Artikel-Schlagworte: „Radierung“

Ausstellung / Hamburg: Horst Janssen. Der Alp - Variationen zu Heinrich Füssli

Dienstag, 24. Februar 2009

Die AUsstellung im Janssen-Kabinett der Kunsthalle Hamburg läuft noch bis zum 19.07.2009.

Horst Janssen (1929-1995), Alpchen-Suite für Bettina, (Folge: Der Alp – Variationen zu Heinrich Füssli), 1973, Radierung, 161 x 215 mm,  Hamburger Kunsthalle

Angeregt durch Johann Heinrich Füsslis (1741 –1825) Gemälde Die Nachtmahr von 1781 schuf Horst Janssen 1973-1975 die Radierfolge Der Alp. Variationen zu Heinrich Füssli. Über drei Jahre beschäftigte ihn dieser Zyklus, zu dem zahlreiche Variationen des Themas entstanden. In den 28 Radierungen der Folge greift Janssen die erotisch dämonische Facette von Füsslis Gemälde auf und steigert sie durch beängstigende Deformationen. Die Stimmung des Alptraumartigen wird bei Janssen durch die markanten Hell-Dunkelkontraste, die dunklen Schatten und grellen Lichteffekte der Radierungen technisch meisterhaft in Szene gesetzt.

Als Füsslis Gemälde Die Nachtmahr (Detroit, The Detroit Institute of Art) im Jahr 1782 erstmals in der Royal Academy in London ausgestellt wurde, löste das Bild einen Skandal aus: Ausgestreckt auf einem Bett liegt eine Frau in weißem Gewand, auf ihrer Brust sitzt ein gnomenhafter Alp, während ein Geisterpferd seinen Kopf durch die Bettvorhänge schiebt. Füssli verarbeitete in diesem Bild seine leidenschaftliche, unerfüllte Liebe zu der jungen Anna Landolt, einer Nichte Lavaters. Wie bei Füssli, so spiegeln sich auch bei Janssen in der Darstellung der Nachtmahr erotische Begierde und Eifersucht: 1973 hatte er die junge Bettina Sartorius kennen gelernt. Radierungen wie Alpchen Suite – für Bettina spielen direkt auf diese dramatisch gescheiterte Liebe an. In Anlehnung an Füsslis Gemälde zeigen sie die von den blinden Augen der Nachtmahr bedrohten jungen Frau.

Inspiriert durch den in der Hamburger Kunsthalle gezeigten Zyklus Kunst um 1800 mit der Ausstellung Johann Heinrich Füssli (1974/75), vor allem jedoch durch die 1973 erschienene Publikation von Gerd Schiff zu Johann Heinrich Füssli, verbindet Janssen in dem Zyklus geschickt seine eigenen Motive mit Füsslis Vorbildern: Werke wie Füseli and me, Fuseli zu Fuseli oder Shepherd’s Dream demonstrieren die genüssliche Verfremdung Füsslischer Motive mit den eigenen Phantasien.

Die Hamburger Kunsthalle besitzt mit der Sammlung von Janssens Drucker Hartmut Frielinghaus (erworben 1997) und dem Vermächtnis Gerhard Schack in der Hamburger Kunsthalle (2007) die weltweit größte Sammlung von Janssen-Graphik. Die Ausstellung zeigt neben Zeichnungen und Skizzen zum Zyklus verschiedene Zustandsdrucke und Druckvarianten, vorwiegend in exzellenten Probedrucken.

Kuratorinnen der Ausstellung: Dr. Petra Roettig und Ursula Sdunnus

Pressetermin: Donnerstag, 19. Februar 2009, 11 Uhr
Matinee: Sonntag, 22. Februar 2009, 12 Uhr

Adresse:
Hamburger Kunsthalle
Stiftung öffentlichen Rechts
Glockengießerwall
20095 Hamburg
Kontakt:
Telefon ++49 (0) 40 428 131 200
Telefax ++49 (0) 40 428 54 34 09
E-Mail info@hamburger-kunsthalle.de
Internet www.hamburger-kunsthalle.de

Ausstellung / Frankfurt: Willi Kissmer

Dienstag, 17. Februar 2009

Die Ausstellung in der Galerie am Dom läuft noch bis zum 14.03.2009.

Faszinierend realistisch und zugleich geheimnisvoll präsentieren sich Willi Kissmers Frauendarstellungen, die vom 30. Januar bis 14. März 2009 in der Frankfurter Galerie am Dom gezeigt werden.
Neben seiner ersten, viel versprechenden Karriere als Gitarrist und Gründungsmitglied der Duisburger Rockband Bröselmaschine, absolvierte Kissmer von 1971 bis 1976 an der Folkwangschule Essen ein Kunststudium. Bei dem dortigen Gründungsrektor Professor Hermann Schardt spezialisierte er sich auf Radier- und Lithografietechniken.
Seine diesbezügliche Perfektion führt Kissmer in anmutigen aber keinesfalls oberflächlich gefälligen Körperporträts vor. Es geht ihm nicht um das bloße Präsentieren attraktiver weiblicher Formen. Vielmehr leben die dargebotenen Einblicke, die sich in ihrem schlanken Hochformat an der Körperform orientieren, von dem gekonnten Spiel der Enthüllung durch Verhüllung. Der Textur und Materialästhetik der verhüllenden Stoffe misst Kissmer größte Bedeutung bei.
Mal verschmilzt seidig-dünnes Tuch, kontrastreich zu dem groben Stoff einer Arbeitshose inszeniert, mit der Körperkontur zu einer untrennbaren Einheit, dann wieder wirken straff drapierte Tücher wie Fesseln, denen der eingeengte Körper zu entwachsen scheint.
Die Farbpalette, der sich Kissmer bei seinen verschiedenen Ätzt- und Radiertechniken in dem zum Atelier und Wohnhaus umfunktionierten Homberger Hebelturm bedient, ist reduziert. Warme Farbtöne, kombiniert mit einer raffinierten Lichtregie und genauster Beobachtungsgabe, entfalten auch in Kissmers Öl- und Acrylgemälden vor den Augen des Betrachters ihre annähernd fotografische Wirkung.

Die Vernissage der Ausstellung Willi Kissmer Unikate, Grafik & Skulptur findet in Anwesenheit des Künstlers am Freitag, 30. Januar 2009, von 19 bis 21 Uhr, in den Räumlichkeiten der Galerie am Dom, Frankfurt, statt.

Adresse:
Galerie am Dom - Frankfurt
Fahrgasse 22
60311 Frankfurt/Main
Kontakt:
Tel.: 0 69 - 21 99 69 29
Fax: 0 69 - 21 99 69 39
Öffnungszeiten:
Mi. - Fr. 13.00 – 18.00 Uhr
Sa. 11.00 – 15.00 Uhr

Ausstellung / Kleve: Brice Marden – Retrospektive der Druckgraphik

Dienstag, 27. Januar 2009

Eine Ausstellung vom 01.02.2009 - 26.04.2009 im Museum Kurhaus Kleve.

Beyond Eagles Mere, 2001, Radierung und Lithographie,
55,9 x 76,2 cm, Museum Wiesbade

Das Museum Kurhaus Kleve würdigt einen wichtigen Aspekt des Werkes von Brice Marden: die Druckgraphik. Sie spielt eine Schlüsselrolle im Schaffensprozess des Künstlers, ist aber – mit Ausnahme einer Ausstellung in der Londoner Tate Gallery 1992 – noch nie in großem Maßstab vorgestellt worden. Auch die vom Museum of Modern Art, New York, vorbereitete und 2007 in der Nationalgalerie Berlin, Hamburger Bahnhof, gezeigte Retrospektive hatte ihn ausgeblendet.

Mit rund 100 druckgraphischen Arbeiten, die ergänzt werden durch ausgewählte Zeichnungen und Gemälde, macht die Ausstellung Brice Mardens einzigartige Leistung als Graphiker erfahrbar – und gibt zugleich einen repräsentativen Überblick über die Intentionen seiner Arbeit und die Entwicklung seines Werks von den sechziger Jahren bis heute. Dabei zeigt sich, dass die Druckgraphik für den Künstler keineswegs ein nebensächliches oder gar der Malerei untergeordnetes Medium ist, sondern vielmehr eine Ausdrucksform von eigenem Rang. Immer wieder leitet Marden entscheidende Schritte in seinem Werk mit Radierungen, Lithographien oder Siebdrucke ein. Der experimentelle Umgang mit diesen handwerklich anspruchsvollen Techniken ist ein in seiner Bedeutung kaum zu überschätzender Stimulus für sein Schaffen.

Die Ausstellung „Brice Marden – Retrospektive der Druckgraphik“ wurde konzipiert vom Museum Wiesbaden, wo sie vom 28.09.08 bis zum 18.01.09 zu sehen ist. Das Museum Kurhaus Kleve kann sie als zweite und letzte Station präsentieren.

Brice Marden (geboren 1938 in Bronxville, lebt in New York) zählt zu den international renommiertesten Vertretern der abstrakten Malerei in den USA. Seit den 1960er Jahren hat er ein Werk entfaltet, das, fußend auf dem Abstrakten Expressionismus, von der Kraft der Farbe und von der Dynamik der Linie handelt, das subjektives Erleben in bestechend einfache und dennoch hoch komplexe Formen gießt, das einerseits von tiefem Verständnis für die Natur durchdrungen und andererseits an der intensiven Beschäftigung mit europäischer und fernöstlicher Geschichte und Kultur gewachsen ist. Mit der Ausstellung von Brice Marden setzt das Museum Kurhaus Kleve eine Reihe von Präsentationen herausragender amerikanischer Künstler fort, die 1999 mit einer Retrospektive der Druckgraphik von Richard Serra begann und bisher u. a. Ausstellungen von Mark Tansey (2005) und Robert Indiana (2007) umfasste.

Adresse:
Museum Kurhaus Kleve - Ewald Mataré-Sammlung
Tiergartenstraße 41
D-47533 Kleve
Kontakt:
Tel: +49-(0)2821-750 10
Fax: +49-(0)2821-750 111
E-Mail: info [at] museumkurhaus.de