5,00 €

Adresse :
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart
Kontakt:
Telefon: +49 (0) 711 – 216 21 88
Fax: +49 (0) 711 – 216 78 20
info@kunstmuseum-stuttgart.de
Öffnungszeiten:
Di, Do bis So: 10 – 18 Uhr
Mi und Fr: 10 – 21 Uhr
Mo: Geschlossen
Feiertagsregelung:
Karfreitag, Heilig Abend und 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr: geschlossen.
An allen übrigen Feiertagen ist das Museum von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dies gilt auch für Ostermontag und Pfingstmontag.

Ausstellung / Grafik / Linz: Michaela Melián - Speicher

Dienstag, 10. März 2009

Die Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz läuft noch bis zum 02.06.2009.

Michaela Melián ist bildende Künstlerin und Musikerin. Sie drückt sich in unterschiedlichen Medien aus, in Installationen, Objekten, Zeichnungen und Musik. Meliáns Interesse gilt der Politik von Erinnerung und dem Weiterwirken zeitgeschichtlicher Phänomene. Die installativen Arbeiten inszenieren ein komplexes Verweissystem vielschichtiger Erinnerungsfelder.

Im Zentrum der Ausstellung im Lentos steht die neue Arbeit SPEICHER. Thematischer und formaler Ausgangspunkt für SPEICHER ist VariaVision – Unendliche Fahrt, eine 1965 realisierte, heute verschollene intermediale Arbeit von Alexander Kluge (Texte), Edgar Reitz (Filme) und Josef Anton Riedl (Musik) zum Thema des Reisens. VariaVision bot als Rauminstallation mit gleichzeitigem Vorführen und Wiedergeben von Filmen, mehrkanaliger Musik und Sprache eine neue und andere Wahrnehmung von Musik, Film und Text. Reitz und Kluge unterrichteten an der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG), die in der kurzen Zeit ihres Bestehens zwischen 1953 und 1968 maßgeblich die deutsche und internationale Design-, Kunst- und Mediengeschichte geprägt hat.

In der Hochschule stand ab 1963 eines der ersten elektronischen Studios in Westdeutschland, das 1959 in München gegründete Siemens-Studio für elektronische Musik. Das Studio mit seinen neuen, rein elektronisch erzeugten Klängen wurde sehr erfolgreich von internationalen Komponisten und Musikproduzenten genutzt. Heute ist es im Deutschen Museum München ausgestellt.

Für SPEICHER bringt Michaela Melián das Studio im Deutschen Museum München noch einmal zum Klingen. Diese Klänge, Töne, Geräusche werden aufgezeichnet und bilden die Basis für eine neue Komposition. In sie eingebettet ertönt eine vielstimmige Collage, ein Textkonvolut zum Thema Reisen und Bewegung. In SPEICHER wird nicht linear erzählt, sondern Themen, Geschichten und Zeitebenen verschränken sich in tönenden Schleifen und Spiralen mit dem Heute.

Mit SPEICHER realisiert Melián eine Raumsituation, die die Konzeption von VariaVision mittels Projektionen und Wandzeichnungen, Stimme und Musik aufgreift. Die BesucherInnen erleben sich dynamisch als Teil dieser Installation.

Die Installation SPEICHER wird ergänzt durch die Arbeit RÜCKSPIEGEL, eine fünfteilige Videoinstallation, für die Melián die seinerzeitigen Protagonisten aus dem Produktionsumfeld von VariaVision interviewt hat. In den, von Schauspielern wiedergegebenen, Interviewpassagen wird die historische, mittlerweile obsolete Verbindung zwischen künstlerischer Moderne, Technikeuphorie und gesellschaftsverändernden Motivationen reflektiert.
Ein spezifisch für den Ausstellungsraum angefertigtes großformatiges WANDBILD sowie einige – in Meliáns Werk typische – mit der Nähmaschine hergestellte Zeichnungen und andere Arbeiten auf Papier ergänzen die Präsentation.

In Kooperation mit dem Ulmer Museum und der Cubitt Gallery, London.
Zu den Ausstellungen ist im Koenig Books Verlag, London ein zweisprachiger Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und Textbeiträgen von Jan Verwoert, Brigitte Reinhardt, Stella Rollig und Bart van der Heide erschienen.

Öffnungszeiten tägl. 10-18 Uhr; Do 10-21 Uhr
Eintritt € 6,50, ermäßigt € 4,50

Führungen So, 29. März, 16 Uhr; Do, 23. April, 19 Uhr; Do, 28. Mai, 19 Uhr
Ausstellungsgespräch mit Direktorin Stella Rollig: Do, 12. März, 19 Uhr

Pressekonferenz 4. März 2009, 10 Uhr
GesprächspartnerInnen bei der Pressekonferenz:
Stella Rollig, Direktorin des Lentos Kunstmuseum Linz
Michaela Melián, Künstlerin

Adresse:
Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
4020 Linz
Kontakt:
Tel.: +43(0)732/7070/3600 bzw. 3614
Fax: +43(0)732/7070/3604
info@lentos.at

Ausstellung / Fotografie / Wiesbaden: Kazuo Katase - Raum eines Raumes (Die Allegorie der Fotografie)

Freitag, 27. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 01.03.2009 - 17.05.2009 im Museum Wiesbaden.

Im Zentrum der Wiesbadener Ausstellung, die anlässlich der Verleihung des Otto Ritschl-Preises gezeigt wird, steht die Installation „Raum eines Raumes (Die Allegorie der Photographie)“. In dieser Installation setzt sich Katase mit Jan Vermeer van Delft, einem der bekanntesten holländischen Künstler des Barock auseinander. Dessen Gemälde werden zum Ausgangspunkt für eine komplexe Inszenierung, in der auch Vermeers einzigartiger Umgang mit dem Licht und seine Nutzung der Camera Obscura thematisiert werden. In Kombination mit niederländischen Werken des 17. Jahrhunderts aus der Kunstsammlung des Museums gelingt Katase eine ungewöhnlich einprägsame Verbindung von alter und neuer Kunst. Begleitend zu der Ausstellung des dritten Ritschl-Preisträgers präsentiert das Museum Wiesbaden Gemälde von Otto Ritschl sowie Arbeiten der bisherigen Ritschl-Preisträger Gotthard Graubner und Ulrich Erben.

Der in Kassel lebende japanische Künstler Kazuo Katase untersucht die Wahrnehmung von Kunst. Bereits in den 1980er Jahren hat er sich mit Motiven der europäischen Malerei auseinandergesetzt, sie in fotografische und installative Formen transformiert und in die Gegenwart überführt. Damit hebt er die Grenzen von alter und neuer Kunst auf und verdeutlicht, dass Kunst aus unterschiedlichen Jahrhunderten einer zeit- und raumübergreifenden Sphäre verpflichtet sein kann.

Kennzeichnend für alle Werke des Künstlers, die zumeist durch polare Prinzipien und Dualismen wie Innen und Außen, Positiv und Negativ, Licht und Schatten, Individuum und Gesellschaft oder Mensch und Natur bestimmt werden, ist ihre geradezu physisch spürbare ästhetische Präsenz. Katases Bildsprache wird in hohem Maße von den Prinzipien der Imagination und der Assoziation bestimmt. Die Ausstellung in Wiesbaden lädt durch ihre Raumgliederung dazu ein, den Vorgang des Sehens bewusst zu erleben. Wer wen wie wann und warum betrachtet, wird bei Katase zu einem kriminalistischen Fragespiel, das den Betrachter auf faszinierende Art zu seiner eigenen Wahrnehmung der Bildbetrachtung zurückführt.

Adresse:
Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden
Kontakt:
Telefon: 0611 335 22 50
Telefax: 0611 335 21 92
museum@museum-wiesbaden.de

Ausstellung / München: Apichatpong Weerasethakul - Primitive

Donnerstag, 26. Februar 2009

Die Ausstellung im Haus der Kunst in München läuft noch bis zum 17.05. 2009.

Auf die Filmprojekte von Herbert Achternbusch, Agnés Varda, Christoph Schlingensief, Alexander Kluge, Garin Nugroho und Amar Kanwar, die das Haus der Kunst seit 2003 gezeigt hat, folgt nun Apichatpong Weerasethakul mit der Weltpremiere von “Primitive”. Die Reihe wird fortgesetzt mit Edgar Reitz (Variavision, 2010).

“Primitive” ist eine neue Arbeit des thailändischen Künstlers und Filmemachers Apichatpong Weerasethakul. Das Kernstück des facettenreichen Projekts, das in verschiedenen Zusammenhängen präsentiert wird, bildet die Installation auf mehreren Leinwänden, die im Haus der Kunst Premiere hat. Das Haus der Kunst hat “Primitive” gemeinsam mit FACT (Foundation for Art and Creative Technology) in Liverpool und Animate Projects in London in Auftrag gegeben.

Als er im vorigen Jahr für einen Spielfilm über Onkel Boonmee recherchierte, einen Mann, der sich an seine früheren Leben erinnern kann, bereiste Apichatpong Weerasethakul den Nordosten Thailands nahe der laotischen Grenze. Unter anderem besuchte er das verschlafene Dorf Nabua, einen der Orte, den die thailändische Armee von den 1960er- bis in die frühen 1980er-Jahre besetzt hatte, um vermeintliche Kommunisten in Schach zu halten. 1965 wurde Nabua landesweit bekannt, weil sich dort kommunistische Bauern und totalitäre Regierung das erste Feuergefecht lieferten. Zwanzig Jahre lang unter strikter Besatzung und militärischer Kontrolle, war Nabua Schauplatz von grausamer Unterdrückung, Kampf und Gewalt. Viele Menschen flohen in die Wälder. Zurück blieben fast nur Frauen und Kinder.

In einer Sage aus dieser Gegend klingen die historischen Tatsachen nach: Sie erzählt von einem “Witwengespenst”, das jeden Mann entführt, der sein Reich betritt. Es verschleppt sie zu seinen anderen Ehemännern in ein unsichtbares Land. Deshalb, so die Sage, sei die Gegend männerlos. “Witwenstadt” wurde der Spitzname von Nabua. Als der kalte Krieg endete, wurden Einigungen erzielt und die kommunistische Partei von Thailand verkümmerte. Die Regierung spielte die Gewalt herunter. Die Öffentlichkeit vergaß. Auch die Toten sind vergessen. Die junge Generation kennt das Nabua von gestern nicht mehr.

Apichatpong Weerasethakuls Projekt will Nabua neu erfinden, einen Ort, wo Erinnerungen und Ideologien ausgestorben sind. Die Installation porträtiert die halbwüchsigen männlichen Nachkommen der kommunistischen Bauern, befreit aus dem Reich des Witwengespensts.

Weerasethakul verbrachte Ende 2008 zwei Monate in Nabua und dokumentierte das Leben der Teenager. Das Projekt verzweigte sich und nahm verschiedene Formen an: Manifestationen eines Künstlers, der verschiedene ausgedachte Szenarien schafft, um einem Ort eine Erinnerung einzupflanzen. Wie bei seinen bisherigen Arbeiten mischen sich Fiktion und Dokumentation. Immer schon wollte Weerasethakul einen Film mit einem Raumschiff drehen; Nabua schien ihm der perfekte Landeplatz für dieses Raumschiff und für die Idee einer Reise. Er bat die Teenager des Dorfes, das Raumschiff mit ihm zu bauen. Es bildet ein Kernmotiv der Installation.

Wie Weerasethakuls Filme ist auch “Primitive” eine Impression von Licht und Erinnerung. Das Licht ist natürlich: Sonnenlicht, Feuerschein. Lichter sickern durch Türen und Fenster, Lichter verbrennen die Reisfelder. Künstliche Blitzschläge zerstören die friedliche Landschaft und locken die Geister aus der Erde. “Primitive” handelt von Wiedergeburt und Transformation. Es feiert die zerstörerische Kraft der Natur und in uns, eine Kraft, die brennen muss, um geboren zu werden und sich zu wandeln.

Die Primitive-Installation im Haus der Kunst besteht aus verschiedenen Elementen, die gleichzeitig auf mehreren Leinwänden vorgeführt werden. Die Hauptleinwände zeigen verschiedene Arten von Tageslicht, vom Abend bis zur Nacht. Die Teenager sind in einem Reisfeld, in der Ferne sieht man das Raumschiff, ein Gespenst steht im Sonnenuntergang und in der Nacht träumen die Teenager im Raumschiff. Eine andere Leinwand zeigt Aufnahmen von Nabua und seinen nächtlichen Feldern, Blitze schlagen krachend in die Erde ein. Der Bau des Raumschiffs ist dokumentiert und es gibt zwei Musikvideos, in denen die Halbwüchsigen auftreten.

Apichatpong Weerasethakul ist letztes Jahr bei der 55. Carnegie International für seine Installation “Unknown Forces” als herausragender neuer Künstler mit dem Fine Prize ausgezeichnet worden. Seine Spielfilme, unter anderem “Tropical Malady” (2004) und “Syndromes and a Century” (2006) wurden von der Kritik hoch gelobt und gewannen mehrere Preise. Er ist anerkannt als “eine der Schlüsselfiguren der Filmkunst dieses Jahrzehnts” (Frieze).

Zusätzlich zu der Installation, die im Haus der Kunst gezeigt wird, hat das Primitive-Projekt drei Komponenten: Zwei selbstständige Kurzfilme und ein Künstlerbuch, das ebenfalls “Primitive” heißt.

Der Kurzfilm “Primitive: A Letter to Uncle Boonmee” wird am 20. Februar im Filmmuseum München uraufgeführt. Ein Halbwüchsiger, der den Regisseur spielt, trägt einen Brief vor: Er beschreibt das Innere abendlicher Häuser in Nabua.

Der Kurzfilm “Phantoms of Nabua” wurde eigens für die Website “Animate Projects” geschaffen und wird unter www.animateprojects.org online gestellt. “Phantoms of Nabua” porträtiert Lichter: Die Lichter des Zuhauses, aber auch das Licht der Zerstörung - Teenager spielen mit einem brennenden Fuflball.

Das Künstlerbuch “Primitive” enthält Interviews und Tagebucheinträge, die während Apichatpong Weerasethakuls Recherche-Reisen entstanden sind, sowie Fotos. Es erscheint im Laufe des Jahres bei Edizioni Zero, Mailand in der Cujo-Serie.

Retrospektiven von Weerasethakuls Filmen werden im Österreichischen Filmmuseum in Wien (26. März - 2. April), dem Arsenal-Kino Berlin (1. - 15. April) und im Filmmuseum München (3. - 15. April) gezeigt. Im März veröffentlicht das Österreichische Filmmuseum die erste umfassende englischsprachige Monografie.

Adresse:
Haus der Kunst
Prinzregentenstrasse 1
d 80538 München

Kontakt:
t +49 (0)89 21127-113
f +49 (0)89 21127-157
mail@hausderkunst.de

Ausstellung / Berlin: Italians do it 2 - Domino,Taravella,Feo,Baragli,…

Montag, 19. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 22.01.2009 - 12.02.2009 in der Infantellina Contemporary Kunst-Galerie der Stein Art GmbH in Berlin.

Infantellina Contemporary ist die erste und einzige berliner Kunst-Galerie die 100% zeitgenössiche italienische Kunst präsentiert. Am Gendarmenmarkt  I-C werden bis zum 12.02.2009 über 400 Kunstwerke (Gemälde und Fotografien) von bekannten italienischen Künstlerinnen ausgestellt. Alle 7 Tagen werden die Kunstwerke gewechselt.

Andresse:
Infantellina Contemporary (Stein Art GmbH)
10117 Berlin
Taubenstrasse 20-22
Kontakt:
Fon: +49(0)30-92210407

SOUNDSCRIBBLES - Istallation, Zeichnung und Fotografie von Hans-Christian Jaenicke

Freitag, 19. Dezember 2008

20 Minilautsprecher hängen frei im Raum. Leise zu hören ist ein “akustisches Skizzenheft” mit unvollständigen, einander überkreuzende Lauten und Geräuschen. Der Knotenpunkt, in dem diese Soundscribbles zusammenlaufen ist der Rezipient, der sich in diesem Klangraum bewegen kann, wie in einem Buch, mit frei sortierbaren Seiten. Die kompositorische Gestalt ist amorph, die Veränderung Prinzip. Es entsteht ein akustischer Organismus, der das Potential unterschiedlicher Begegnung hörbar macht.

Der Hamburger Künstler Hans-Christian Jaenicke beschäftigt sich mit Baustellen. Er fotografiert und analysiert sie nicht nur, sondern er erfindet zahlreiche neue dazu, frei von Zweck und Sinn. Mit jeder Zeichnung, jedem Objekt feiert er die Möglichkeit einer völligen Neuordnung der Dinge. Der einen und einzigen Möglichkeit, auf die wir uns als Realität geeinigt haben, stellt Jaenicke damit eine unendliche Fülle an gleichberechtigten Möglichkeiten zur Seite. So entstehen zum Beispiel merkwürdige Objekte. Die Materialien dazu, meist aus dem Baumarkt, sind Styropor, Schläuche oder Klebefolien. Er bearbeitet sie schonungslos, entreißt sie ihrer Eindeutigkeit, so dass sie anders ineinandergreifen und eine gemeinsame Gestalt annehmen können. Sie beginnen untereinander neu und diesmal vieldeutig zu funktionieren. Auch in den Zeichnungen “Entwürfe zu Baustellen” sind es ganz einfache Grundformen, die bereit sind, sich zu verdichten. Noch ist nichts konkret, die Dinge in der Schwebe. Unmittelbar wird der Betrachter mit der Idee infiziert, wie umfassend eine freie Neugestaltung der Realität aussehen könnte. “Ich verstehe meine Arbeit als Möglichkeit, den ästhetischen Ort BAUSTELLE in andere Lebensbereiche zu überführen und die ästhetische Handlung, die Arbeit an immerwährender Veränderung, als eine Verantwortung zu begreifen.” (Jaenicke)

SOUNDSCRIBBLES und andere Baustellen Hans-Christian Jaenicke: Installation, Fotografie, Zeichnung Eröffnung: Sa, den 22.11.2008 Dauer der Ausstellung: 22.11.08 bis voraussichtlich 10.01.2009 BAUSTELLE eins, Arnoldstr. 1, 22765 Hamburg, Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr. 10 – 16 Uhr und nach Vereinbarung. Tel: 040 – 76 97 55 55, mobil: 0178 – 708 42 89

BAUSTELLE eins
Arnoldstr. 1
22765 Hamburg
www.hans-christian-jaenicke.de