Lehnerer fiel bereits 1984 durch das Besprühen öffentlicher Flächen als Graffiti-Künstler auf. Heute wird "Z-ROK", mit bürgerlichem Namen Wolfgang Lehnerer, um die Gestaltung solcher Flächen gebeten. Immer wiederkehrendes Element in seinen Malereien sind Buchstaben. Die Schrift wird zu einer speziellen Form moderner Kalligraphie, der man ihren Ursprung im Graffiti meist ansieht.
"Das Wort ist ein Virus, der nie als solcher erkannt worden ist, da er den Status einer relativ stabilen Symbiose mit seinem menschlichen Gastgeber erreicht hat" schrieb William Burroughs, einer der Inspiratoren der Cyberpunk-Bewegung und Autor des Romans "Naked lunch" von 1959. In Lehnerers Malerei auf Leinwand ist es das Ambiente, das, zu einem Virus konfiguriert, eine stabile Symbiose mit dem Menschen eingeht. Eben das Ambiente erlangt durch die Hand des Künstlers eine neue Identität und entzieht sich der Banalität der zeitgenössischen Konsumgesellschaft.
Die Dynamik des Wachstums der Kultur und des Ambientes werden von präzisen Zeichen indiziert und abgesandt von Icons, die Ihre Bedeutung in sich selbst darstellen. Die Werke erlangen Kraft durch die Unendlichkeit der Bewegung, aus der Geschwindigkeit der Veränderung und aus den kinetischen Linien, selbst zeitgenössische Icons.
Lehnerer war 1994 Gründungsmitglied der Sprühergruppe "Virus e.V." 1999 war er Mitbegründer des Münchner Graffitikultur-Zentrums "die Färberei" und unterstützt von dort aus zahlreiche Aktivitäten anderer Künstler. Seit 1996 ist er als Organisator und Mitwirkender maßgeblich beteiligt an der "Isart" der jährlichen Neugestaltung der Freiluftgalerie auf den Pfeilern der Brudermühlbrücke. 2007 malte er im "Gläsernen Atelier" auf der Documenta 12 in Kassel, die als eine der bedeutendsten und weltweit am meisten beachteten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gilt.