Thomas Schneider wurde 1966 im Saarland geboren und wuchs dort an der Grenze zu Frankreich auf. 1985 zog er nach Berlin um das Studium der Akustik, Studiotechnik und digitaler Audiotechnik an der TU-Berlin aufzunehmen. Seit 1988 ist Schneider als freischaffender Tonmeister, Sounddesigner und Komponist u.a. an der Staatsoper Berlin und an der Nationaloper München tätig. Für Schneider stehen Klang und Bild unmittelbar in Verbindung. Schon als Kind begann die Fotografie für den Künstler wichtig zu werden, er spricht von Streifzügen und Experimenten. Zitat des Künstlers: "Klänge lösen Bilder aus und oft können Bilder klingen". Ein stilles Bild ist ebenso wertvoll wie Ruhe. Die Kamera war für mich schon immer ein besonderes Mittel Stille und Ruhe in Bildern aufzunehmen. Sie hat ihre eigene Welt und ihren eigenen Rhythmus. Sie entführt den Betrachter wie den Fotografen und verführt Auge wie Gedanken."
Schneiders Bilder entstehen geplant in einer extra dafür gewählten Umgebung oder auch intuitiv innerhalb weniger Sekunden. Der Künstler sucht seine Bilder - Bilder mit ungewöhnlichen Ansichten und Aussichten. Bilder die formatfüllend Nähe einnehmen, ungewöhnliche Perspektiven zeigen oder schlicht Augenblicke. Fotokunst, die irritiert und doch nüchtern alltäglich Bekanntes zeigen.
Nicht das auf den Werken abgebildete Objekt ist von vorrangiger Bedeutung, denn häufig sind nur Ausschnitte oder Ansichten zu sehen, die den ursprünglichen Gegenstand kaum mehr erahnen lassen. Schneiders Arbeiten sind vielmehr Kompositionen von Strukturen und Flächen, ein Spiel zwischen Hell und Dunkel, Farbe und Kontrast. Die Bilder haben eine sehr positive Atmosphäre und scheinen aus sich heraus zu leuchten.
Schneiders Fotokunst entsteht analog, überwiegend auf Diapositiv Film, manchmal Negativfilm und Schwarzweiß. Entgegen des heutigen Trends Bilder aufzunehmen und sofort digital begutachten zu könne, spielt für Schneider die Zeit bei der Fotografie eine wichtige Rolle. Er erarbeitet seine Motive oft über Stunden und erhält sich die Spannung auf das Resultat bis zur Entwicklung. Sowohl als Klangdesigner als auch als Fotograf zählen für den Künstler Hingabe zum Detail und Perfektionismus.