Ausstellung / Malerei / Luzern: Giacomo Santiago Rogado. first second patience
Mittwoch, 11. März 2009Die Ausstellung im Kunstmuseum Luzern läuft noch bis14. Juni 2009.
Das Kunstmuseum Luzern zeigt vom 6. März bis 14. Juni 2009 die Ausstellung first second patience des Manor Kunstpreisträgers Giacomo Santiago Rogado.
Alle zwei Jahre wird der 1982 von Philippe Nordmann in Luzern begründete Kunstförderpreis in elf Schweizer Regionen an junge, aufstrebende, regionale Künstler vergeben. Aufgrund der namhaften Repräsentation der bisherigen Preisträger behauptet sich der Manor Kunstpreis als einer der wichtigsten privaten Kunstförderungsinstrumente der Schweiz, der vielen Künstlern bereits zu internationalem Durchbruch verholfen hat. Nebst einem Geldbetrag von 15′000 Franken ist der Preis mit einer Ausstellung in einem lokalen Kunstmuseum sowie einem begleitenden Katalog verbunden.
Als Austragungsinstitution konnte das Kunstmuseum Luzern die Kandidatensuche des Manor Kunstpreises 2009 erstmals auf die gesamte Zentralschweiz ausdehnen. Die paritätisch zusammengesetzte Jury entschied sich für die Auszeichnung des 1979 in Luzern geborenen, heute in Kriens wohnhaften Giacomo Santiago Rogado. Mit seiner Diplomierung 2005 schloss der Maler seine künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern ab. Bereits 2007 wurde sein Werk mit dem Eidgenössischen Kunstpreis ausgezeichnet. Seither ist sein Schaffen von einer schöpferischen Kontinuität bestimmt, die sich in einem umfangreichen Gesamtwerk darbietet. Dieses stösst auf eine wachsende Aufmerksamkeit, die sich in einer sowohl nationalen als auch internationalen Ausstellungstätigkeit äussert.
Mit first second patience präsentiert Rogado seine zwei neuesten Werkgruppen, die er eigens für die mit dem Manor Kunstpreis verbundene Ausstellung im Kunstmuseum Luzern geschaffen hat. Die grossformatig angelegten fünfteiligen Werkgruppen Tactile und Patience dominieren mit ihrer streng geometrischen Konstruktion, rhythmischen Präzision und nahezu mathematisch abgestimmten Farbpaletten die zwei Ausstellungssäle und bilden ein geschlossenes Ensemble.
Die mit Patience betitelte Bildfolge präsentiert die programmatische Entfaltung eines metaphorisch ‚schwarzes Lochs’, welches sich progressiv ausweitet und schliesslich im Himmelsmotiv Affinity ausklingt. Ein dynamisches Zusammenspiel von Farbklängen und Geometrien stellt Rogado mit der Bildfolge Tactile her. Lineare Abgrenzungen von differenziert gewählten Farbtönen ergeben bunte Farbmosaike von strenger Regelmässigkeit, die eine Vielfalt von räumlichen Tiefenwirkungen und optischen Täuschungen erzeugen.
Rogado komponiert in dieser Ausstellung nicht nur geometrische Farbvariationen, die mit der Wahrnehmung spielen, sondern vereinigt diese mit dem vermeintlich Gegensätzlichen: Sein abstraktes Werk setzt er spielerisch der figurativen Malerei gegenüber. So lächelt Lucia, eine filigrane retroästhetische Schönheit, von der Wand auf die abstrakten Kompositionen der ‚schwarzen Löcher’ und fordert bei ihrer Betrachtung etwas mehr Geduld – first, second, patience.
Ausstellungskatalog:
Der monografische Katalog zeigt einen umfassenden Einblick in eine magische Welt von strengen Geometrien, grotesker Zeichnung sowie traditioneller und experimenteller Malerei - allesamt faszinierende Möglichkeiten, sich Grenzen anzunähern, um sie dann aufzulösen.
Giacomo Santiago Rogado first, second, patience, mit Texten von Konrad Bitterli, Magdalena Kröner und Ursula Pia Jauch, deutsch/englisch, Bielefeld: Kerber Verlag, 2009, 132 Seiten, mit zahlreichen Farbabbildungen, ISBN 978-3-86678-246-4, CHF 48.-
Edition:
Metapatience 2009, Öl auf Leinwand, 40 x 35 cm, 10 Exemplare + 3 AP. CHF 600.-
Sonntag, 22. März, 11 Uhr
„Mit den Augen der Kuratorin” - Rundgang durch die Ausstellung mit Katja Lenz.
Dienstag, 7. April, 18 Uhr
Rogado, ein Künstler zwischen Neo-Romantik und Op-Art? Peter Fischer im Gespräch mit der Philosophin Prof. Ursula Pia Jauch
Museum of Art Lucerne
Europaplatz 1 (KKL Level K)
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