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Ausstellung / Modern Art / Bern: Tracey Emin. 20 Years

Mittwoch, 25. März 2009

Die Ausstellung im Kunstmuseum in Bern läuft noch bis zum 21. Juni 2009.

Star der Kunstszene zwischen Provokation und persönlicher Tragik

Tracey Emin gehört zu den berühmtesten britischen Künstlern der Gegenwart. Die erste grosse Retrospektive gibt einen Überblick über ihre Karriere von den späten 1980er Jahren bis heute. Es ist die bislang umfangreichste und bedeutendste Tracey Emin-Ausstellung, welche von der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh zusammengestellt wurde und als erste Einzelausstellung überhaupt in der Schweiz gezeigt wird. Das Kunstmuseum Bern bietet die einzigartige Gelegenheit, aktuelle und jüngere Werke in Gegenüberstellung zu erleben und durch den Dunst von Glamour und persönlicher Tragik, welche den Star Tracey Emin umgeben, hindurchzuschauen.

1963 in London geboren wurde Tracey Emin im Umfeld der Young British Artists (YBA) entdeckt und erreichte mit ihren kompromisslos autobiografischen Werken rasch ein grosses Publikum. In ihrer Heimat geniesst Tracey Emin grossen Prominentenstatus. Ihre Werke werden von bekannten Persönlichkeiten gesammelt und sie ist immer wieder ein beliebter Gast auf Parties und in Talk-Shows. Regelmässig erscheint ihre persönliche Zeitungskolumne im „The Independent“.

Emin absolvierte ihre Ausbildung am Maidstone College of Art und am Royal College of Art in London und hatte ab 1998 internationale Ausstellungserfolge in Amsterdam, New York, Sydney, Tokyo, München und Istanbul. Sie wurde 2007 Mitglied der Royal Academy of Arts und bespielte im selben Jahr den Britischen Pavillon an der Biennale in Venedig.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung in Bern gehört zweifellos My Bed – das ungemachte Bett der Künstlerin –, vielleicht das bekannteste Werk Emins überhaupt, das 1999 als Beitrag bei der Turner Prize-Ausstellung einen Skandal hervorrief. Aber auch weitere Werke, in denen Emin ihre sexuelle Vergangenheit, ihre fehlende Schulbildung, ihre Alkoholexzesse sowie ihre Kinderlosigkeit thematisiert, sind nicht minder provokant und fordern eine stete Neubestimmung der Arbeiten zwischen reinem Selbstzeugnis und Kunstwerk.

Präsentiert wird eine breite Vielfalt an Medien: von Emins grossformatigen bestickten Stoffbildern bis zu Videofilmen, von Neonarbeiten und grossräumigen Installationen bis zu intimen Zeichnungen, Monotypien und lichten Gemälden.

Kuratoren
Kathleen Bühler (Kunstmuseum Bern), Isabel Fluri (Kunstmuseum Bern, Assistenz), Patrick Elliott (Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh

Stationen der Ausstellung
Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh (2.8.-9.11.2008), CAC Málaga, Centro de Arte Contemporáneo de Málaga (28.11.2008-22.02.2009), Kunstmuseum Bern (19.3. - 21.6.2009)

Agenda
Öffentliche Führung in Deutsch Dienstag, 31. März, 14. April, 28. April, 12. Mai, 26. Mai, 9. Juni, 16. Juni, 19h Kunst über Mittag Mittwochs, 12h30 – 13h Einführung für Lehrpersonen Dienstag, 17. März, 18h und Mittwoch, 18 März, 14h Vortrag Prof. Dr. Peter Schneemann Dienstag, 28. April, 20h Vortrag Prof. Dr. Philip Ursprung Dienstag, 12. Mai, 20h Symposium Samstag, 16. Mai, 10 – 18h Public Guided Tours in English Tuesday, May 5 and June 2, 19h30 Podiumsgespräch „Unangepasst erfolgreich“: Donnerstag, 11. Juni, 19h30 Vortrag Dr. Antje Krause-Wahl Dienstag, 16. Juni, 20h Filmprogramm im Kino Kunstmuseum siehe www.kinokunstmuseum.ch

Adresse:
Kunstmuseum Bern

Hodlerstrasse 12

3000 Bern 7

Kontakt:
Tel +41 31 328 09 44
Fax +41 31 328 09 55

Ausstellung / Stuttgart: Wiener Aktionismus

Dienstag, 17. Februar 2009

07.03. - 05.07.2009, Staatsgalerie Stuttgart

Der Wiener Aktionismus wird ab März mit Arbeiten aus allen Bestandsbereichen der Staatsgalerie und insbesondere dem Archiv Sohm den Auftakt einer neuen Ausstellungsreihe in der Stirling-Halle unter dem Titel “Offenes Depot” bilden.

Ausgangspunkte der Ausstellungsreihe sind Arbeiten und Sammlungsbereiche, die sich in den Depots und Archiven des Museums befinden. Dabei wird es auch um die Auseinandersetzung mit dem Depot als Ort der Verwahrung und Kategorisierung gehen.
Der Wiener Aktionismus erweiterte in den 1960er Jahren den Kunstbegriff und suchte mit provokativen Aktionen nach neuen Ausdrucksformen. Künstler wie Hermann Nitsch, Günter Brus, Otto Mühl und Rudolf Schwarzkogler wandten sich radikal gegen bürgerlich-akademische Kunstkonzepte. Mit ihren Aktionen, die von der Öffentlichkeit oft als provokativ empfunden wurden, verfolgten sie eine Verbindung von Kunst und Leben und strebten eine schonungslose Auseinandersetzung mit verdrängten Ängsten, Aggressionen, Trieben und sexuellen Tabus an. Die Präsentation von Malerei, Graphik, Objekten, Aktionsphotographien und Dokumentationsmaterial aus allen Bestandsbereichen des Museums bildet das mediale Spektrum des Wiener Aktionismus ab.

Adresse:
Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30 - 32
70173 Stuttgart
Kontakt:
tel. 0711  470 40 0
info@staatsgalerie.de

Ausstellung / Mönchengladbach: ARS VIVA 08/09. INSZENIERUNG / MISE EN SCÈNE

Dienstag, 10. Februar 2009

Eine Ausstellung vom 01.03.2009 - 24.05.2009 im Museum Abteiberg in Mönchengladbach.

Künstler: KEREN CYTTER, MANUEL GRAF, SIMON DYBBROE MØLLER, TRIS VONNA-MICHELL

In den 1960er-Jahren entdeckte der ameri­kanische Kunsthistoriker Michael Fried ein Phänomen, das ihn an das Ende der Kunst denken ließ: die »The­atralität«. Beispielsweise betrachtete er Objekte der Minimal Art und stellte fest, dass die jüngeren Künst­ler nicht mehr jene in sich geschlossenen Werke zeigten, die man zuvor in der modernen Kunst geschätzt hatte. Es sei nicht mehr möglich, sich hier in die Komposi­tion von Farben und Formen, in die innere Stimmigkeit von Flächen oder Körpern oder gar in die Besonderheit einer künstlerischen Handschrift einzufühlen. All diese Momente, welche einst das besondere Medium und den Illusionsraum der modernen bildenden Kunst ausgemacht hatten, konnte Fried nicht mehr finden. Vielmehr »han­delten« diese Objekte von etwas anderem, in einer völlig illusionslosen Materialität und mit einem ausgeprägten Hang zu ganz einfachen Formen, maschinellen Mitteln sowie seriellen Reihen. Sie erscheinen nicht mehr als autonome Werke an der Wand oder auf einem Sockel, sondern – vielfach direkt auf den Boden platziert – in räumlichen Inszenierungen, wie auf einer Bühne. Der Boden, der umgebende Raum und der Betrachter seien –wie er sich von den Künstlern hatte bestätigen lassen – nunmehr die entscheidenden Instanzen der Wahrneh­mung. Folglich ging es nicht mehr um das Werk an sich, sondern dessen »Rolle«: seine Beziehungen, seine Interaktion mit dem Betrachter, seine Existenz im Real­raum und sein Vermögen, Verweise auf die Realität zu erzeugen.
Die traditionsreiche ars viva-Ausstellung des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft hat 2008/2009 die Begriffe »Inszenierung« und »Mise en scène« über die Auswahl der Preisträger gestellt und dringt - mit den zunächst recht divers scheinenden Positionen von Keren Cytter, Manuel Graf, Simon Dybbroe Møller und Tris Vonna-Michell - erneut in dieses grundsätzliche Phänomen einer veränderten Gegenwartskunst ein. Hierbei stand das Museum Abteiberg, welches in seiner gesamten Architektur auf diese Veränderungen ausgerichtet wurde, frühzeitig als ein Wunschort für die Ausstellung fest. Die Präsentation der ars viva-Preisträger wird unvermindert aktuelle Visionen dieses Museumsbaus in Erinnerung rufen und in die heutige Gegenwart treiben. Keren Cytter, Manuel Graf, Simon Dybbroe Møller und Tris Vonna-Michell stellen sich hierbei im besten Sinn als Extreme dar. Denn sie reprä­sentieren nicht nur das heutige Beziehungsgeflecht zwi­schen Objekt, Raum und Betrachter, sondern auch völlig unterschiedliche Medien; neben dem Wechselausstellungsraum und dem offenen Ausstellungsfoyer werden sie auch die »didaktischen Zonen« des Museums nutzen, den Audiovisionsraum, die Bühne des Vor­tragssaals und den kreisrunden Unterrichtsraum neben den Sammlungsräumen.

Keren Cytter (*1977 in Tel Aviv, Israel, lebt in Amsterdam und Berlin) verwendet in ihren Kurz­filmen sowohl Elemente des Dokumentarischen als auch des Fiktionalen. Zugleich sind sie Kommentare zum Medium Film und seinen erzählerischen Konventio­nen. Sie verbindet die Struktur des klassischen Dramas im Theater mit Melodramatischem und Groteskem, mit Zitaten aus der Populär- und Trashkultur. Mehrschich­tige Erzählebenen überlagern die dargestellten zwi­schenmenschlichen Beziehungen, die Akteure spielen ihre Rolle und kommentieren gleichzeitig die Arbeit am Film.

Manuel Graf (*1978 in Bühl, Deutschland, lebt in Düsseldorf) umgibt seine Videofilme und 3D-Animationen mit selbstgebauten Modellen und Lichtinstallationen, die Hightech und Selfmade ver­binden. Spielzeug, Kulissen, Bühnenmodelle, Gucklöcher und Spotlights dienen als Werkzeuge, um in seinen gestalteten Miniaturwelten, denen eine ganz eigene nos­talgische Aura zueigen ist, die grundsätzlichen Fragen nach Ursprung und Wahrhaftigkeit unserer (Kultur-)Geschichte immer wieder neu zu illustrieren.

Simon Dybbroe Møller (*1976 in Aarhus, Dänemark, lebt in Frankfurt a.M. und in New York) komponiert räumliche Szenarien mit vorgefundenen oder vorhande­nen Objekten, die der Zuschauer als scheinbar zufällig entstandene Situationen durchstreift. Häufig eingebet­tet in den Kontext der Moderne enthüllen die Gegen­stände dabei Zusammenhänge und kleine Geschichten, deren immanente Logik den Betrachter vom Vorhan­densein dieser inszenierten alltäglichen Vorkomm­nisse überzeugt.

Tris Vonna-Michell (*1982 in Southend on Sea, GB, lebt in London und Berlin) entwickelt seit 2003 verschiedene Geschichtsstränge, die zwischen Fakt und Fiktion changieren und als Performances und kulis­senhafte Installationen inszeniert werden. Er verknüpft dabei die Tradition der »oral history« mit Objekten, Diaprojektionen, Texten und persönlichen Memorabilien, die als Requisiten für seine atemberaubend schnellen performativen Monologe dienen. Das Ephemere seiner Arbeitsweise und die Verwendung von Texten, sowohl realen als auch fiktiven narrativen Elementen führt hier zum »Kern einer Idee des Performativen«.

Die Ausstellung der Preisträger ars viva 08/09. Inszenierung / Mise en Scène hat drei unterschiedliche Stationen mit teils veränderten Werken:
Museum im Kulturspeicher Würzburg (19.10. – 30.11.08), Museum Abteiberg Mönchengladbach (01.03. – 24.05.09), Augarten Contemporary am Belvedere Wien (06.06. – 27.09.09).
Zur Ausstellung am Museum Abteiberg sind Live-Performances am 1. März und 24. Mai geplant – genauere Informationen folgten Anfang Februar.
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hatje Cantz-Verlag erschienen, mit 176 Seiten, 79 Abbildungen, davon 63 in Farbe, sowie Texten von Doris Krystof, Catrin Lorch, Susanne Pfeffer, Mirjam Schaub und Oliver Tepel.

Adresse:
Städtisches Museum Abteiberg
Abteistr. 27
41061 Mönchengladbach
Kontakt:
Telefon: +49 - (0) 2161 - 252637
Telefax: +49 - (0) 2161 - 252659